Sperrung der A61Protest im Rhein-Erft-Kreis zieht immer größere Kreise

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Die Autobahn 61 ist sehr stark befahren. Der Blick von der Brücke der Landstraße 495 zeigt links die Fahrspuren in Richtung Venlo, die fünf Monate lang gesperrt werden.

Erftstadt/Kerpen – Der Protest gegen die geplante Sperrung der Autobahn 61 zieht immer größere Kreise. Wie zuvor in Bergheim hat nun auch der Stadtrat in Erftstadt eine Resolution verabschiedet, dass die Autobahn GmbH ihre aktuelle Planung zur Sperrung der A61 verwerfen soll. Vorgesehen ist von der Behörde, die Fahrbahnen in Fahrtrichtung Venlo auf einer Länge von 21 Kilometern fünf Monate lang wegen Sanierungsarbeiten zu sperren. Der Sanierungsbeginn ist für den 4. Juli vorgesehen, die Sperrung soll bereits zwei Tage zuvor gelten.

Auch der Rat in Erftstadt fordert, die Sperrung in Abschnitten vorzunehmen. Erster Beigeordneter Jörg Breetzmann sprach von einer „sinnvollen Teilungsmitte“ in Höhe des Kerpener Kreuzes. Überdies soll laut Resolution die Planung der Betonplattensanierung mit Erftstadt abgesprochen werden und die Kommunikation zwischen Kommune und Autobahn GmbH künftig deutlich verbessert werden.

Neues Verkehrschaos in Erftstadt befürchtet

Ferner fordert der Rat die Verwaltung auf, gegenüber der Autobahn GmbH zumindest weiträumige Umleitungen durchzusetzen und so das Verkehrsaufkommen infolge von Umleitungen beispielsweise in den Stadtteilen Gymnich und Dirmerzheim herauszuhalten. Wie berichtet, wurde die Fahrbahn der L 162 in Gymnich gerade erst erneuert. Befürchtet wird, dass durch ein neuerliches Verkehrschaos neue Schäden an der Fahrbahn angerichtet werden.

Auch der Kerpener Stadtrat hat beschlossen, eine Resolution auf den Weg zu bringen. Kerpens Bürgermeister Dieter Spürck stimmte seinem Amtskollegen Volker Mießeler aus Bergheim in seiner Ansicht zu. „Ich teile die Auffassung, dass die Kommunikation der Autobahn im mindesten verbesserungswürdig ist.“ Alternativen wären beispielsweise eine Sperrung, aber mit einer freien Fahrspur oder Bauarbeiten in verschiedenen Teilabschnitten, anstatt komplette 21 Kilometer Strecke abzusperren.

Stadt Kerpen findet Vollsperrung problematisch

Die Stadtverwaltung Kerpen bezeichnet die Vollsperrung der Autobahn 61 als problematisch, es drohe ein Verkehrschaos. Eine bessere Kommunikation der Autobahn mit den vor allem betroffenen Kommunen Erftstadt, der Kreisstadt Bergheim und Kerpen wäre notwendig gewesen.

Landrat Frank Rock sagte auf Anfrage, die Autobahn GmbH habe Vorschläge, um eine einseitige Vollsperrung zu verhindern, „gut begründet“ zurückgewiesen. Gleichwohl wisse er, dass die Sperrung der Autobahn eine hohe Belastung für die Bürgerinnen und Bürger und für die heimische Wirtschaft bedeute. Der CDU-Politiker weiter: „Allerdings müssen die Belange und Sorgen der Anliegerkommunen von der Autobahn GmbH ernst genommen werden.“ Daher habe er mit dem zuständigen Direktor Kontakt aufgenommen.

Auch Bedburg verabschiedet Resolution

Auch der Rat der Stadt Bedburg hat sich mit einer Resolution an die Autobahn GmbH gewandt und aufgefordert, die Planung zur Vollsperrung der A 61 zu verwerfen und die Sanierung stattdessen in Abschnitten vorzunehmen. Die Planung zur Betonplattensanierung der Fahrbahn solle mit den anliegenden Städten im Rhein-Erft-Kreis abgesprochen werden. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

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Er habe ihm zugesichert, dass die Kommunikation mit den Kommunen mit Blick auf die Herausforderungen der einzelnen Verkehrssituationen Priorität haben werde. Die Autobahn GmbH werde kurzfristig mit allen betroffenen Kommunen ein gemeinsames Gespräch suchen. Nach Informationen unserer Zeitung soll dies am morgigen Donnerstag geschehen.

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