Köln – Wenn der 1. FC Köln vor seinem bedeutungsschwangeren Spiel beim SV Werder Bremen (Freitag, 20.30 Uhr/DAZN) eines nicht gebrauchen konnte, war es unnötige Aufregung. Als die obligatorische Pressekonferenz am Donnerstag erst mit 75 Minuten Verspätung beginnen konnte und das für 13 Uhr angesetzte Abschlusstraining auf 14.15 Uhr verschoben werden musste, war aber klar, dass es im Lager der Geißböcke beim Wunsch nach Ruhe bleiben würde. Eine Reihe unklarer Corona-Testergebnisse störten den Ablauf der Vorbereitung erheblich. Der FC konnte erst um 17.15 Uhr für alle Spieler Entwarnung geben. Erst in einem flugs anberaumten zweiten Durchlauf der kurz nach Mitternacht durchgeführten Tests im Marsdorfer Labor Wisplinghoff fielen alle Ergebnisse negativ aus.
Niklas Süle positiv getestet
Vier Stunden vor dieser positiven Nachricht hatten sich die FC-Verantwortlichen in Erklärungsnöten befunden. Auch, weil die allgemeine Situation dadurch erschwert war, dass Niklas Süle am Sonntag positiv auf Corona getestet wurde. Der Nationalspieler hatte am Samstag beim 2:1-Sieg von Bayern München in Köln 90 Minuten auf dem Feld gestanden. „Unklar bedeutet weder positiv noch negativ. Aus Vorsicht haben wir das Training nach hinten verschoben. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen uns keine positiven Fälle vor“, erklärte Horst Heldt.
Er hätte noch berichten können, dass es so viele unklare Ergebnisse gab, dass eine fehlerhafte Testauswertung wahrscheinlich war. Übrigens kein unnormaler Vorgang, denn unklare Ergebnisse bei Corona-Tests hat es auch beim FC in der Vergangenheit gegeben. Durch die diesmal früher durchgeführten Tests kam es nur diesmal auch an die Öffentlichkeit. „Die Reise nach Bremen ist ein paar 100 Kilometer weit. Wir haben die frühe Variante gewählt, um schnellstmöglich Ergebnisse zu haben. Wir haben mal um 7.30 Uhr getestet, das war für die Jungs schwieriger“, erklärte Heldt das Prozedere. Ein Vorgehen, das letztlich unter anderem dazu führte, dass Spielmacher Ondrej Duda aus Sicherheitsgründen erst nach Trainingsbeginn am Geißbockheim vorfahren konnte und nicht mit der Mannschaft im Zug nach Bremen fahren konnte. Der Slowake reiste dann am Abend nach.
Sorge vor dem 17. sieglosen Spiel
Zu einem Spiel, das für den FC sehr wichtig. Die Kölner sind in dieser Saison noch ohne Sieg und besetzen mit zwei Punkten nach sechs Spieltagen den Relegationsplatz in der Fußball-Bundesliga. Eine Niederlage an der Weser und der FC wäre saisonübergreifend 17 Spiele sieglos – was einer kompletten Halbserie entspricht.
Mut schöpfen Gisdol und sein Team aber aus den jüngsten drei Partien mit den beiden Remis gegen Frankfurt und Stuttgart sowie der achtbaren Niederlage gegen den Meister aus München. „Wir haben gegen Bayern gezeigt, wie konsequent wir verteidigen und wie gut wir umschalten können. Uns würde es helfen, mal in Führung zu gehen.“ Markus Gisdol geht davon aus, dass seine Mannschaft aus einem 1:0 heraus das nötige Selbstbewusstsein aufbauen kann, um konstant Sicherheit in den eigenen Vortrag zu bekommen.
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„Wir hören aus Bremen, dass sie erwarten, uns zu schlagen“, goss Gisdol auch noch etwas Öl ins Motivationsfeuer. Als wenn das schmachvolle 1:6 am letzten Spieltag bei den Grün-Weißen der vergangenen Saison nicht reichen würde: „Das ist ein Dorn im Auge bei den Spielern, die dabei waren. Auch bei den neuen Spielern ist das präsent. Da ist noch etwas, das wir regeln wollen“, kündigte der FC-Coach an. Horst Heldt hat den Auftritt nicht vergessen, der die Kölner eine Millionen-Summe an TV-Geldern kostete und Werder letztlich den Klassenerhalt ermöglichte: „Das war sicherlich keine Ruhmes-Leistung. So etwas nervt. Wir haben jetzt die Gelegenheit, es besser zu machen. Bremen ist gut gestartet, das wird nicht einfach.“
Voraussichtliche Aufstellungen: Werder Bremen: Pavlenka; Veljkovic, Moisander, Friedl; Gebre Selassie, M. Eggestein, Groß, Mbom; Chong, Bittencourt; Sargent. – 1. FC Köln: T. Horn - Wolf, Bornauw, Czichos, J. Horn; Skhiri, Özcan; Limnios, Duda, Jakobs; Andersson.


