Köln – Gezählt hat Peter Schyrba nicht, doch der Kundenbetreuer der Deutschen Bahn für den Nahverkehr hat ein gutes Gespür. „Gefühlt unterstützen 99,9 Prozent der Fahrgäste die Maskenpflicht“, schätzt er und dürfte damit der Realität recht nah kommen. Beim landesweiten Kontrolltag hatten Bahnmitarbeiter und Bundespolizei Reisende in Bahnhöfen und Regionalzügen überprüft. In ganz Nordrhein-Westfalen trafen sie dabei nach fünf Stunden Kontrolle auf 425 Menschen ohne Maske. Bei einer Kontrolle im August waren zu diesem Zeitpunkt mehr als doppelt so viele Verstöße registriert worden.
Auch am Deutzer Bahnhof werden die Reisenden kontrolliert, auf dem Vorplatz stehen fünf Mannschaftswagen der Bundespolizei. Die Beamten greifen jedoch nur bei komplett uneinsichtigen Personen ein. „Wir kontrollieren auch die Trageweise der Masken, denn diese sollte Mund und Nase bedecken. Aber es ist menschlich, das mal zu vergessen, wenn man gerade in ein Brötchen gebissen hat“, sagt ein Beamter der Bundespolizei. Ähnlich sieht es auch die Bahn: „Der Dialog ist der richtige Weg“, meint Peter Schyrba.
Zuspruch für den Polizeieinsatz
Um 11.13 Uhr fährt ein Intercity aus Koblenz in Deutz ein, auch hier befinden sich Kontrolleure an Bord, auch im benachbarten Rheinland-Pfalz finden Kontrollen statt. Viele Fahrgäste befürworten den Polizeieinsatz. „Ich würde nie jemanden ansprechen, der die Maske nicht richtig trägt, aber so ein Verhalten finde ich verantwortungslos“, sagt eine junge Frau, die regelmäßig zwischen Köln und Frankfurt pendelt. Sie habe schon oft beobachtet, dass Reisende die Maske aufsetzen, sobald sie einen Bahn-Mitarbeiter entdecken, anschließend zögen sie den Schutz wieder herunter.
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An insgesamt 17 Bahnhöfen fanden die Kontrollen am Dienstag statt. Zwei junge Männer steigen aus der S 11, die aus Bergisch Gladbach kommt, sie tragen ihre Masken vorschriftsmäßig im Gesicht. „Es sollte öfter kontrolliert werden, gerade weil Ansteckungsketten nicht nachvollzogen werden können“, sagt einer von ihnen. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst nennt das Tragen der Maske „ein Gebot gegenseitiger Rücksichtnahme“.

