Köln – Das Ziel ist ehrgeizig. Nichts weniger als die „5G-Hauptstadt“ möchte Stadtdirektor Dr. Stephan Keller aus Köln machen. Und das so schnell wie möglich, ergänzte Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Schnelle Datenverbindungen sind entscheidend für Unternehmensansiedlungen.“
1504 Adressen schlecht versorgt
1504 Adressen in der Stadt sind mit 5400 Anschlüssen unter 30 Megabit pro Sekunde versorgt. Darunter sind auch Firmen. 26 113 Adressen sind nicht „gigabitfähig“. Die Gebäude stehen meist in den Veedeln am Stadtrand. „Die Telekommunikations-Unternehmen haben bisher in erster Linie dort investiert, wo sie mit einer Leitung viele Verträge abschließen konnten. Mietshäuser mit vielen Parteien in der Innenstadt“, weiß Keller.
Maßnahmenpaket
Der „Gigabit Masterplan Cologne“, den der Rat kürzlich beschlossen hat, nimmt die Außenbezirke in den Blick. Der Stadtdirektor stellte ein Maßnahmenpaket vor. Ziel ist der flächendeckende Ausbau des Glasfasernetzes und der 5G-Antennen bis 2025. In einem ersten Schritt werden die am schlechtesten versorgten Adressen einen Glasfaseranschluss bekommen. Dafür werden 40 Millionen Euro aufgewendet. Der stadteigene Anteil liebt bei vier Millionen. „Es wird Bundeszuschüsse geben aus den Erlösen der 5G-Lizenzen“, erklärte Keller. Die Oberbürgermeisterin hat gestern den Antrag auf Förderung unterschrieben.
Stadtweite Ausschreibung
In einem zweiten Schritt sollen die 26113 Adressen gigabitfähig gemacht werden. Dafür wird es eine stadtweite Ausschreibung geben. „Natürlich mit der Maßgabe, dass die unterlegenen Anbieter im Anschluss die Leitungen des Ausschreibungssiegers nutzen dürften“, machte Keller deutlich. Er rechnet mit Investitionen in Höhe von 250 Millionen Euro. Vor allem der Tiefbau sei teuer. Henriette Reker lobte die gute Zusammenarbeit von NetCologne und der Telekom. In der Stadtverwaltung wird eine Informationsstelle eingerichtet,
Viele kleine Sender nötig
In der letzten Ausbaustufe soll stadtweit ein 5G-Netz eingerichtet werden. Das ist unerlässlich, wenn man das autonome Fahren erlauben möchte. „Für 5G brauchen wir nicht die heute üblichen großen Handy-Antennen auf den Dächern. Für 5G sind viele kleine Sender nötig, die natürlich alle an das Glaserfasernetz angeschlossen werden.“ Orte für diese Sender könnten Bushaltestellen und Straßenlaternen sein. (ran)
