BERGHEIM-OBERAUSSERN – Versteckt im Wäldchen liegt in der Gemarkung Oberaußem, vom Ort durch die Kohlenbahn getrennt, das Rittergut Asperschlag. Der Heimatverein Niederaußem-Auenheim widmete der Geschichte des stattlichen Anwesens jetzt eine Ausgabe der Heimatblätter.
„Eigentlich liegt das Gut auf Oberaußemer Gebiet“, weiß Rolf Kremer, Ortsbürgermeister von Niederaußem und Vorsitzender der Heimatfreunde. Die Ruhestätte der Familie Zillikens, in vergangenen Jahrhunderten Herren auf Asperschlag, befindet sich jedoch auf dem Friedhof neben der Auenheimer Kirche. Das baue die Brücke für den Verein, sich mit dem Gut auf Nachbargrund zu beschäftigen. Ehrenpräsident Norbert Esser hat in mühsamer Kleinarbeit die Geschichte und Geschichten zum Anwesen zusammengetragen und für die 16. Publikation des Vereins aufgeschrieben.
Schon 1051 ist demnach die urkundliche Rede von Gütern des von Pfalzgraf Ezzo neu gegründetet Klosters Brauweiler. Dazu gehörten vier Wälder, von denen einer den Namen Asp trug. Gut 120 Jahre später wird ein Ritter Cunradus genannt, dem der Wald zur Nutzung zugeteilt wurde und der mit seiner Rodung (Schlag) begann. Nach wechselvoller Geschichte und mehreren Namensvarianten, wie Asperslo oder Asperslach entwickelte sich das Anwesen nach 1350 zur Wasserburg, („Castrum“) .
Das Baujahr 1750 des barocken Herrenhauses, vermutlich auf altem Keller errichtet, nennt der Schlussstein im Torbogen unter dem Allianzwappen der Familien Cloeth-Buschmann. Ab 1810 hören die Herren von Asperschlag auf den Namen Zillikens. Franz Zillikens verkaufte im vergangenen Jahrhundert das Anwesen an Rheinbraun, danach gehörte der Asperschlag Engelbert Baumann-Rath, dessen Neffe Georg Linzbach vom Büsdorfer Fronhof bis 2009 Besitzer war. Der Büsdorfer Ortsbürgermeister bewirtschaftet bis heute die Ländereien um das Gut.Beim Vorbeifahren hatten sich Edmund Radmacher und seine Partnerin Andrea Dung in den Hof verliebt. Zunächst blieb ihr Werben unerhört.
Dann ging es ganz schnell: Innerhalb weniger Tage waren der Landschaftsplaner und die Architektin Eigentümer und zogen sogleich ein. Zunächst in drei notdürftig renovierte Räume: ein Kinderzimmer für die Tochter, ein Schlafzimmer und die Kaminstube für den Aufenthalt. Bei weiteren Renovierungen mussten die neuen Besitzer feststellen, dass in den 60er Jahren höchst unfachmännisch gearbeitet wurde: Decken wurden mit Kunststoff abgehängt, Wände mit falschen Materialien verputzt und sogar der Schlussstein im vermutlich keltischen Kreuzgratgewölbe im Keller wurde zugunsten von Heizungsrohren herausgebrochen. Erhalten ist das barocke Eichen-Treppenhaus.
Seit zwei Jahren gleicht das Herrenhaus einer Großbaustelle. „Neun Jahre haben wir uns gegeben“, rechnet der neue Hausherr.Um die häuslichen Vibrationen durch die benachbarte Kohlenbahn zu dämpfen, soll auch der ausgetrocknete Ringgraben um das Rittergut wieder mit Wasser gefüllt werden. „Dazu brauche ich Tonerde. Vielleicht kann RWE sich da als Verursacher der Erschütterungen beteiligen.“ Brunnenwasser sei vorhanden.
Zurzeit wird ein Fachwerkhaus vor dem Hoftor saniert, von dem nach Entfernung von Hausbock und maroden Gefachen nur noch das Holzständerwerk zu sehen ist.Die Broschüre über das Rittergut, die auch den ehemals benachbarten Höfen Mohrenhof und Hellengut ein Kapitel widmet, ist bei den Mitgliedern und ihrem Vorsitzenden Rolf Kremer , Rufnummer (0 22 71) 5 31 04 , zum Preis von 3,50 Euro erhältlich.
