KÖLN. Nur einen Satz war ihnen die brisante Nachricht wert: „Die KEC Kölner Eishockey Gesellschaft ,Die Haie mbH hat das Beschäftigungsverhältnis mit Götz Gessner mit sofortiger Wirkung beendet“, hieß es gestern in einer Pressemitteilung des Eishockey-Clubs, die aber das heutige DEL-Heimspiel gegen die Hamburg Freezers (19.30 Uhr) zur Nebensache werden ließ. Denn auch wenn der achtmalige deutsche Meister die peinliche Posse um seinen nun ehemaligen zweiten Geschäftsführer so niedrig wie möglich hängen will, hat die scheinbar von Gessner zu verantwortende Veröffentlichung von Details aus dem neuen Kölnarena-Vertrag beträchtlichen Flurschaden hinterlassen.
Kölnarena-Chef Ralf Bernd Assenmacher betonte zwar, „dass unser Verhältnis zum KEC nach wie vor top ist und dass wir alles tun werden, damit diese Ehe hält“. Doch die Aussagen von Arena-Justiziar Rolf Bietmann („eine peinliche Angelegenheit, da bei den Vertragsgesprächen absolute Vertraulichkeit vereinbart wurde“) lassen ahnen, dass es mächtig gekracht haben muss. „Ein unmöglicher Vorgang, dass nun alles an die Öffentlichkeit gelangte“, sagte Bietmann dem „Express“, dessen Veröffentlichung der Vertragsdaten (rund eine Million Euro Einsparung per anno für den KEC im Vergleich zum bisherigen Kontrakt) das Fass überlaufen ließ.
Gessner wies gestern gegenüber der Rundschau jegliches Verschulden zurück und kündigte die anwaltliche Regelung der Angelegenheit an: „Ich habe meinen Job gemacht und mir nichts vorzuwerfen.“ Thomas Eichin („Dazu möchte ich nichts sagen“) als eingetragener Geschäftsführer hat nun jedenfalls reichlich Mehrarbeit, da Gessner, einst auch bei der Kölnarena in leitender Position und im Führungszirkel der Haie nach diversen Verfehlungen in jüngster Zeit nicht gut gelitten, einige Baustellen beackerte. Dennoch wird der Posten nicht neu besetzt. „Früher habe ich im Finanzbereich auch alles allein gemacht“, sagte Eichin, dem in heillosem Chaos das Kunststück gelang, sich mit Trainer Doug Mason über eine weitere Zusammenarbeit zu einigen: „Wir werden mit Doug auf jeden Fall in die neue Saison gehen. Was darüber hinaus geht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen“, erklärte Eichin.
Mason deutete an, dass der neue „Einjahresvertrag“ mit der „Möglichkeit“ gekoppelt werden dürfte, „ein weiteres dranzuhängen“. Eine solche Option bekommt Bill Lindsay nicht - zumindest nicht zu denselben Bedingungen wie bisher. Der KEC-Stürmer, der einen schwachen Saisonstart hatte und erst jetzt auf Touren zu kommen scheint, wird diesen Umstand im Portmonee spüren. So er denn ein von Mason in Aussicht gestelltes reduziertes Vertragsangebot nach den Playoffs annimmt.
Und sonst? Gibt"s noch zu sagen, dass heute gegen Hamburg Mirko Lüdemann (Muskelverletzung) sowie die zuletzt erkrankten Daniel Rudslätt und Philip Gogulla wieder mitmischen können.