Köln – Eine „große Erleichterung“ sei es für den Handel, dass Ministerpräsident Hendrik Wüst dem Beispiel anderer Bundesländer nun bald folgen und 2G im Einzelhandel außer Kraft setzen wolle. Der Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW Aachen/Düren/Köln, Jörg Hamel, hätte sich das allerdings schon einige Wochen früher gewünscht: „Das war überfällig“, sagt er.
Alleine den Kontrolldruck herauszunehmen und statt auf Eingangskontrollen auf Stichproben zu setzen, habe bereits ein Stück weit Erholung verschafft. „Das nimmt ja auch den Haftungsdruck von den Unternehmen“, sagt er: Die hätten schließlich für etwaige Fehler bei den Einlasskontrollen gerade stehen müssen.
Hohen Krankenstand vermeiden
Die Masken hält aber auch Hamel weiterhin für sinnvoll: „Das dient letzten Endes außer dem Schutz der Kundinnen und Kunden ja auch der Sicherheit des Personals.“ Wer heute einen hohen Krankenstand habe, bekomme ein Problem.
Doch wie stark leiden die Betroffenen tatsächlich unter den fortlaufenden Beschränkungen? Eine kurze Umfrage zeigt: Ein Großteil des Handels sehnt sich wohl nach einer Abschaffung der Restriktionen. Die Mitarbeiterin einer Parfümerie in der Innenstadt erklärt, dass sie unter starken Einbußen leiden: „Den Leuten macht es keinen Spaß mehr einzukaufen.“
Auch beim Modestore Lanius im Agnesviertel wird betont, dass die Auswirkungen der 2G-Regel immer noch sowohl für Kunden wie für Mitarbeiter deutlich zu spüren seien. Für viele Betroffene sei es einfach nicht mehr nachvollziehbar, warum sich Nordrhein-Westfalen kein Beispiel an anderen Bundesländern nehme. Lediglich drei von ihnen hielten noch an der Schutzmaßnahme fest.
Zwar werden in NRW nur noch stichprobenartige Impfausweiskontrollen durchgeführt, aber ausgerechnet diese bringen einige Komplikationen mit sich. „Die Stichproben sind sehr schwer verständlich für die Kunden“, meint die Geschäftsführerin des „Look!“-Conzept- Stores in Köln, Mila Musil. Obwohl die Kundschaft zwar größtenteils verständnisvoll mit den Kontrollen umgehe, falle es vielen schwer, sie vollends zu verstehen. Die Menschen könnten nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet sie überprüft würden. Hinzu komme, dass in Buchläden keine 2G-Regel existiere. Den Kunden falle es mitunter schwer, den Überblick über die verschiedenen Handhabungen zu behalten. Die bereits umgesetzten Lockerungen hätten dennoch den Verkauf positiv beeinflusst: Seitdem nur noch stichprobenartigen kontrolliert werde, kämen wieder deutlich mehr Kundinnen und Kunden in den Laden.
Aber nicht nur Kritiker der 2G-Regel sind zu vernehmen. Es gibt auch die andere Seite: Insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Läden selbst, die die Schutzmaßnahmen befürworten.
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So spricht sich die Beraterin eines Bastel- und Künstlergeschäftes für eine Verlängerung aus: Immer mehr Mitarbeiter seien erkrankt, es komme zu Personalmangel. Sie berichtet außerdem, dass die Kundschaft immer sehr verständnisvoll mit den Überprüfungen umgehe. Zwar sei die Stadt durch die Pandemie „ein bisschen zur Ruhe gekommen“, jedoch seien in ihrem Bereich keine allzu starken negativen Auswirkungen zu spüren. Sie wünscht sich sogar die Rückkehr zur 2G-plus-Regelung, um dem personellen Notstand entgegenzuwirken.



