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Schulturnhalle und SchwimmbadDas klamme Ruppichteroth könnte Sanierung geschenkt bekommen

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Ruppichteroth Bröltalbad

Das Bröltalbad ist in die Jahre gekommen, doch eine Modernisierung kann sich die klamme Kommune nicht leisten. 

Das Bröltalbad soll barrierefrei werden, die Turnhalle vergrößert. Das Beste: Ruppichteroth könnte die nötigen Millionen geschenkt bekommen. 

Üblicherweise sind Fördergelder für die Sanierung öffentlicher Gebäude an Eigenmittel geknüpft. Also: Land oder Bund zahlen zwar den Löwenanteil, die Kommune muss aber 20 Prozent oder mehr aufbringen. Viele Projekte wurden daher schon ersatzlos gestrichen. Beim Bröltalbad und der Schulturnhalle Schönenberg kann das klamme Ruppichteroth nun aber auf ein Millionen-Geschenk hoffen.

75 Prozent der Sanierungskosten würden aus dem Bundestopf  „Sanierung kommunaler Sportstätten“ fließen, die restlichen 25 Prozent könnten aus der Strukturförderung des Landes Nordrhein-Westfalen kommen. Insgesamt geht es um knapp neun Millionen Euro, mehr als vier Millionen für die teils marode Turnhalle, knapp 4,7 Millionen für das Hallenbad.

Ohne die Millionen vom Land fallen die Sanierungsprojekte in Ruppichteroth ins Wasser

Wie immer gibt es einen Wettlauf der Städte und Gemeinden, die Gelder sind begrenzt, nicht jedes Projekt kommt zum Zuge: Bis zum Stichtag 15. Januar mussten die Anträge gestellt werden, der nötige Ratsbeschluss war bis spätestens Ende Januar nachzureichen. Das ist gelungen, die Kommunalpolitik sprach sich erwartungsgemäß einstimmig für das Verfahren aus.   

Ohne die knapp 2,2 Millionen Euro des Landes, die den Eigenanteil der finanziell schwachen Gemeinde Ruppichteroth ersetzen, sei die Finanzierung erneut zu prüfen, so die Verwaltung. Gegebenenfalls müssten die Anträge komplett zurückgezogen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Fall die Umbauten und Reparaturen ins Wasser fielen, ist groß.   

Der ursprüngliche Bau der Schulturnhalle mit Sammelumkleide, Lehrerumkleide und Sanitärräumen wurde 1960 errichtet, dieser Gebäudeteil ist zur Straßenseite eingeschossig, zur Talseite zweigeschossig. Im Untergeschoss des unterkellerten Umkleidetrakts befanden sich früher Unterrichts- und Fachräume der Grundschule. Ein weiterer, zweigeschossiger Gebäudeteil mit zwei getrennten Umkleideräumen, zwei Sanitärbereichen und einer Lehrer- beziehungsweise Schiedsrichterumkleide mit eigenem Sanitärbereich, wurde im Jahr 1986 seitlich angebaut.

Sporthalle von 1960 soll energetisch saniert werden

Der gesamte zweigeschossige Komplex ist nicht barrierefrei zugänglich. Die Halle wird sowohl vom Grundschulverbund Winterscheid-Schönenberg, als auch für den Vereins- und Breitensport genutzt. Da eine Sanierung des Trakts von 1986 zu teuer ist, soll dieser abgerissen werden. Der dreigeschossige Ersatzbau werde größer. Das Obergeschoss soll künftig den Vereinen zur Verfügung stehen.

Die Sporthalle von 1960 soll energetisch saniert, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Photovoltaik installiert und das Dach repariert werden; die alte Erdgasheizung wird durch eine Anlage für erneuerbare Energien ersetzt. Die Planung, die Vertretern des Bröltaler SC 03 vorab im Rathaus vorgestellt wurde, erläuterte der Architekt in der Ratssitzung.

Das Bröltal-Bad, erbaut Ende der 1960er-Jahre, wurde bereits 2011 energetisch saniert. Es verfügt über ein acht mal 25 Meter großes Mehrzweckbecken und einen Hubboden, so dass die Wassertiefe variabel zwischen 80 Zentimetern und zwei Metern angepasst werden kann. Neben baulichen Erhaltungsmaßnahmen sind laut Gemeinde weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz sinnvoll und notwendig.

Das Ruppichterother Hallenbad soll barrierefrei und attraktiver werden

Außerdem sollen die Barrierefreiheit hergestellt und die Attraktivität gesteigert werden. Dabei gehe es um den Austausch der großen Fensterfront mit innenliegender Wärmebank, die Sanierung von Boden- und Wandflächen sowie des Beckenkörpers mit Überlaufrinne.

Im Umkleide- und Sanitärtrakt müsse die Lüftungsanlage ertüchtigt und eine funktionale Trennung zwischen dem Beckenbereich und dem Bereich der Umkleiden und Sanitärräume geschaffen, sowie die Boden- und Wandbereiche saniert werden. Investiert werden müsse auch in die Licht- und Wassertechnik. 

In einem neuen, zweigeschossigen Anbaus auf der Ostseite könnten barrierefreie Umkleiden und Sanitäranlagen für mobilitätseingeschränkte Nutzer entstehen, auch eine kleine Sonnenterrasse. Die Planung, die zunächst Vertretern der DLRG Ortsgruppe Ruppichteroth im Rathaus gezeigt wurde, stellte der Architekt im Gemeinderat vor.

Die Verwaltung und die Politik haben ihren Part erfüllt. Nun heißt es Warten und Hoffen.