Platz für 2400 UrnenDie einzige Grabeskirche in Köln feiert ihr zehnjähriges Bestehen

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Wände mit Nischen für die Urnen sind zu sehen.

Platz für 2400 Urnen ist in der Grabeskirche am Helmholtzplatz.

Die Kirche St. Bartholomäus wurde zu einem Kolumbarium. Ein Konzert und eine Ausstellung finden dort nun zum zehnjährigen Jubiläum statt. 

„Es war eine gute und vorausschauende Idee des damaligen Kirchenvorstandes, die Kirche St. Bartholomäus in eine Grabeskirche umzuwandeln. Ein Konzept, das den Wandel der Bestattungskultur aufgriff, weg von konventionellen Bestattungsarten auf Friedhöfen hin zu alternativen Bestattungsformen wie zum Beispiel den Urnenanlagen in Grabeskirchen, bei denen Hinterbliebene keinen Pflegeaufwand betreiben müssen“, sagt Ursula Petry, Leiterin Grabeskirche St.Bartholomäus am Helmholtzplatz.

Diesem gesellschaftlichen Trend folgend, trieb der damalige Pfarrer der katholische Kirchengemeinde Zu den heiligen Rochus, Dreikönigen und Bartholomäus, Klaus Kugler, den Umbau voran. Im Sommer 2013 starteten die Arbeiten. 1,4 Millionen Euro wurden investiert.

Vor einem fünfeckigen Ein Kirchengebäude mit separatem Turm parken Autos.

Die Grabeskirche St. Bartholomäus in Ehrenfeld

Am 24. Januar 2014 segnete der damalige Kölner Weihbischof Manfred Melzer das erste Kolumbarium im Erzbistum Köln ein. Aus der Kirche St. Bartholomäus, in den Jahren 1959/60 von Architekt Hans Schwippert errichtet, war nach über sechs Jahren des Planens und des Bauens nach den Plänen des Wiesbadener Architekten Hans Peter Kissler eine Grabeskirche entstanden.

Besonderes Lichtspiel erzeugt eine einzigartige Atmosphäre

Im Innern gegliedert in einen zentralen Kapellenraum mit Altar und umlaufende Urnenwände mit Platz für 2400 Urnen. Ein abgehängtes, blickdurchlässiges Metallnetz aus Messing grenzt den Altarbereich für Trauerfeiern und Gedenkgottesdienste vom eigentlichen Bestattungsraum ab. Eine spezielle Lichttechnik verleiht dem Raum eine einzigartige Atmosphäre, die zusätzlich durch das natürliche Lichtspiel der bunten Glasfenster je nach Tageszeit belebt wird.

Der Innenraum einer Kirche mit Bänken, bunten Fenstern und einem filigranen netzartigen Vorhang aus Metall ist zu sehen.

Ein durchsichtiger Metallvorhang grenzt den Altarraum vom übrigen Innenraum ab.

Auch nach zehn Jahren erfreut sich die Grabeskirche St. Bartholomäus besonderer Beliebtheit. Vor kurzem fand die 621. Bestattung statt. „Wir haben bei den Anwartschaften eine Quote von 50 Prozent erreicht. Es ist also noch genügend Platz vorhanden“, sagt Petry. Sowohl Einzel- wie auch Doppelgräber seien möglich. Ein Einzelgrab kostet zwischen 3050 und 3150 Euro, Doppelgräber liegen bei 5350 und 5550 Euro für eine Nutzungsdauer von 20 Jahren. Bei Reservierungen wird ein Zwanzigstel des Kaufpreises pro Jahr fällig. Nach Ablauf des Nutzungsrechtes wird die Asche auf Wunsch in einen sogenannten Ewigkeitsraum überführt und das Namensschild des Verstorbenen in der Andachtskapelle angebracht. 

Das wird erstmals im Jahr 2034 passieren. „Das ist das gute. Asche und Name bleiben in der Kirche“, so Petry. Vor allem für die Hinterbliebenen strahlt die Begräbnisstätte Ruhe und Geborgenheit aus. Das „Ich bin da“- Team aus ehrenamtlichen Anzusprechenden bietet während der Öffnungszeiten (täglich von 10 bis 13 Uhr, zusätzlich dienstags von 15 bis 17 Uhr, donnerstags von 15 bis 19 Uhr und am Wochenende von 10 bis 17 Uhr) Besucherinnen und Besuchern Hilfe und Sicherheit. Auch heute noch ist die Grabeskirche am Helmholtzplatz die einzige in Köln. Auch der im September 2021 verstorbene Pfarrer Klas Kugler hat hier seine letzte Ruhe gefunden.

Jubiläumsfeier am Sonntag in Köln-Ehrenfeld mit Glasharfe und Flügel

Das Jubiläum feiert die Kirchengemeinde am Sonntag, 14. Januar, um 11.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Grabeskirche. Einen musikalischen Akzent setzt dabei Regionalkantor Wilfried Kaets mit seiner Komposition „Hände - Suite für Flügel, Glasharfe und Live-Elektronik“. Anschließend findet die Eröffnung der Ausstellung „Spirit of Color“ des Künstlers Christoph Gesing statt. Er präsentiert seine Bilder auf Holz und Glas bis zum 25. Februar in der Grabeskirche. Bei der Vernissage moderiert Kunsthistorikerin Sabine Elsa Müller (M.A.) ein Gespräch mit dem Künstler. Am Donnerstag, 25. Januar, um 18.30 Uhr wird im Kolumbarium eine Heilige Messe gefeiert und anschließend referiert Jan Opiéla, Leiter der Seelsorge für Roma und Sinti in Deutschland, zum Thema „Grabmonumente – Spuren über den Tod hinaus – eine Glaubensreflexion“.

Mehr Infos zum Jubiläumprogramm unter www.bi-os.de

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