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ZieselsmaarKeine Gesundheitsgefährdung

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Nicht gerade zu Badespaß lud das gestrige Wetter ein. Wenn es denn sommerlich wird, rechnet der Betreiberverein wieder mit vollen Liegewie sen, denn eine Gesundheitsgefährdung besteht nicht. Lediglich Allergiker müssen sich vorsehen. (Foto: Ritter)

KERPEN-BRÜGGEN – Wenn am Sonntag laut Wetterbericht die Temperaturen wieder steigen, können sich Freiluft-Schwimmer ohne Bedenken auch in die Fluten des Zieselsmaar stürzen. Wie ein Gutachten des Hygiene-Instituts des Ruhrgebiets ergeben hat, stellt die Arsen-Belastung des Wassers aufgrund der niedrigen Konzentration keine Gefahr für die Gesundheit dar. Allerdings sei eine Anreicherung von Kobalt und Nickel gemessen worden, berichtete Heinz Fuhs vom Planungsamt im Umweltausschuss.

Gerade Badegäste, die gegen diese Metalle allergisch sind - insbesondere die Unverträglichkeit gegen Nickel ist weit verbreitet - sollten sich dementsprechend vorsehen. Darauf macht auch ein Aushang im Eingangsbereich der Badeanlage aufmerksam, weist aber auch darauf hin, das in früheren Jahren (1986 und 1998) vom Landesumweltamt höhere Nickel-Konzentrationen als derzeit gemessen wurden.

Peter Wirtz, Vorsitzender der Familien-Sportgemeinschaft Erftland-Ville, die den See seit 1976 von der Landesforstverwaltung gepachtet hat und bewirtschaftet, hat die Nachricht im Erleichterung aufgenommen. Andererseits sei die Wasserbelastung durch den Tagebau nichts wirklich Neues, sagt er und berichtet von einem großen Fischsterben in dem Gewässer Anfang der 80er Jahre nach Beendigung des Tagebaus.

„Die Gäste, die hierhinkommen, sagen, dass es sie nicht stört.“ Schließlich biete der Verein ein Angebot „wie an keinem anderen Badesee“ - unter anderem sorge die Ausrichtung auf FKK dafür, dass sich Besucher von weit her in Richtung Brüggen aufmachten. 700 Mitglieder zähle der Verein, in Hochzeiten tummelten sich mehr als 2000 Gästen auf der Anlage, berichtet Wirtz.

Seit einigen Jahren bereits macht die Grünen-Fraktion auf belastete Sickerwässer aus dem ehemaligen Tagebaugebiet Berrenrather Börde aufmerksam, insbesondere in den Zuflüssen zu dem Retentionsbecken im Industriegebiet Türnich III. Etliche Proben haben die Grünen an verschiedenen Stellen entnommen und analysieren lassen, die teilweise einen erhöhten Arsen-Wert sowie andere Anomalien aufwiesen.

Ein Gutachten des Erftverbands, das im Februar im Umweltausschuss vorgestellt wurde, machte die Ausschwemmung von Pyrit durch die frühere Tagebautätigkeit dafür verantwortlich. Erftverband und RWE sicherten angesichts der Sachlage zu, belastete Schlämme zu entsorgen. Auf Basis der Expertise hatte die SPD-Fraktion Befürchtungen geäußert, auch das Zieselsmaar könnte betroffen sein, und bei der Stadt die jüngste Untersuchung beantragt.

Nun soll noch ein dermatologisches Gutachten über die Auswirkungen von Kobalt und Nickel auf die Haut ausgearbeitet werden.