Das Programm in dieser Session steht unter dem Motto „Land unter – Jetzt auch mit Tiefgang“.
Poseidon, lesbische Nixe, schwules DreigestirnRöschen-Sitzung verwandelt sich in bunte Unterwasserwelt

Die Röschen-Sitzung verwandelt sich in diesem Jahr in eine bunte Unterwasser-Welt.
Copyright: Thomas Banneyer
Was haben ein Mülheimer Brückenpfeiler, eine lesbische Nixe und ein transfluider Wal gemeinsam? Sie alle begeben sich im Musical „Dat Rheingold“ zusammen mit dem schwulen Dreigestirn auf die Suche nach dem im Rhein vor Köln verschollenen Rheingold. Bauer Jupp (George Le Bonsai) ist nicht ganz wohl bei der Sache und fürchtet sich vor den Tiefen des Flusses, in die das Trio hinabtauchen soll. Zu den melancholischen Klängen von „Hey Jude“ singen Prinz Peter (Stephan Runge) und Jungfrau Malis (Claus Vinçon) dem ängstlichen Bauern Jupp Mut zu. Da wird der Text schnell zu „Hey Jupp“ umgewandelt. Zu den Noten von „Yellow Submarine“ begibt sich das Trio in bunt gestreifter Badekleidung und mit Wäscheklammer auf der Nase in den Fluss. „Nä is dat hier dunkel“ stellt Bauer Jupp sogleich fest.
Das Musical ist Teil der Röschen-Sitzung und steht wie das ganze Programm unter dem Motto: „Land unter – Jetzt auch mit Tiefgang“. Der Organisator des Abends, Stephan Runge spielt selbst im Röschen-Ensemble mit. Die Gäste der queeren Karnevals-Sitzung kommen am Sonntagabend als glitzernde Meerjungfrauen, aufwendig gestaltete Korallenriffe und mit selbstgehäkelten Clownfisch-Kostümen ins Gloria-Theater. Die alternative Karnevalssitzung soll ein sicherer Ort für die queere Community sein.
Auch der Gott der Meere ist auf der Bühne vertreten. Poseidon erklärt, er habe seinen Fluss verlassen müssen, um wichtige Ankündigungen zu machen. Mit donnernder Meeresgottes-Stimme berichtet er von rechten Strömungen, die er in den Weltmeeren vernommen habe. „In den USA regiert ein alter Mann mit orangenen Haaren. Queere Themen werden systematisch eingeengt, die Rechte von Transmenschen eingeschränkt.“ Doch nicht nur in den USA habe er diese Strömungen vernommen. Auch in Deutschland wehe so ein Wind, verliest Poseidon. Die leidenschaftlich gehaltene Büttenrede endet mit einem Appell, achtsam zu sein: „CSDs werden hier manchmal sogar abgesagt, denn mehr Gewalt gegen Queere ist angesagt. Es muss sich etwas ändern, denn andernfalls steht uns das Wasser bis zum Hals.“
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Röschen-Sitzung in Köln: Poseidons Appell für mehr Achtsamkeit
Ein weiteres Highlight ist die 26-jährige Musik-Comedian Coremy, die am Keyboard ihre Kabarettstücke zum Besten gibt. Coremy besingt auf unterhaltsame Art einen Abend in einem „Heteroclub“, den sie als lesbische Frau besucht und vergeblich nach ausgelassen tanzenden Männern, Glitzer und bunten Outfits Ausschau hält. Die Schlange am Mädchenklo verwechselt sie mit einer Polonaise. Beim Publikum punktet der Auftritt, Coremy darf gleich zwei Zugaben spielen.
Zurück zur Suche nach dem Rheingold. In der Dunkelheit der Tiefsee macht das Trio schließlich die Bekanntschaft mit dem Pfeiler der Mülheimer Brücke (Matthias Brandebusemeyer). Mit tiefer Stimme bietet er seine Hilfe bei der Suche nach dem Rheingold an. Im Gänsemarsch bewegt sich das Quartett durch die Unterwasserwelt. Plötzlich taucht die lesbische Nixe (Nina Moers) auf. Von Liebeskummer ganz erschüttert, erzählt sie von ihren misslungenen Dating-Erfahrungen. Am Ende findet die bunte Truppe das Rheingold, das sich überraschenderweise als eine von der Anemone Mone (Marion Radtke) geführte Wirtschaft für queere Menschen und Transpersonen entpuppt. Mone verrät dem Publikum, dass das Rheingold nichts mit Gold zu tun habe, sondern ein sicherer Ort für queere Menschen sei: „Das Rheingold steht für Vielfalt.“ So, wie die Röschen-Sitzung selbst. Mit einem dreifachen Aloha und Alaaf verlässt das Ensemble die Bühne.
Die Röschen Sitzung läuft noch bis zum 14. Februar. Für einige Termine gibt es noch Tickets ab 45,50 Euro.

