In den Kölner Kliniken sind im vergangenen Jahr mehr Babys auf die Welt gekommen. Es wurden deutlich mehr Jungen als Mädchen geboren.
Geburtenzahl steigt wiederMehr Babys in Kölner Kliniken geboren

In Köln sind im vergangenen Jahr mehr Babys auf die Welt gekommen.
Copyright: Fabian Strauch/dpa
Die Kölner Kliniken haben im vergangenen Jahr ein deutliches Geburten-Plus verzeichnet. Nach Recherchen der „Kölnischen Rundschau“ kamen 2025 in den acht Kölner Geburtskliniken insgesamt 12.210 Kinder zur Welt. Das waren 358 Kinder mehr als 2024 – eine Steigerung um 3,0 Prozent. Damit ist der seit Jahren andauernde Geburtenrückgang in Köln vorerst gestoppt. Im Jahr 2021 hatten noch 13.997 Kinder in Kölner Kliniken das Licht der Welt erblickt. Bis 2024 war die Zahl der Neugeborenen auf 11.852 gefallen – ein Rückgang um 2145 Kinder binnen vier Jahren.
Nun zeigt die Kurve wieder aufwärts. Damit stemmen sich die Kölner Geburtskliniken gegen den landesweiten Trend. Nach Schätzungen des statistischen Landesamts IT.NRW wurden 2025 in Nordrhein-Westfalen im Schnitt 2,6 Prozent weniger Kinder geboren als im Vorjahr. Jedoch sind in der Zahl von 12.210 Neugeborenen auch Kinder enthalten, deren Mütter nicht in Köln wohnen. Auffällig ist: 2025 kamen in Köln deutlich mehr Jungen als Mädchen in Köln auf die Welt. Es wurden 6479 männliche und 6084 weibliche Babys geboren.
Universitätsklinik bleibt größte Geburtsklinik in Köln
Größte Geburtsklinik in Köln war im vergangenen Jahr erneut unangefochten die Universitätsklinik (siehe Grafik). Hier wurden 2438 Kinder geboren, 262 mehr als im Vorjahr. Damit konnte sich das Lindenthaler Klinikum über ein Baby-Plus von 12,0 Prozent freuen. „Dass sich erneut mehr Familien für eine Geburt an der Uniklinik Köln entschieden haben, ist ein starkes Zeichen des Vertrauens in unsere Geburtsmedizin“, erklärte Klinik-Direktorin Prof. Dr. Tanja Groten.
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Der Trend zu mehr männlichen Babys war auch in der Uniklinik nicht zu übersehen. 1295 Jungen und 1137 Mädchen wurden geboren. Es gab 135 Zwillingspaare, 17 mehr als 2024. Sechs Mütter brachten im vorigen Jahr in der Uniklinik Drillinge zur Welt. Das hatte es 2024 in keiner einzigen Kölner Klinik gegeben.

Grafik zur Geburtenentwicklung in Köln im vergangenen Jahr.
Copyright: Harald Woblick
Auf Platz zwei unter den geburtenstärksten Kliniken rückte das städtische Krankenhaus Holweide vor. Dort wurden im vergangenen Jahr 1894 Kinder geboren. Das waren 251 mehr als 2024 und ein Plus von 15,3 Prozent – der stärkste Zuwachs in der Stadt. 926 Mädchen und 967 Jungen wurden gezählt. Es gab 72 Zwillingspaare und einmal Drillinge. Mit dem Perinatalzentrum samt Hebammenkreißsaal im Krankenhaus Holweide könne man werdenden Eltern „maximale Sicherheit bei gleichzeitig maximaler Fürsorge anbieten“, betonte der Geschäftsführer der städtischen Kliniken, Prof. Dr. Axel Goßmann.
Severinsklösterchen rangiert nun auf drittem Platz
Durch das starke Plus in Holweide rangiert die beliebte Geburtsklinik Severinsklösterchen nun auf dem dritten Platz, obwohl sie ihre Geburtenzahl im Vergleich zum Vorjahr erhöht hat. Im Krankenhaus der Augustinerinnen in der Südstadt wurden 1859 kleine Kölnerinnen und Kölner geboren, 23 mehr als ein Jahr zuvor (plus 1,3 Prozent). Auch hier kamen mehr Jungen (971) als Mädchen (888) zur Welt. Zwillingsgeburten gab es keine.
Das Cellitinnen-Krankenhaus Heilig Geist in Longerich verteidigte Platz vier. Mit 1616 Neugeborenen, sechs weniger als im Vorjahr (minus 0,3 Prozent), blieb die Geburtenzahl 2025 nahezu unverändert. Mädchen (815) waren auch hier stärker vertreten als Jungen (801). Bereits um 0.39 Uhr an Neujahr wurde mit dem kleinen Mika das erste Baby des Jahres 2026 in Longerich geboren.
Im Krankenhaus Porz am Rhein kamen bei 1397 Geburten 1433 Kinder zur Welt – darunter 72 Zwillingskinder. Das waren 26 weniger als 2025. Im St. Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind wurden 1368 Kinder geboren, sechs weniger als ein Jahr zuvor. Rückgänge bei der Zahl der Geburten verzeichneten auch das Evangelische Klinikum Weyertal (843 Neugeborene) und das Evangelische Krankenhaus Kalk (759). In Kalk war das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen: 380 Mädchen und 379 Jungen wurden gezählt. Im Weyertal kam nach Angaben der Klinik mit der kleinen Antonia Carlotta im Oktober das 10.000 Kölner Baby des Jahres zur Welt.
Weniger Neugeborene in den Geburtshäusern
In den Geburtshäusern ging die Zahl der Neugeborenen voriges Jahr leicht zurück. Im Kölner Geburtshaus, das 2024 von Ehrenfeld in die Bergstraße 36 nach Nippes umgezogen ist, wurden seit 1989 mehr als 6000 Kinder auf die Welt gebracht. Im vergangenen Jahr wurden dort 162 Kinder geboren, darunter 85 Mädchen und 77 Jungen. Die Hebammen betreuten außerdem 33 Hausgeburten (zwölf Mädchen und 21 Jungen). Insgesamt sank die Zahl der Neugeborenen im Vergleich zu 2024 um 13 auf 195.
Im Lindenthaler Geburtshaus an der Kerpener Straße 34, das seit August 2021 besteht, kamen 163 Kinder zur Welt (83 Mädchen und 80 Jungen). Zwei weitere Jungen waren laut Hebamme Marita Ashauer „zu schnell und wurden zu Hause geboren“. Unterm Strich waren es hier zwölf Neugeborene weniger als 2024.
Insgesamt wurden in den Geburtshäusern und bei Hausgeburten in Köln mindestens 360 Kinder geboren. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, da Hausgeburten nicht zentral erfasst werden. Klar ist jedoch: Inklusive der Klinikgeburten gab es voriges Jahr mindestens 12.570 Neugeborene in Köln – knapp drei Prozent mehr als 2024. Ob sich die gestiegene Geburtenzahl in den Kölner Kliniken positiv auf die Gesamtzahl der neugeborenen Kölnerinnen und Kölner auswirkt – also Kindern, deren Eltern in Köln leben –, steht jedoch noch nicht fest. Das städtische Statistikamt veröffentlicht die endgültigen Zahlen in der Regel erst im Frühjahr.
Standesamt beurkundet 12.635 Geburten in Köln
IT.NRW hatte für das Jahr 2025 für Köln einen Geburtenrückgang um 1,1 Prozent auf 9310 Neugeborene vorhergesagt. Üblicherweise liegt die Behörde mit ihren Schätzungen zu hoch. Für 2024 hatte sie mit 9530 Kölner Kindern gerechnet. Laut Stadt Köln waren es am Ende nur 9145 (siehe Grafik).
Fragt man das Kölner Standesamt, so erfährt man, dass voriges Jahr 12.942 Geburten beurkundet wurden – 295 mehr als 2024. Davon waren 12.635 Neugeborene, die in Köln zur Welt kamen und 307 Nachbeurkundungen von im Ausland geborenen Babys. Die in Köln geborenen Kinder stammen zu rund 30 Prozent aus anderen Kommunen. In 8.592 Fällen liege der Wohnsitz der Mutter und somit des Kindes in Köln, erklärte ein Stadtsprecher. In 4043 Fällen habe der Meldewohnsitz der Mutter außerhalb Kölns gelegen. Die Zahl der vom Standesamt beurkundeten Sterbefälle sank im Jahr 2025 um 574 auf 11.242 Personen, darunter 16 Nachbeurkundungen aus dem Ausland. Von den 11.226 in Köln gestorbenen Personen waren 9427 in Köln gemeldet.

