HÜRTH. Einen neuen Anstrich verpassten Eltern und Schüler dem Raum der Klasse 5c am Ernst-Mach-Gymnasium. Am vergangenen Samstag rückte die freiwillige Malerkolonne an. Die Eltern von Julia dürfen sich von ihrem Einsatz demnächst an einem freien Tag erholen, den ihr Arbeitgeber RWE Rhein-Ruhr spendiert. Der Energieversorger trägt auch die Kosten.
Als Natalie und Willi Kornowski das Klassenzimmer ihrer elfjährigen Tochter zum ersten Mal betraten, stach es ihnen sofort ins Auge, dass der Raum renovierungsbedürftig war. Die Wände waren in Gelb und Giftgrün gestrichen, berichtete die Mutter schaudernd. Die Mitarbeiterin im Kundenservice von RWE Rhein-Ruhr in Brühl - dort ist auch ihr Ehemann beschäftigt - erinnerte sich an die Aktion Aktiv vor Ort ihres Arbeitgebers. Gut 1,5 Millionen Euro stellt das Unternehmen in diesem wie auch schon im vergangenen Jahr zur Verfügung, wenn Mitarbeiter für einen guten Zweck die Ärmel hochkrempeln. Obendrauf gibt s noch den freien Tag.
Uns ist sehr wichtig, soziale Projekte in unserem Versorgungsgebiet zu unterstützen, erklärte RWE-Kommunalbetreuer Siegbert Kobus. Auch für dieses Projekt bewilligte das Unternehmen 2000 Euro.
Fünf Eltern und die Schülerinnen Julia, Tina und Rubina schwangen von morgens bis abends den Pinsel und tünchten die Wände in den Farbtönen Mandarine 14 und Mandarine 12. Von dem Geld bezahlten die Eltern nicht nur die Farbe, sondern auch ein paar neue Regale, Bilderleisten, eine Magnettafel und eine Lampe fürs Waschbecken. Demnächst wollen sie noch den Fachraum für Erdkunde anstreichen. Der hat s dringend nötig, sagte die Klassenlehrerin Martina Lauscher.
Dass Eltern in ihrer Freizeit die Klassenräume ihrer Kinder anstreichen, sei nicht selten, sagte Bürgermeister Walther Boecker, der sich über das Engagement freut. Freie Tage werden dafür zwar selten gewährt. Aber die Farbe bekommen die Eltern von uns, versprach der Verwaltungschef.