Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit beantwortet Fragen zu der Auswirkung der Droge Crack. Die Wirkungen sind verheerend.
Kölner DrogenszeneWarum Crack-Konsum so gefährlich ist

Crack wird meist geraucht – das Teilen von Pfeifen kann Infektionskrankheiten unter Konsumierenden übertragen.
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Crack dominiert die Drogenszene in Köln. Was macht es so gefährlich? Fragen an Rabea Ottenhues, Sprecherin des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit mit Sitz in Köln.
Wie schnell tritt die Wirkung nach dem Konsum ein?
Crack wird als Zigarette oder aus einer Art Wasserpfeife geraucht. Durch das Rauchen gelangt der Wirkstoff innerhalb weniger Sekunden in die Blutbahn und löst nach ein bis fünf Minuten einen Rausch aus.
Wie fühlt sich der Rausch an und wie lange dauert er?
Der Wirkstoff löst eine starke Euphorie aus. Die Konsumierenden fühlen sich wacher und selbstbewusster. Gleichzeitig werden soziale und sexuelle Hemmungen weitgehend ausgeschaltet, ebenso wie das natürliche Hungergefühl. Die Wirkung lässt nach 10 bis 15 Minuten nach.
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Was passiert nach dem Rausch?
Nach der starken Euphorie folgt meist eine Phase der negativen Effekte wie ängstliche Stimmung, paranoide Zustände mit Halluzinationen und Niedergeschlagenheit. Die Menschen finden sich nicht selten in einem Teufelskreis wieder und konsumieren kurz darauf erneut, um wieder die positiven Effekte zu erleben.
Welche psychischen Folgen hat langfristiger Konsum?
Langzeitschäden können unter anderem depressive und wahnhafte Psychosen, soziale Isolation sowie depressive Erkrankungen sein.
Und welche körperlichen Folgen?
Zu den langfristigen Folgen zählt die sogenannte „Cracklunge“ – hier schädigt der Konsum die Lunge über verschiedene Mechanismen, eine Verschlimmerung einer bestehenden Lungenerkrankung ist natürlich ebenfalls möglich. Auch andere Organe leiden unter dem Substanzmissbrauch, wie das Herz, die Leber oder die Nieren.
Gibt es Infektionskrankheiten im Zusammenhang mit Crack?
Durch die gemeinsame Benutzung der Crackpfeife sowie ein durch die Substanzwirkung potenziell ungezügeltes Sexualverhalten erhöhen Personen unter anderem ihr Risiko für HIV und Hepatitis C.
Wie wirkt sich der Konsum auf die Lebenserwartung aus?
Der Konsum von Crack kann zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen, darunter Atemwegserkrankungen, Herzrasen, Krampfanfälle und Kreislaufzusammenbrüche. Hinzu kommen Infektionen aufgrund fehlender Hygiene und Mangelernährung. Psychische Auswirkungen können Unruhe, Ängste, Verwirrtheit und Wahnvorstellungen umfassen. Diese gesundheitlichen Probleme können die Lebenserwartung erheblich verkürzen.
Wie hoch ist das Abhängigkeitspotenzial im Vergleich zu anderen Drogen?
Die Gefahr einer schweren psychischen Abhängigkeit ist bei Crack sehr groß. Die spezifische Wirkung kann insbesondere bei Personen, die für die Effekte der Droge besonders empfänglich sind, rasch zu einer Abhängigkeit führen.
Welche Lebensumstände begünstigen den Einstieg in den Crack-Konsum?
Der Einstieg in den Crack-Konsum wird oft durch prekäre Lebensumstände begünstigt. Dazu gehören soziale Benachteiligung, Obdachlosigkeit und der Zugang zu Drogen in bestimmten sozialen Umfeldern. Personen, die größere Selbstwertprobleme haben, beziehungsweise gerne stärker, selbstbewusster oder einfach „besser“ sein wollen, sind auch gefährdet.
Gibt es Anzeichen, dass Crack sich stärker in breitere Gesellschaftsschichten ausbreitet?
Kokain ist innerhalb der Stimulanzien die am häufigsten konsumierte Substanz. 1,6 Prozent der Erwachsenen haben im Jahr 2021 mindestens einmal Kokain und/oder Crack konsumiert. Der Konsum vdieser Drogen lag lange bei unter einem Prozent. Der Europäische Drogenbericht von 2025 gibt ebenfalls Hinweise darauf, dass insbesondere der Konsum von Crack zuzunehmen scheint, vor allem in einigen marginalisierten Gemeinschaften. Ob sich diese Einschätzung verstetigt, werden weitere Studiendaten in den kommenden Monaten zeigen müssen.
Welche Entzugssymptome treten auf?
Bei Crack-Abhängigen können sowohl psychische als auch körperliche Entzugserscheinungen auftreten. Psychisch können sich Angstzustände, Psychosen, Persönlichkeitsveränderungen oder auch sogenanntes Craving, also extremes Substanzverlangen, zeigen. Körperlich können Entzugssymptome wie beispielsweise erhöhter Blutdruck, Tremor, Schüttelfrost, Juckreiz sowie totale Erschöpfung auftreten.
Welche Therapien gibt es?
Hilfreich ist eine Verzahnung von aufsuchender Sozialarbeit der Drogen- und Suchthilfe und aufsuchender psychiatrischer Hilfe. Eine Entzugsbehandlung allein reicht in aller Regel nicht aus. Ein aufeinander aufbauendes medizinisches und sozialarbeiterisches Behandlungskonzept sowie eine Entwöhnungsbehandlung sind notwendig. Im ersten Schritt sollten sich Betroffene an eine Suchtberatungsstelle in ihrer Nähe wenden.
