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Kölner Karneval
Scharfe Kritik an Kölns Stadtspitze nach Sessionseröffnung

Lesezeit 2 Minuten
Bilanzspaziergang mit Andreas Hupke und Markus Vogt - Zülpicher Straße

Ein Meer aus Müll und Scherben bedeckte nach dem Sessionsauftakt die Uniwiese im Landschaftsschutzgebiet.

Nach dem Chaos zum Sessionsbeginn gehen Festkomitee und Politik auf Distanz. Die Feierlichkeiten hinterließen jede Menge Schmutz, Unrat und viele offene Fragen. Wie kann das künftig bessen laufen?

Die Stadtspitze um Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sieht sich nach den Feierlichkeiten zum Karnevalsauftakt am Elften im Elften mit deutlicher Kritik aus Politik, Karneval und Bürgerschaft konfrontiert.

Dies betrifft vor allem die Zustände im Univiertel an der Zülpicher Straße. „Für die Anwohner der Zülpicher Straße und für den Inneren Grüngürtel war der Tag leider wieder einmal ein Desaster“, bemängelt Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn und fordert die Verantwortlichen zum Handeln auf. „ Es wird Zeit, dass die Stadt ihrer Verantwortung im öffentlichen Raum gerecht wird – so wie an Silvester, wo sie entsprechende Ressourcen zur Verfügung stellt, um das Treiben in der Altstadt und auf den Rheinbrücken erfolgreich zu kanalisieren.“

Auch Gastronomen wollen alternative Feierflächen

Neben dem Festkomitee fordern nun auch Gastronomen und Politiker alternative Feierflächen, um das Univiertel zu entlasten. Die Stadt hatte sich vor dem Elften im Elften bewusst gegen diesen Vorschlag entschieden. „Kein Sicherheitskonzept der Welt reicht für diese Menschenmassen, das ist Märchenträumerei. Die Stadt verkraftet diesen Ansturm nicht“, bilanziert Andreas Hupke, Bezirksbürgermeister der Innenstadt im Gespräch mit der Rundschau. Kinder gelangten am Freitag nicht in die Schule oder zur Kita, viele Menschen verpassten durch den Kollaps des Stadtbahnbetriebs ihre Züge.

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Für die Anwohner der Zülpicher Straße und für den Inneren Grüngürtel war der Tag leider wieder einmal ein Desaster
Christoph Kuckelkorn, Festkomitee Kölner Karneval

Nachdem die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) notgedrungen den Betrieb in der Innenstadt eingestellt hatten, prüft das Unternehmen nun die Zahlung einer Entschädigung an alle Fahrgäste, die notgedrungen mit einem Taxi nach Hause fahren mussten. Das veränderte Sicherheitskonzept der Stadt hatte am Freitag zu erheblichen Verkehrsproblemen geführt, zudem waren die Uniwiesen im Landschaftsschutzgebiet anschließend von Müll und Scherben überzogen. „Der Grüngürtel ist für die Feierlichkeiten geopfert worden“, sagt Hupke.

Stadtdirektorin Andrea Blome kündigte an, die Verantwortlichen wollten nun Einsatzbilanzen zusammentragen und sich beraten, „damit wir für den Straßenkarneval gegebenenfalls notwendige Anpassungen vornehmen können.“ Hierbei wolle die Stadt auch Erfahrungen von Menschen aus dem Univiertel berücksichtigen.

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