BERGHEIM. Neue Formen der Bestattung sollen in Zukunft auf den Friedhöfen der Kreisstadt möglich sein. Einen entsprechenden Beschluss hat der Ausschuss für Feuerwehr und städtische Dienste in seiner jüngsten Sitzung einstimmig gefasst. Um Erfahrungen zu sammeln sollen die neuen Bestattungsarten zunächst auf den Friedhöfen Bergheim, Oberaußem (Waldfriedhof) und in Quadrath-Ichendorf eingeführt werden und zwar ab dem 1. Januar 2009.
Zu den neuen Bestattungsarten gehören zum Beispiel Beisetzungen in pflegefreien Rasengräbern. Dabei entfällt die Grabpflege für die Angehörigen vollkommen. Einheitliche Grabsteinplatten in der Größe von 35 mal 35 Zentimetern werden flach in die Rasenfläche eingesetzt. Die Platte enthält den Namen des Verstorbenen und wird von einem von der Stadtverwaltung beauftragten Steinmetz angefertigt. Die Kosten tragen die Angehörigen. Pflege und Unterhaltung der Flächen übernimmt die Stadt. Damit die Pflege kostengünstig gestaltet werden kann, dürfen die Abdeckplatten lediglich von November bis März geschmückt werden.
Neu werden auch Beisetzungen in pflegefreien Baumgräbern, sogenannte Baumbestattungen, sein. Hierbei werden um die auf den Friedhöfen vorhandenen Bäume herum Felder für Urnenbestattungen in Kreis- oder in anderer gleichmäßiger Form angelegt. Ansonsten werden die Grabstellen und die umgebende Rasenfläche genau wie die Rasengräber angelegt und gepflegt. Der Baum, der im Laufe der Jahre mit wächst, dient als bleibender Bezug und bleibt so als wachsender Grabstein erhalten.
Die Flächen dieser beiden Bestattungsformen können als Friedhain bezeichnet werden, erläutert Hubert Orth, Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss. Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätten Skizzen angefertigt wie ein solcher Friedhain ausgestattet werden könnte.
Die Pachtgebühren für die pflegefreien Grabstätten sind mit etwa 1200 Euro für bis zu zwei Urnen höher als die für Urnenreihengräber (490 Euro), aber günstiger als bei einem Urnenwahlgrab, das für bis zu zwei Urnen 1440 Euro kostet. Die teuerste Form der Bestattung ist nach wie vor das Erdtiefengrab, das mit gut 2900 Euro Pacht für 30 Jahre zu Buche schlägt.
Die Möglichkeit der Bestattung in einer Urnenwand wird bisher nur auf zwei Friedhöfen angeboten, in Bergheim und in Oberaußem. Nunmehr soll auch auf dem Thorrer Friedhof eine Urnenwand in Stelenform aufgestellt werden. Zunächst vier Stelen mit je drei Kammern, die jeweils mit zwei Urnen besetzt werden können. Dies ist eine kostengünstige Variante, da die Zweier-Kammern mit einer Pacht in Höhe von knapp 1500 Euro preiswerter angeboten werden als die bisher üblichen Kammern für bis zu vier Urnen.
Schließlich beschäftigten sich die Mitglieder des Ausschusses noch mit dem Thema Friedwald. Das Stadtteilforum Rheidt-Hüchelhoven hatte bereits Anfang 2006 die Anlage eines solchen im neuen Bethlehemer Wald vorgeschlagen - nach der Verkippung und Rekultivierung des Braunkohlentagebaues Bergheim.
Grundsätzlich würde ein Friedwald von allen Fraktionen begrüßt werden, berichtet Hubert Orth. Wegen der erforderlichen Zustimmung und Mitwirkung des Bergbautreibenden konnte das Thema aber noch nicht endgültig behandelt werden. Inzwischen habe RWE aber generell und ausdrücklich seine Zustimmung gegeben. Die Stadtverwaltung will nun weitere Möglichkeiten, Konditionen und Verfahrensweisen mit Vertretern des Konzerns besprechen.