Abo

Nach Nahles-RücktrittKlingbeil bestätigt: Führungstrio übernimmt SPD-Führung

2 min
KR_SPD 030619

Die SPD steckt in einer tiefen Krise.

Berlin – Die SPD wird nach dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles zunächst kommissarisch von einem Trio geführt. Generalsekretär Lars Klingbeil bestätigte am Montag, dass die Ministerpräsidentinnen von Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz, Manuela Schwesig und Malu Dreyer, sowie der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel den Job übernehmen.

Die Lösung gilt demnach bis zum Parteitag. Wann dieser genau stattfindet, steht allerdings noch nicht fest. Die drei stellvertretenden SPD-Vorsitzenden, die kommissarisch die Leitung der Partei übernehmen, wollen ausdrücklich nicht für den Parteivorsitz kandidieren. Das machten Dreyer und Schwesig am Montag in Berlin deutlich. Vielmehr solle das Trio den Übergangsprozess nach dem Nahles-Rücktritt gestalten. Mit Vizekanzler Olaf Scholz und dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil haben zwei mögliche Kandidaten für den Parteivorsitz bereits abgewunken.

Das könnte Sie auch interessieren:

Nahles hatte ihren Rückzug nach nur 13 Monaten an der Parteispitze am Sonntagmorgen in einem kurzen Schreiben an die Parteimitglieder angekündigt. „Die Diskussion in der Fraktion und die vielen Rückmeldungen aus der Partei haben mir gezeigt, dass der zur Ausübung meiner Ämter notwendige Rückhalt nicht mehr da ist“, heißt es darin. Nahles wird auch ihr Bundestagsmandat niederlegen und sich damit komplett aus der Bundespolitik zurückziehen.

Rufe nach einer SPD-Doppelspitze

In der Diskussion über ihre Nachfolge gibt es Rufe nach einer Doppelspitze. Unter anderem der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig plädierte dafür, „dass man sich da einfach breiter aufstellt“. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte mit Blick auf die Grünen: „Das ist etwas, womit die anderen offensichtlich ganz gut arbeiten können.“

Die Nahles-Nachfolge an der Fraktionsspitze soll kommissarisch der Kölner SPD-Abgeordnete und Fraktionsvize Rolf Mützenich übernehmen. Die ursprünglich für Dienstag geplante Neuwahl des Fraktionsvorsitzes wird nicht stattfinden. (afp/dpa)