Ein halbes Jahr nachdem sechs Täter einen Schmuckhändler in der Kölner Innenstadt entführt hatten, ist nun Anklage erhoben. Dabei wird auch ein interessantes Detail eine große Rolle spielen.
Gefesselt und in Kofferraum gesperrtAnklage nach Entführung eines Kölner Juweliers erhoben

Ein Juwelier wurde im März überfallen und in einen Kofferraum gesperrt. Nun wurde Anklage erhoben. (Symbolbild)
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Gefesselt, bedroht und im Kofferraum eingesperrt: Für einen Kölner Juwelier war die Tat im März 2022 ein großer Schock. Unbekannte griffen den Schmuckhändler an und fuhren mit ihm davon. Geschehen ist dies im Telekom-Parkhaus an der Sternengasse in der Kölner Innenstadt.
Das Opfer hatte sein Auto dort geparkt, als zwei Täter den 80-Jährigen attackierten. Dabei sollen sie dem Senior den Schlüsselbund geraubt haben und an zwei oder drei weitere Mittäter weitergegeben haben. Der Mann wurde in den Kofferraum seines eigenen Wagens gezerrt. Mit dem Schlüssel sollen die Täter in das Geschäft des Juweliers an der „Hohe Pforte“ gegangen sein und dort Schmuck und Gold erbeutet haben.
Mehr als ein halbes Jahr nach der brutalen Tat hat die Kölner Staatsanwaltschaft Anklage gegen sechs Personen erhoben. Dies erfuhr die Rundschau aus Justizkreisen. Den Angeklagten wird gefährliche Körperverletzung, schwerer Raub und Freiheitsberaubung vorgeworfen.
Männer gaben sich als Mitglieder von „Pink Panther“ aus
Das Aufsehen erregende Verfahren soll bei der 1. Großen Strafkammer stattfinden. Der Vorsitzende Richter wird sich dann neben dem brutalen Vorgehen der Angeklagten mit einem interessanten Detail befassen. Denn laut Anklage gaben sich die Männer als Mitglieder der berüchtigten Juwelierbande „Pink Panther“ aus. „Wir sind Pink Panther“ soll einer der Täter zum Opfer im Auto gesagt haben. So ist es in der Anklage nachzulesen.
Doch die Ermittlungsbehörden gehen nach den eigenen Recherchen davon aus, dass die Angeklagten nicht zu der Bande gehörten. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Polizei glauben, dass sich die Täter nur wichtig machen wollten. Unisono heißt es: „Die Männer wollten dem Opfer noch mehr Angst machen und Druck aufbauen.“ Derzeit läuft am Gericht ein Verfahren gegen ein mutmaßliches Mitglied der „Pink Panther“-Bande.
In Vingst endete die Fahrt im Kofferraum
Die Fahrt der Räuber ging mit dem Mercedes des Opfers bis zum Wochenmarkt in Vingst. Dort stellten die Täter den Wagen ab und überließen den Mann seinem Schicksal. Die Polizei schrieb: „Stunden später ließen die Komplizen den leicht verletzten Mann in seinem Auto auf dem Parkplatz des Wochenmarktes zurück, wo Fußgänger die Hilferufe des Gefesselten hörten.“
Wann der Prozess gegen die sechs Angeklagten beginnt, ist noch nicht abzusehen. Die Strafkammern sind bekanntermaßen stark belastet. Wenn die Verhandlung startet, wird vermutlich auch genau geklärt, wie hoch die Beute war und warum sich die Männer als „Pink Panther“ ausgaben.
