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Bürgerzentren funken SOSEinnahmen brechen wegen Corona dramatisch ein

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Büze Ehrenfeld

Das Bürgerzentrum Ehrenfeld und die 13 anderen Bürgerzentren haben wegen Corona stark sinkende Einnahmen.

Köln – Sie sind beliebte Treffpunkte in den Veedeln, leisten wertvolle Arbeit für die Gesellschaft und bieten eine Fülle von Angeboten für Jung und Alt. Für lokale Initiativen und Vereine sind sie wichtige Anlaufstellen. Doch jetzt geraten viele Kölner Bürgerzentren wegen der Corona-Pandemie in eine existenzbedrohende Krise. Ihre Einnahmen sind dramatisch eingebrochen, weil sie ihre Räume nicht wie gewohnt vermieten können und mit ihrer Gastronomie weitaus weniger verdienen als bisher.

In einem Brandbrief an Oberbürgermeisterin Henriette Reker schlägt der Arbeitskreis „Kölner Elf“, in dem 14 Bürgerzentren organisiert sind, Alarm. „Wir wissen, dass wir in den kommenden Monaten Verluste machen, die wir nicht auffangen können. Bereits jetzt sind Einnahmeverluste in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro entstanden“, heißt es in dem Schreiben. Die 14 Unterzeichner fordern die OB auf, die Bürgerzentren mit Geld aus dem städtischen Haushalt zu retten. Ihr Vorschlag: Vorhandene, aber noch nicht verplante Mittel für Bürgerbegegnungsstätten sollen für den Erhalt der Zentren genutzt werden.

Das Problem betrifft neben den vier städtischen Häusern vor allem die zehn Bürgerzentren in freier Trägerschaft. „Die Situation ist sehr dramatisch“, sagt Julia Dill, Geschäftsführerin des Trägervereins der Alten Feuerwache, der 15 feste Mitarbeiter und viele Honorarkräfte beschäftigt. Wegen der Corona-Auflagen habe man vom 16. März bis 2. Juni schließen müssen. Einnahmen aus der Raumvermietung – für die Finanzierung des Bürgerzentrums enorm wichtig – brachen weg. Die Gastronomie sei zwar seit 11. Mai wieder auf, doch könne man Corona-bedingt viel weniger Gäste bewirten als vorher. Inzwischen vermiete man auch wieder Räume, doch die Erlöse seien gering. „Statt 30 Nutzer dürfen nur noch sieben oder acht in einen Raum. Manche Gruppen kommen deshalb jetzt nicht mehr.“ Dill schätzt die Verluste durch Corona bereits auf mehr als 100 000 Euro in diesem Jahr. Zwar bezuschusst die Stadt alle Bürgerzentren. Doch die Hälfte des Jahresetats von 1,2 Millionen Euro muss der Trägerverein der Feuerwache selbst erwirtschaften. „Ohne Hilfe von der Stadt droht uns die Insolvenz“, so Dill.

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Andreas Pöttgen, Geschäftsführer des Bürgerzentrums Ehrenfeld, schildert dieselben Nöte: „In unseren großen Saal dürfen statt 250 nur noch 34 Personen rein, in den kleinen 15 statt 70.“ Die Hälfte des Jahresetats von 1,5 Millionen stamme aus Vermietung und Gastronomie. „Dort fehlen uns massiv Einnahmen.“ Ohne Hilfe der Stadt drohe der gemeinnützige Trägerverein tief in die roten Zahlen zu rutschen. Normalerweise koche man täglich 600 Essen für Schulen und Kitas, das sei wegen Corona vorerst ausgefallen. Um zu helfen, habe man stattdessen als erste Einrichtung in der Stadt bereits im März wieder eine Essensausgabe für Bedürftige geöffnet und Nachbarschaftshilfen organisiert. „Die Arbeit geht weiter, die Einnahmen fehlen.“ Auch Wolfgang Bergmann, Vorstandsmitglied im Trägerverein des Bürgerzentrums „Mütze“ in Mülheim, berichtet von hohen Verlusten. „Unsere ganze Kalkulation ist über den Haufen geworfen.“ Reker müsse den Bürgerzentren eine Perspektive geben. Ihr Sprecher erklärte: „Die OB nimmt die Situation der Bürgerzentren sehr ernst.“ In Kürze werde Reker den Arbeitskreis der Kölner Elf besuchen.