Bilder vom VeedelszochSelbst in der U-Bahn war der Zug in der Südstadt mit 3300 Jecken zu hören

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Im Südstadt-Zug wurden Sandkästen zu Kostümen umfunktioniert.

Im Südstadt-Zug wurden Sandkästen zu Kostümen umfunktioniert.

In der Südstadt war auch nach dem Rosenmontagszug mächtig was los. Am Dienstag zog dort der Veedelszoch durch die Straßen.

Selbst in der U-Bahn-Station am Chlodwigplatz, unter meterdickem Beton, sind die Trommeln zu hören. Oben zieht der Südstadtzug vorbei – bunt und lebensfroh wie eh und je. „Der Südstadtzug lebt insbesondere von seinen Fußgruppen. Es ist einfach wunderbar“, schwärmt Ralf Rohrmoser-von Glasow, einer der beiden Zugleiter.

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Vor einem Jahr noch war der Zoch pandemiebedingt und wegen des russischen Angriffskriegs als Demonstration über Merowinger Straße und Severinstraße gezogen. Nun sind die Jecken zurück: Ganz in Blau aber mit klar erkennbarem Sternenkreis ist die Gruppe „Jeck op Europa“ unterwegs. „Wir wollen Europa mal ein bisschen positiver zeigen. Es wird viel zu viel darüber gemeckert. Das würden wir gerne ändern, denn es gibt so viel Tolles an Europa“, sagt Christina Lang. „Gerade in der heutigen Zeit ist es so wichtig, dass wir alle zusammenstehen.“

Auch andere Teilnehmende wollen politische Zeichen setzen, etwa die Aktiven von Fridays for Future, die zum ersten Mal dabei sind. „Herr Miethai“ – ein Jeck mit übergroßer Haischnauze – erklärt auf einem Schild: „Euer Geld ist nicht weg, es ist nur woanders“ und fordert sarkastisch „Armut besteuern!“. Auch die anderen Gruppen mit insgesamt 3300 Teilnehmenden des Zuges beweisen Einfallsreichtum. Eine unter ihnen hat Sandkasten-Muscheln zum Kostüm umfunktioniert. Das Wurfmaterial liegt griffbereit. Als Wolkenmobil samt Regenbogen (aus Poolnoodeln) fährt ein umgebautes Fahrrad durch die Südstadt.

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„Hauptsache Grün“ scheint das Motto der Maria-Sibylla-Merian Schule zu lauten. In ihrer Gruppe sind zahlreiche Frösche, irische Kobolde, Krokodile, Dinos, die Freiheitsstatue oder Waldmeister-Brausen unterwegs. So mancher Zug klagt über zu wenig Live-Musik, in der Südstadt ist das ganz anders.

Die Zugleitung muss die lautstarken Ensembles gut verteilen, so viele gehen mit. Eine richtige Band stellt die Stunksitzung, die in der Südstadt traditionell den Prinzenwagen ersetzt. Musik gibt es hier nicht aus der Dose, sondern direkt vom Anhänger. In der kommenden Session wollen die Jecken die Marke der 3500 Teilnehmenden knacken.

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