Frechen – Still ruhen die Flächen des künftigen Baugebietes an der Ammerstraße in Habbelrath – und vor Ende des Jahres wird sich daran auch nichts ändern. Dabei will Eigentümer RWE auf dem insgesamt 7,9 Hektar großen Gelände bis zu 120 Grundstücke mit Flächen von 350 bis 600 Quadratmetern als Bauland entwickeln. Was fehlt, ist nach wie vor das Baurecht. Eigentlich hatte RWE beabsichtigt, bereits Ende 2014 die Grundstücke zu verkaufen. Anfang 2015 sollten die Bauarbeiten beginnen.
Daraus wird nun nichts, weil Stadt und Unternehmen immer noch über den Erschließungsvertrag für das Gelände verhandeln. „Wir wollen, dass RWE dort eine zweigruppige Kita baut oder bauen lässt und den Ausbau der Grundschule Grefrath um vier Klassen übernimmt“, betont Bürgermeister Hans-Willi Meier.
Meiers Plan: Anders als bei anderen Baugebieten, wo die Investoren sich nur mit Geldleistungen an den Folgekosten des zu erwartenden Zuzuges junger Familien beteiligt hatten, sollte RWE in Habbelrath die „soziale Infrastruktur“ selbst errichten lassen. „Wir als Stadt haben dafür im Moment einfach keine Kapazitäten“, sagt Meier.
„Es gehört nicht gerade zu unserer Kernkompetenz bei RWE, Kitas zu bauen“, sagt Michael Hennemann schmunzelnd. Hennemann ist bei RWE Leiter der Abteilung Liegenschaftsprojekte und Liegenschaften Konzern und damit zuständig für die Vermarktung von Grundstücken, die für den Betrieb nicht mehr benötigt werden – wie an der Ammerstraße. Dass die Gespräche mit der Stadt wegen Kita und Schule ins Stocken gekommen wären, sieht Hennemann allerdings nicht. „Auch wenn wir selbst die Kita an der Ammerstraße nicht bauen, werden wir der Stadt aber einen Investor vermitteln, der die Kita betreibt, und im Zweifel Kosten übernehmen, die übrigbleiben“, erklärt er. Was den Ausbau der Grundschule in Grefrath betrifft, ist Hennemann vorsichtig: „Meines Wissens gibt es bisher keinen Schulentwicklungsplan, auf dem wir dabei aufbauen könnten.“
Grund für die Verzögerung sei das alles aber nicht, betont Hennemann. Dass es nicht ganz so schnell gehe wie erwartet, liege schlicht und einfach an Schwierigkeiten bei der Planung: „So mussten wir zum Beispiel bei der Entwässerung umplanen, weil die ursprünglich vorgesehene Ableitung in die Rekultivierung nicht umsetzbar war.“
Unterdessen verhandeln Stadt und RWE auch über eine Beteiligung des Unternehmens an der Entwicklung der Planzellen fünf und sechs im Stadtteil Grube Carl sowie über eine Korrektur der Stadtgrenze zu Kerpen.
„Es gibt da eine Ecke im Türnicher Gewerbegebiet, die zu Frechen gehört. Die wollen wir im Rahmen abtreten, damit RWE uns bei der Entwicklung nicht immer wieder beteiligen muss“, erklärt Meier. Während der Frechener Bürgermeister die Verhandlungen insgesamt – also auch im Zusammenhang mit der Ammerstraße – als „ein Paket“ betrachtet, stellt das Energieunternehmen dagegen klar, dass es sich um völlig unterschiedliche Projekte handele.
