Vollsperrung in den SommerferienBahnchaos zwischen Köln und Bonn droht

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2018 hatte die Bahn die Oberleitungsanlagen zwischen Brühl und Sechtem erneuert. Jetzt sind die übrigen Abschnitte zwischen Hürth und Bonn mit Ausnahme der Bahnhöfe an der Reihe.

  1. Ein Oberleitungsschaden hat am Mittwochabend den Verkehr auf der Bahnstrecke zwischen Köln und Bonn für drei Stunden zum Stillstand gebracht.
  2. Zudem sorgten irreführende Lautsprecherdurchsagen und Falschinformationen auf den elektronischen Hinweistafeln im Kölner Hauptbahnhof für völlige Verwirrung
  3. Nicht nur bei den Fahrgästen, sondern auch bei den DB-Mitarbeitern.

Köln/Bonn – Wegen der Störung am Mittwoch, setzte die Bahn Schienenersatzverkehr ein und forderte die Kunden auf, die Stadtbahnen der KVB in Richtung Bonn zu benutzen. Während der Zugverkehr am Mittwoch gegen 21 Uhr wieder aufgenommen werden konnte, droht den Fahrgästen auf der linksrheinischen Strecke im kommenden Jahr eine dreiwöchige Vollsperrung, wie die Bahn am Donnerstag mitteilte. Die komplette Oberleitungstechnik zwischen Hürth-Kalscheuren und Brühl, sowie Bonn und Sechtem wird 2020 erneuert. Die derzeitige Technik stammt aus den 50-er Jahren. Zwischen Brühl und Sechtem waren Fahrdraht und Masten bereits 2018 ausgetauscht worden. 

Die jetzt angekündigte Erneuerung betrifft nach Angaben der Deutschen Bahn nur die freien Strecken. Die Oberleitungen in den Bahnhöfen Brühl, Sechtem und Roisdorf sind erst 2024 an der Reihe. Die Deutsche Bahn investiert zehn Millionen Euro.

Durchgehende Sperrung erst in zweiter Bauphase

Gearbeitet wird in zwei Bauphasen. Die erste beschränkt sich auf die Nachtstunden, jeweils von 22 bis 5.30 Uhr, und dauert von Montag, 6. Januar, bis Freitag, 1. Mai. In dieser Zeit werden die Fundamente eingebracht sowie neue Stahlmaste errichtet. Laut Bahn kommt es zu einzelnen Zugausfällen, über die die Verkehrsunternehmen noch berichten werden. Die Bahn sei bemüht, dass die Mittelrheinbahn (RB26) ihren Fahrplan weitgehend erfüllen kann, sagte ein Sprecher des Nahverkehr Rheinland (NVR). 

Oberleitungsausbau

Das wird gemacht

320 neue Oberleitungsmasten Insgesamt werden auf der rund zwölf Kilometer langen überwiegend zweigleisigen Strecke zwischen Hürth und Brühl, sowie Sechtem und Bonn 25 Kilometer Oberleitungsanlagen, bestehend aus Kettenwerk mit Fahrdraht, Isolatoren und über 320 Oberleitungsmasten neu gegründet und errichtet. Die Fahrdrähte bestehen aus hochfesten modernen Metalllegierungen und sollen dadurch belastbarer und langlebiger sein. Zeitgleich werden im Bereich Roisdorf an der Strecke Lärmschutzwände errichtet und neue Verkabelungen für das einheitliche europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS (European Train Control System) vorbereitet.  

In der zweiten Bauphase während der NRW-Sommerferien von Samstag, 18. Juli, bis Montag, 10. August, muss dann die Strecke für die Erneuerung und den Rückbau aller Oberleitungsanlagen durchgehend gesperrt werden. In den drei Wochen ist der Streckenabschnitt zwischen Sechtem und Bonn komplett gesperrt, zwischen Hürth-Kalscheuren und Brühl soll tagsüber der Zugbetrieb eingleisig ermöglicht werden, wohl aber nur in Fahrtrichtung Süden. In Richtung Norden werden wohl nur Busse fahren können, wie der NVR-Sprecher weiter sagte. Über die genauen Auswirkungen will die Bahn noch informieren.

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Ursache des Oberleitungsschadens zwischen Kalscheuren und Sechtem am Mittwoch soll übrigens nicht der sanierungsbedürftige Zustand der Technik, sondern ein defekter Stromabnehmer eines Güterzuges gewesen sein, sagte ein Sprecher von DB Regio. Aus Sicherheitsgründen habe für die Dauer der Reparatur aber der Strom im gesamten Abschnitt abgeschaltet werden müssen. Ausdrücklich entschuldigte sich der Sprecher für das Durcheinander im Kölner Hauptbahnhof. 

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