Firma Drösser ist insolventStahlhandel in Engelskirchen-Loope entlässt alle Mitarbeiter

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Das Firmengebäude in Loope.

Mit dem Umzug des Kölner Unternehmens auf das Rottländer-Gelände in Loope waren erhebliche Investitionen verbunden.

Nahezu den gesamten Personalbestand hat die Peter Drösser GmbH entlassen. Es gibt Hoffnung, die Stahlbearbeitungssparte retten zu können.

Die Stahlfirma Drösser mit Hauptsitz in der Engelskirchener Ortschaft Loope ist insolvent und hat rund 150 Mitarbeiter entlassen, was nahezu der gesamte Personalbestand ist. Der drastische Schritt, teilt David Döring, Mitglied der Geschäftsführung, auf Anfrage mit, sei erfolgt, nachdem in der vergangenen Woche ein wichtiger Teil des finanziellen Rettungsplans weggebrochen ist.

Erhebliche Investitionen in den Maschinen- und Fuhrpark

Die Peter Drösser GmbH ist erst seit 2019 in Loope ansässig, nachdem sie bereits 2003 das Gelände der Traditionsfirma Rottländer übernommen hatte. Stammsitz des Stahlhandelunternehmens war Köln-Mülheim, bis man an die Grenzen der Kapazitäten gestoßen war. Mit dem Umzug ging eine Neuausrichtung des Unternehmens einher, nämlich die Weiterentwicklung des Stahlhändlers zum Komplettanbieter für Stahlbehandlung.

Wie die beiden Drösser-Geschäftsführer Daniel Bopp und René Hülser in einer Ausgabe des Kundenmagazins aus dem vergangenen Jahr berichten, habe sich bald ein derart großer Erfolg eingestellt, dass die ursprünglich großzügig geplanten Neubauten schon nicht mehr ausreichten und sogar der Kölner Standort wieder reaktiviert wurde. Erhebliche Investitionen dienten dem Ausbau des Maschinen- und Fuhrparks und des Kundenkreises.

Kaum vorhersehbare Entwicklungen

Die Jahre 2020 bis 2022 seien dann von kaum vorhersehbaren Entwicklungen geprägt gewesen. „Zuerst stiegen die Stahlpreise in allen Kategorien und Werkstoffklassen rapide an und sorgten für enorme Verunsicherungen im Markt“, erläutert Daniel Bopp, Juniorchef der Drösser-Gruppe. „Dann kam es zu einer Marktberuhigung, verbunden mit leichten Preisrückgängen.“ Für die Materialbeschaffung, Lagerbevorratung und den Verkauf habe diese Unruhe erhebliche Probleme mit sich gebracht.

Wie David Döring als Sprecher der Geschäftsführung auf Anfrage ausführt, sei diese Entwicklung im Finanzplan nicht berücksichtigt worden, so dass das Unternehmen zunehmend in Schieflage geriet. „Wir haben dann seit Dezember versucht, eine neue Finanzierung auf die Beine zu stellen, die nun gescheitert ist.“ Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung hat das Amtsgericht Köln bereits am 1. März das Insolvenzverfahren eröffnet. Döring versichert aber, dass viele Kunden weiterhin an das Unternehmen glauben. „Wir werden mit Aufträgen zugeschmissen.“

Es gebe Hoffnung, zumindest die Stahlbearbeitungssparte retten zu können, die mit höheren Margen verbunden ist. „Aber noch ist nichts spruchreif. Wir versuchen, alle Mitarbeiter und Auszubildenden an Unternehmen im Kunden- und Lieferantenkreis zu vermitteln. Drösser ist ein Familienunternehmen und sehr am Wohl seiner Mitarbeiter interessiert.“

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