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Neuer Kölner Regierungspräsident„Halbe Sachen sind nicht mein Ding“

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Gregor Lange wird zum 1. März neuer Kölner Regierungsprädient. Aktuell ist er Polizeipräsident in seiner Heimatstadt Dortmund.

Gregor Lange wird neuer Regierungspräsident in Köln und bringt umfassende Erfahrung in der NRW-Verwaltungen mit. Wir haben mit ihm über seine Zukunft in Köln gesprochen.

„Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets mit rheinischem Einschlag“ sagt Gregor Lange. Am 1. März wird der jetzige Dortmunder Polizeipräsident neuer Kölner Regierungspräsident.

Eine Aufgabe, die er mit großer Freude und viel Elan angehen möchte, wie der 63-Jährige im Gespräch mit der Rundschau verrät. Aber er müsste lügen, wenn er nicht auch mit einem weinenden Auge aus seinem jetzigen Amt scheiden würde, fügt er an. Zwölf Jahre stand er der Kriminalitätshauptstelle seiner Heimatstadt vor und werde auch bis zum 28. Februar dort für eine ordnungsgemäße Übergabe sorgen. In seiner Amtszeit sei es gelungen – auch mit Unterstützung der Zivilgesellschaft – sowohl die „harte Neonazi-Szene“ als auch die Clankriminalität einzudämmen und die Dortmunder Nordstadt sicherer zu machen, bilanziert er.

Berufliche Erfahrung in drei Bezirksregierungen gesammelt

Für seinen neuen Job in der Domstadt bringt Lange viel Erfahrung im höheren Verwaltungsdienst von drei der fünf NRW-Bezirksregierungen mit. In Arnsberg war Gregor Lange als Dezernent in der Schulabteilung, als Pressesprecher sowie als Hauptdezernent für Personalangelegenheiten tätig, während er in Düsseldorf den Bereich gewerbliche Wirtschaft und Wirtschaftsförderung verantwortete. Als Leiter der Abteilung 3 bei der Bezirksregierung Münster steuerte er unter anderem die Kommunalaufsicht und die Regionalplanung. Unter seiner Verantwortung wurde 2013 der Regionalplan für das Münsterland verabschiedet.

Neuer RP mag Sport, Musik und rheinischen Humor

Nun also wird er zum 1. März Chef der Bezirksregierung in Köln. Eine Aufgabe, die Lange mit großem Einsatzwillen angeht. „Halbe Sachen sind nicht mein Ding“, sagt er der Rundschau. Priorität habe für ihn die Frage, „was wir für die Region tun können“, sagt Lange. Es gehe ihm vor allem um die Unterstützung der Kommunen, darüber wolle er als erstes mit seinem Vorgänger Dr. Thomas Wilk, den Führungskräften seiner Behörde als auch mit den Bürgermeistern ins Gespräch kommen. Köln kennt der Dortmunder nicht nur aus seiner Studienzeit in Bonn. In der damaligen Bundeshauptstadt studierte er in den 80er Jahren Jura, lernte aber auch die rheinische Mentalität und den Karneval lieben. Zudem bestehen familiäre Bande in die Domstadt. Die Schwester seiner Ehefrau lebt dort mit ihrer Familie. Zuletzt amüsierte er sich noch bei einem Auftritt des „Herrengedecks“.

BVB-Fan hat Sympathien auch für FC

Und wie hält es der neue RP, der übrigens Vater dreier erwachsener Söhne und einer kleinen Enkeltochter ist, mit dem FC? „Selbstverständlich drücke ich zu allererst dem BVB die Daumen“, sagt er. Wenn Schalke gegen Bayern spielt, dann auch Schalke und als drittem Club dem 1. FC Köln, aber nur wenn es nicht gegen seinen BVB geht. Sport ist auch für ihn selbst ein wichtiger Ausgleich: Laufen und Radfahren zählt er zu seinen Hobbys. In Köln ist er den Halb-Marathon gelaufen und mit dem Rad durch die Eifel gestrampelt, verrät er. Musik hört er – gerne von „Element of Crime“, aber auch von Brings und Bläck Fööss. Und er spielt selbst Klavier und Klarinette. Was er an Köln schätzt? Die Offenheit der Stadt und ihrer Menschen, sagt Lange. Oder wie es so schön heißt: Jeder Jeck es anders!