Live-Webcam filmt 16 NagerAuszeichnung für Siebenschläfer-Projekt vom Nabu Leverkusen

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Siebenschläfer Nabu

Da sind sie, die Siebenschläfer in ihrem Nistkasten. (Archivfoto)

  • Bilder vom Leben der Nager gehen per Livestream rund um die Welt

Leverkusen – 16 Siebenschläfer leben im Moment in Leverkusen und sie sind wohl weltweit die Nager mit der geringsten Privatsphäre. Eine Live-Webcam streamt das Leben aus sechs Nistkästen jeden Tag von 7 bis 23 Uhr ins Internet.

So soll die Aufmerksamkeit für die Nachtschwärmer mit den kleinen dunklen Knopfaugen und dem buschigen Schwanz erhöht werden, viele Leverkusener Schüler befassen sich durch das Projekt mit den Siebenschläfern und ihrem Lebensraum.

Laut Nabu haben im vergangenen Jahr 71 000 Interessierte aus 57 Ländern einen Blick in das Wohnzimmer der Siebenschläfer riskiert.

Im Moment bereiten sich die weiblichen Nager auf ihren Nachwuchs vor, die Männer wurden meist schon aus den Kästen verbannt. Der Siebenschläfer kommt grundsätzlich nackt, rosa und in Größe einer Bohne zur Welt, wächst dann innerhalb von sechs Wochen enorm und zieht sich spätestens ab Oktober zum Winterschlaf in Erdlöcher zurück.

Projekt läuft im vierten Jahr

Das weltweit einmalige Siebenschläferprojekt von Nabu und Bund ist bereits im vierten Jahr aktiv und wurde nun als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Überreicht wird der Preis an den Nabu-Vorsitzenden Erich Schulz stellvertretend für alle Beteiligten durch Janus Fröhlich, ehemaliger Schlagzeuger der Kölner Band „Höhner“.

Erich Schulz und Regine Kossler vom Nabu freuten sich über die Auszeichnung, die UN-Botschafter Janus Fröhlich (Mitte) ihnen in Opladen überreichte.

Erich Schulz und Regine Kossler vom Nabu freuten sich über die Auszeichnung, die UN-Botschafter Janus Fröhlich (Mitte) ihnen in Opladen überreichte.

Naturschützer Schulz hat die Tiere selbst vor einigen Jahren in einigen im Wald installierten Kästen entdeckt. Fröhlich erklärt die Auszeichnung mit den Worten „Schützen wir eine Art, schützen wir viele.“ Denn jeder Einsatz für eine Tierart kommt wiederum allen Tierarten in einem Ökosystem zugute.

Die Initiative der Vereinten Nationen möchte mit der Auszeichnung auf die bedrohte Artenvielfalt aufmerksam machen, die sich durch den menschlichen Lebensstil dramatisch verringert. Auch in Leverkusen muss sich der Naturschutz häufig hinter Stadtentwicklung und Wohnungsbau anstellen, bedauert Bürgermeister Gerd Wölwer. Und das obwohl beispielsweise eine wilde Streuobstwiese laut Regine Kossler, die das Siebenschläferprojekt federführend koordiniert, ebenfalls Wohnraum bietet. Nur eben nicht für Zweibeiner.

Die Webcam ist auf der Homepage des Nabu Leverkusen zu finden.

www.nabu-leverkusen.de

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