KriminalitätBrandstifter aus Bergheim droht Einweisung in die Psychiatrie

Lesezeit 2 Minuten
Auf dem Foto ist der Löscheinsatz der Feuerwehr zu sehen, nachdem im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in Bergheim ein Feuer ausgebrochen worden war.

Das Feuer in einem Mehrfamilienhaus in der Kentener Heide war im Juli 2022 im Treppenhaus ausgebrochen.

Der 37-Jährige soll im Juli 2022 Feuer im Treppenhaus einer Obdachlosen-Unterkunft gelegt haben. Zwei Bewohner wurden verletzt.

Vor dem Kölner Landgericht beginnt am Freitag ein Verfahren, in dem es um die Unterbringung eines 37-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus geht. Der Mann soll am 7. Juli 2022 in Bergheim-Kenten eine schwere Brandstiftung begangen haben, aber nicht schuldfähig gewesen sein.

Dem Gericht zufolge soll der Beschuldigte Feuer in einem Mehrfamilienhaus gelegt haben, das von neun Personen bewohnt wurde. Zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt sollen sich sieben Personen im Gebäude aufgehalten haben.

In den Häusern sind überwiegend Obdachlose untergebracht

Nach der Brandnacht hatten die Einsatzkräfte mitgeteilt, dass zwei Personen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden seien. Massiv war der entstandene Sachschaden: Erhebliche Teile des Gebäudes waren nach dem Brand zunächst nicht mehr bewohnbar.

Alles zum Thema Amts- und Landgericht Köln

Bei dem Haus handelt es sich um eines von mehreren Doppelhäusern, in denen überwiegend Obdachlose untergebracht sind. Anlass für die mutmaßliche Tat soll dem Gericht zufolge gewesen sein, dass der 37-Jährige einen Umzug habe forcieren wollen.

Stadt Bergheim kündigte an, der Obdachlosigkeit entgegenzuwirken

Die Stadt hatte damals mitgeteilt, dass es aufgrund der „problematischen Sozialstruktur“ in diesem Teil Bergheims immer wieder zu Ausschreitungen komme. Um etwas dagegen zu unternehmen, habe die Stadt schon vor dem Brand veranlasst, dass eine Sozialarbeiterin und ein Wachdienst die Arbeit im Quartier aufnahmen.

Nach dem Vorfall kündigte Bürgermeister Volker Mießeler (CDU) weitere Schritte an, etwa die Gründung einer Arbeitsgruppe aus den Fachabteilungen der Kreisstadt, der Polizei und der Ordnungsbehörde. Auch arbeite die Stadt daran, der Obdachlosigkeit im Ort entgegenzuwirken.

Für das Verfahren sind vier Verhandlungstage angesetzt. Der Beschuldigte ist aktuell in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Vertreten wird er vom Kerpener Strafverteidiger Gundo Golla.

Rundschau abonnieren