Kanzler ungewohnt emotional„Kriegstreiber ist Putin!“ – Olaf Scholz verteidigt Ukraine-Politik gegen störende „Schreihälse“

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Europafest der SPD in Falkensee in Brandenburg: Olaf Scholz (SPD) spricht an einem Mikrofon, gegen laute Störer verteidigte der Kanzler ungewohnt emotional seinen Ukraine-Kurs.

Europafest der SPD in Falkensee in Brandenburg: Olaf Scholz (SPD) spricht an einem Mikrofon, gegen laute Störer verteidigte der Kanzler ungewohnt emotional seinen Ukraine-Kurs.

Beim Europafest der SPD störten einige Personen lautstark die Rede des Kanzlers, Olaf Scholz hatte deutliche Worte für die „Schreihälse“.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich bei einem Europafest der SPD lautstark gegen Störer gewehrt und die Hilfe für die Ukraine verteidigt. Eine Gruppe schrie unter anderem „Kriegstreiber“, „Frieden schaffen ohne Waffen“, „Hau ab!“ und „Wir sind das Volk!“.

Der Kanzler reagierte auf die vermeintlichen Friedens-Demonstranten mit einer für ihn ungewöhnlich emotionalen Replik: „Liebe Schreihälse“, rief Scholz am Freitag vor der Stadthalle in Falkensee bei Berlin. Putin sei „der Kriegstreiber“, „der hier von euch ausgeschrien wird, wenn ihr irgendeinen Verstand in euren Hirnen hättet“.

Krieg in der Ukraine: Scholz bekräftigt politischen Kurs

Der Kanzler machte deutlich, dass er keine Alternative zur Unterstützung für die Ukraine auch mit Waffen wegen des Angriffskriegs Russlands sieht. „Ja, das ist notwendig, wenn ein Land angegriffen wird, dann muss es sich, dann darf es sich verteidigen, was denn sonst?“, rief Scholz. „Putin will die Ukraine zerstören.“ Er habe viele Bürgerinnen und Bürger, auch Kinder und alte Menschen, getötet. „Das ist Mord.“ Er betonte: „Frieden und Freiheit sind von diesem Angriffskrieg bedroht.“

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Scholz bekräftigte in seiner Rede vor einer Vertreterversammlung der SPD Brandenburg in der Stadthalle die Hilfe für die Ukraine. „Es ist und bleibt richtig, die Ukraine zu unterstützen“, sagte er. „Wir tun es nach den USA am meisten als Deutsche.“ Er nannte finanzielle, humanitäre Hilfe und die Unterstützung mit Waffen. „Wir werden es alle gemeinsam tun, solange das notwendig ist.“

Der Bundeskanzler hatte der Ukraine stets Unterstützung zugesagt, war aber besonders in den ersten Monaten der russischen Invasion in der Ukraine durch öffentliche Passivität aufgefallen. Scholz galt eher als zurückhaltender und stiller Verhandler, das brachte dem Bundeskanzler auch Kritik ein. Mitte Juni 2022 reiste Scholz in die Ukraine, traf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und begutachtete die Schäden, die die russische Offensive in der Ukraine angerichtet hat. (mab/dpa)

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