Reparatur fast fertigDie Wiehltalbahn bei Bielstein kann bald wieder fahren

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Zum Abschluss der Reparatur haben die Facharbeiter die Schienen wieder verschweißt.

Bielstein – Bald soll der Bergische Löwe wieder über den Fluss dampfen, vielleicht schon zu Ostern. Und wer weiß, in ein paar Jahren verkehrt hier vielleicht schon ein Schienenbus im Halbstundentakt. Der Förderkreis zur Rettung der Wiehltalbahn tut jedenfalls sein Bestes.

Im Sommer kam es an der Bahn zweimal zu starken Bränden

Die Reparaturarbeiten an der Eisenbahnbrücke nahe der Bielsteiner Brauerei stehen kurz vor dem Abschluss. Im Sommer 2020 hatte es dort zweimal so heftig gebrannt, dass die Feuerwehr anrücken musste.

Förderkreisvorsitzender Gerhard Mansel vermag nicht zu sagen, ob es ein Brandstifter war, der die Balken beschädigt hat, oder bloß eine Glasscherbe in der Sommersonne. Denn das Holz war trocken und vor allem alt. Als die Schwellen vor 21 Jahren eingebaut wurden, waren sie schon gebraucht gewesen.

Solch ein Materialrecycling hat nun wieder stattgefunden: Die neuen alten Balken sind 2018 nach der Erneuerung der Aggerbrücke in Osberghausen übrig geblieben und wurden den Wiehltalbahnern von der Deutschen Bahn überlassen. Neu würden sie pro Stück 200 Euro Kosten, schätzt Gerhard Mansel. Die für 40 Schwellen insgesamt eingesparten 8000 Euro sind für den Verein kein Pappenstiel.

Die Schäden waren schlimmer als erhofft

Auf 150 000 Euro wurden die Sanierungskosten einst beziffert. Mansel schätzt, dass inzwischen noch 25 000 Euro draufgekommen sind. Denn nach den Reinigungsarbeiten, mit denen die Wiehltalbahner Anfang August in Eigenleistung loslegten, traten bei einer Fachprüfung Schäden an den Stahlteilen zutage. Weil die DB sich jahrzehntelang den Korrosionsschutz gespart habe, seien auch die Rollen im Brückenlager hinüber gewesen, sagt Gerhard Mansel.

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Der Vermittlung des oberbergischen CDU-Landtagsabgeordneten Bodo Löttgen sei es zu verdanken, dass das Land 70 Prozent der Kosten als Förderung für ein verkehrshistorisch bedeutendes Bauwerk übernimmt. Um den Rest zu stemmen, ist der Förderkreis auf Spenden angewiesen. Die eigenen Mittel werden nicht ausreichen, sagt Mansel.

Jedoch darf er sich über Einnahmen in Höhe von etwa 10 000 Euro freuen, die in die Vereinskasse kamen, weil die Wiehltalbahn ihren Osberghausener Bahnhof für die Verladung von Borkenkäferholz zur Verfügung stellte. Bis heute sind dort 40 Züge mit insgesamt 50 000 Tonnen Holz abgefahren. 

Die Strecke soll modernisiert werden

Die Bauarbeiten haben auch immer wieder Zaungäste angezogen. Von einem älteren Herrn hat Mansel erfahren, dass die Brücke 1954 mit Dampfkränen über den Fluss gehievt wurde. Auch jetzt sind wieder Fachleute am Start. In dieser Woche haben sie auf rund 100 Metern Schienen zusammengeschweißt. Um diese in ein mittleres Ausdehnungsmaß zu bringen, wurden sie mit fahrbaren Gasbrennern auf 20 Grad vorgeheizt.

Hölzerne Schwellen wie hier gibt es übrigens nur auf etwa drei Prozent der Wiehltalstrecke. Der Standard sind Schwellen aus Thyssenstahl von 1933, die noch immer wie neu sind. „Wenn wir überall Holz hätten, hätte die Strecke längst stillgelegt werden müssen“, sagt Mansel. Wenn es nach ihm geht, werden aber auch die Stahlschwellen bald Vergangenheit sein. Nämlich dann, wenn die ganze Strecke für den regelmäßigen Verkehr von Grund auf modernisiert wird.

Als Vorgeschmack auf diesen Fahrplan soll in einem Jahr der Triebwagen auf der Wiehltalstrecke an den Start gehen, der derzeit von dem Verein „Kleinbahn Bielstein-Waldbröl“ restauriert wird und einst auf eben dieser Kleinbahnlinie verkehrte. Gerhard Mansel schwärmt: „Wenn wir die Trasse nach Waldbröl erst wieder in Stand gesetzt haben, könnte der Triebwagen die Fahrt ab Wiehl übernehmen. Das wäre in Kombination mit dem bergischen Löwen ein echtes touristisches Highlight.“

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