„Aktenzeichen XY“Viele Menschen bewegt der Fall Petra Nohl in Köln – ein sehr interessanter Hinweis zur Tat

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Der Mord geschah am Wegesrandes des Zugweges an der Albertusstraße im Jahr 1988. Viele Jecken passierten damals den Weg am Tatort vorbei. Foto: Rundschau-Archiv

Der Mord geschah am Wegesrandes des Zugweges an der Albertusstraße im Jahr 1988. Viele Jecken passierten damals den Weg am Tatort vorbei.

Am Mittwochabend wurde der Kölner Fall um einen Mord an einer Kölnerin in einer Karnevalsnacht 1988 beleuchtet. Nach der Sendung gab es fünf Anrufe und zahlreiche Einträge auf Facebook.

„Einfach nur traurig“. „Es ist wichtig, dass dieser Fall aufgeklärt wird, damit die Familie abschließen kann“. Oder: „Ich erinnere mich noch an den Fall“.

Der gewaltsame Tod der 24-jährigen Kölnerin Petra Nohl bewegt die Menschen auch fast 35 Jahre nach dem Fall. In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ wurde am Mittwoch in einem langen Film über das Verbrechen berichtet und auf der Facebook-Seite des Senders gab es viele Beiträge und Trauerbekundungen. Nach der Sendung gab es fünf Anrufe im Zusammenhang mit der Ausstrahlung, darunter ein „sehr interessanter Hinweis“, wie es in der Sendung hieß.

Petra Nohl nach Feier angegriffen und erwürgt

Bei dem nicht aufgeklärten Mordfall geht es um die alleinerziehende Mutter Petra Nohl (24). Nach der Trennung von ihrem Mann zog die Frau wieder bei ihren Eltern ein. Am Samstag, 13. Februar 1988, ging Petra Nohl mit zwei Freundinnen zum Karneval. Sie feierten den ganzen Abend im „Colon“ an der Breitestraße, das damals auch unter dem Namen „Bier-Dorf“ bekannt war –   unter der heutigen Opernpassage. Dort verbringen die Frauen die meiste Zeit in der Disco „Chari Vari“. Gegen 4 Uhr lieh sich Petra Nohl von einer Freundin 100 D-Mark und wollte allein in eine andere Disco am Ring weiterziehen. Etwa 600 Meter vom „Colon“ entfernt, in der Albertusstraße, wird sie von einer unbekannten Person angegriffen, geschlagen und schließlich erwürgt.

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Täter entwendet die Handtasche der Kölnerin

Die Tat findet hinter einem Bierstand statt, der dort bereits für den Umzug am Karnevalssonntag bereitsteht. Das Motiv für die brutale Tat ist unbekannt, der Täter nimmt aber Petra Nohls Handtasche mit einem auffälligen Biene-Maja-Motiv mit.

Markus Weber, Leiter der Kommission „Cold Case“, die alte Mordfälle wieder neu aufrollen, sprach von neuen Erkenntnissen: Faserspuren, die am Tatort gefunden wurden, lassen Rückschlüsse auf die damalige Kleidung des Täters zu. Vieles spreche dafür, dass er eine schwarze Lederjacke trug, dazu Moonwashed-Jeans und cognac-braune Schuhe, möglicherweise Cowboystiefel.

Weber sagte weiter: „Möglicherweise hat der Täter nach den ganzen Jahren von der Tat erzählt“. Er hofft, dass Mitwisser sich nun melden. Möglich sei, dass der Mörder Petra Nohl an der Albertusstraße aufgelauert hat. Es sei auch nicht auszuschließen, dass die 24-Jährige den Angreifer kannte und spontan dort traf. Eine Vergewaltigung habe es nicht gegeben. „Dies schließen wir aus“, so Weber. Möglich sei aber, dass der Täter dies plante. Die Kölner Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

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