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Umbau bei AutobauerFord will Geschäft in Europa stärken

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Christian Weingärtner bekommt wchtige Rolle bei der Neuausrichtung des Pkw-Geschäfts von Ford in Europa.

Christian Weingärtner bekommt wichtige Rolle bei der Neuausrichtung des Pkw-Geschäfts von Ford in Europa. 

Ford will das Europa-Geschäft stärken und baut dazu das Management um. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Manager, der bei Ford in Köln eine zentrale Rolle hatte.

Zum 1. Februar rückt Christian Weingärtner auf die neue Position des General Managers für das Pkw-Geschäft in Europa. Er werde die strategische Ausrichtung und operative Umsetzung des Pkw-Geschäfts verantworten, einschließlich der Einführung einer neuen Generation erschwinglicher Fahrzeuge mit verschiedenen elektrifizierten Antriebsarten, teilte Ford am Donnerstag mit. Zudem wird er das Strategieteam sowie ein neu geschaffenes Team für Partnerschaften bei Ford in Europa leiten.

Weingärtner war Marketing-Chef der Ford-Werke

Weingärtner war zuletzt als Vize-Präsident von Ford Europa für die Transformation des Autobauers verantwortlich. Davor war er unter anderem Marketing-Chef sowie zeitweise auch Vize-Chef der Kölner Ford-Werke. Im Zuge einer drastischen Verkleinerung der Führung der Ford-Werke auf nur noch zwei Geschäftsführer war er im November 2024 dann zum Europa-Management gewechselt.

Im Dezember des abgelaufenen Jahres hatte Ford mitgeteilt, dass der Autobauer mit Renault eine Partnerschaft zum Bau von zwei erschwinglichen E-Autos eingegangen ist. Die werden gemeinsam entworfen sowie entwickelt und im französischen Douai in Nordfrankreich produziert. Mehr Arbeit für das Kölner Werk bringt die Kooperation nicht. Das erste Modell soll voraussichtlich Anfang 2028 auf den Markt kommen.

Ford will Pkw-Geschäft in Europa neu beleben

Ford will den Umbau als Bekräftigung seines Engagements und als Strategie zur Neubelebung des Pkw-Geschäfts in Europa verstanden wissen. Zum 1. November 2025 bereits war Jim Baumbick Präsident von Ford Europa geworden, nachdem diese Position zuvor drei Jahre unbesetzt geblieben war.

Die Neubelebung des Europageschäfts hat Ford nötig. In den ersten elf Monaten des Jahres – neuere Zahlen liegen noch nicht vor – wurden in Westeuropa laut dem Automobilverband Acea 395.409 neue Pkw zugelassen. Das entsprach einem Marktanteil von 3,3 Prozent. Vor zehn Jahren lag der noch bei 7,3 Prozent bei knapp einer Million neu zugelassenen Pkw. In Deutschland kamen 108.299 Ford-Pkw im abgelaufenen Jahr erstmals auf die Straßen. Der Marktanteil betrug 3,8 Prozent nach 3,5 Prozent im Vorjahr.

Explorer und Capri aus Köln verkaufen sich schlecter als geplant

Die in Köln gebauten E-Autos Explorer und Capri verkaufen sich deutlich schlechter als von Ford erwartet. Gefertigt werden sie jetzt nur noch im Ein-Schicht-Betrieb. Deshalb hat Ford ein Sparprogramm mit massiven Stellenstreichungen aufgelegt. Den Mitarbeitenden werden Abfindungen angeboten, die auf große Nachfrage stoßen.

Ford nutze strategische Partnerschaften, um den europäischen Kunden erschwinglichere und ikonischere Ford-Produkte anzubieten, sagte Baumbick am Donnerstag. „Christians fundierte strategische Expertise und seine operative Erfahrung machen ihn zur richtigen Führungspersönlichkeit, um sicherzustellen, dass unsere künftigen Pkw unverkennbar Ford bleiben und wir gleichzeitig unsere geschäftlichen Ambitionen verwirklichen“, so Baumbick weiter. Jon Williams, Vize-Präsident bei Ford Europa, werde weiterhin das europäische Vertriebsnetz und die zentralen Vertriebsaktivitäten leiten.