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Demo gegen drohende Armut „Köln stellt sich quer“ setzt Zeichen gegen die Energiekrise

Köln stellt sich quer 2015

„Köln stellt sich quer“ demonstrierte gegen das islamkritische Pegida-Bündnis in Köln (Archivbild).

Köln – Auch wenn es nur halb so schlimm kommt, wird es wohl immer noch eine große Krise: Die Sozialverbände, die Kulturszene, die Gewerkschaften und auch die Sportler erwarten eine Teuerungswelle, die selbst bürgerliche Schichten in die Armut schwemmt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt unterspült.

Das Bündnis „Köln stellt sich quer“ will dagegen ein Zeichen setzen mit einer Kundgebung unter dem Motto: „Solidarisch in der Energiekrise“. Sie wird am 10. November ab 17 Uhr auf dem Ottoplatz in Deutz stattfinden – im Vorfeld zu der Veranstaltung des Musikerbündnisses „Arsch huh“ in der Kölner Lanxess-Arena.

Ab Januar könnten viel mehr Menschen Sozialleistungen brauchen

Den Scheitelpunkt erwartet Franz-Xaver Corneth vom Mieterbund Köln für das kommende Jahr: „Die wirkliche Not wird im Januar kommen.“ Dann würden viele Mieter die Energiekosten nicht mehr tragen können. „Menschen mit einem Gehalt über den Hartz-IV-Satz bis zu 3600 Euro erleben dann erstmalig, dass sie Sozialleistungen brauchen“, sagt Corneth. Erstmals schließt sich der Stadtsportbund mit seinen rund 650 Vereinen und 320 000 Mitglieder dem Bündnis an. Warum? „Diese Energiekosten werden einige Vereine nicht überleben“, nennt der Vorsitzende Peter Pfeifer den Grund für den Schulterschluss.

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Sorge um Zulauf für rechte Ideologen

Ob DGB und IG Metall, ob Diakonie und Caritas oder das Kulturnetzwerk Köln – sie alle sehen existenzbedrohende Verhältnisse aufziehen. „Wir brauchen nun schnelle Antworten, damit den Menschen die Angst vor der der Ungewissheit genommen wird“, sagt Kerstin Klein von der IG Metall.

Ihre Sorge: Diese Angst treibt Betroffene in die Arme rechter Ideologen. Denn das unterscheide die Demo am 10. November von Protestaktionen wie vor allem im Osten der Republik: „Wir sind solidarisch mit den Menschen in der Ukraine und den Flüchtlingen“, betont Witich Roßmann vom DGB.

Solidarität mit der Ukraine und Flüchtlingen

In Rund 90 Minuten will das Bündnis diese Solidarität auf dem Ottoplatz demonstrieren und Entscheidungsträger zum Handeln auffordern. Ein Programm aus Musik, Statements und moderierten Gesprächen ist geplant. Die Forderungen, die dabei laut werden: Ein Energiepreisdeckel, eine Besteuerung von Übergewinnen oder auch ein Schutzschirm für Mieter. Dafür möchte „Köln stellt sich quer“ möglichst viele Menschen nach Deutz rufen.

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Wie viele genau, wollen die Bündnissprecher nicht sagen. Aus Sorge darum, die Veranstaltung könnte doch noch untersagt werden, wie die für den Chlodwigplatz vorgesehene „Jubiläumsdemo“ zum 30-jährigen Bestehen von Arsch Huh. Weil die Polizei einen nicht zu bewältigen Massenandrang befürchtete, wurde die letztendlich in die Arena verlegt. Laut Polizei sind für die Kundgebung auf dem Ottoplatz 2000 Teilnehmer angemeldet.