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Gala-Abend im GürzenichDas ist das Programm der Prinzenproklamation in Köln

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Festlicher Rahmen: Der Gürzenich ist traditionell der Schauplatz der Prinzenproklamation.

Festlicher Rahmen: Der Gürzenich ist traditionell der Schauplatz der Prinzenproklamation.

Teil des Programms am Freitag sind unter anderem Cat Ballou, das Herrengedeck und die Brassband Druckluft. 

Für Niklas Jüngling, Clemens von Blanckart und Stefan Blatt wird am Freitagabend im Gürzenich ein karnevalistischer Lebenstraum Wirklichkeit. In der „guten Stube der Stadt“ wird aus den drei Freunden der Prinzen-Garde am Freitagabend das Kölner Dreigestirn. Rund um den Akt der Proklamation hat das Festkomitee erneut ein buntes Programm zusammengestellt.

Orchester ist der rote Faden des Abends

Im ersten Teil, wenn das Publikum am aufnahmefähigsten ist, geht es vor allem um Inhalte und ums Zuhören. Für den Auftakt sorgt das Orchester von Matthias Heßeler, der die Ouvertüre selbst geschrieben hat. Musical-Sängerinnen und -Sänger unterstützen das Orchester auf der Bühne. „Wir verstehen das Orchester nicht nur als Saalkapelle“, sagt Ralf Schlegelmilch, der im dritten Jahr für das Programm der Proklamation zuständig ist. Das Orchester in Big-Band-Stärke ist tatsächlich eher roter Faden des Abends und an so ziemlich allen Nummern beteiligt.

Die Proklamation ist auch in diesem Jahr alles andere als eine klassische Karnevalssitzung, sondern vielmehr ein Gala-Abend. Das ist Schlegelmilch wichtig zu betonen. „Wir sind immer auf der Suche nach besonderen Präsentationsmöglichkeiten. Etwas, was man aus den klassischen Sitzungen nicht kennt.“

Bereits 2023 traten JP Weber, Volker Weininger und Martin Schopps bei der Prinzenproklamation im Gürzenich auf.

Bereits 2023 traten JP Weber, Volker Weininger und Martin Schopps bei der Prinzenproklamation im Gürzenich auf.

Bestes Beispiel für die aufwendige Gestaltung der „Pripro“ ist der Programmpunkt, der unter dem Titel  „Fastelovend-Komplott – Das Duell“ steht. Das inszenierte Duell tragen das Kwartett Latäng, bestehend aus vier Streicherinnen, das Orchester und die Brassband Druckluft unter sich aus. Musikalischer Gegenstand ist der Bläck-Fööss-Titel „Am Dom zo Kölle“. Bei der Auswahl der Protagonisten bewiesen die Programmplaner ein glückliches Händchen. Dass Druckluft mit der „Karnevalsmaus“ den mutmaßlichen Hit der Session liefern würde, war bei der Planung noch nicht abzusehen. Sehr wahrscheinlich, dass der Song in Form einer Zugabe auch bei der Proklamation seinen Platz finden wird.

Bereits 2022 und 2023 zählten die wortgewandten und musikalischen Auftritte des Herrengedecks zu den Highlights der Proklamation. In diesem Jahr kehren JP Weber, Volker Weininger und Martin Schopps als Trio zurück auf die Gürzenich-Bühne.

Das Festkomitee stellt die Session in diesem Jahr unter das Motto „Alaaf – Mer dun et för Kölle“ und dankt damit allen Menschen, die sich ehrenamtlich in Köln engagieren – weit über den Karneval hinaus. Nicht weniger als „ein Feuerwerk auf das Ehrenamt“ erwartet Schlegelmilch daher bei der klassischen Festrede, die Stadt- und Domdechant Robert Kleine hält. „Ich finde es toll, dass wir hier dem Thema Kirche wieder eine Bühne geben können.“ Vom Kölner Männer-Gesang-Verein folgt ein Karnevals-Medley mit Titeln aus verschiedenen Jahrzehnten.

„Pripro“-Debüt für Torsten Burmester

Wenn Niklas Jüngling im zweiten Teil des Programms zu Prinz Niklas I. wird, Clemens von Blanckart zu Bauer Clemens und Stefan Blatt zu Jungfrau Aenne, dann wird auch Torsten Burmester sein Proklamations-Debüt feiern. Denn der Oberbürgermeister ist traditionell derjenige, der den Tollitäten ihre Insignien  – Pritsche, Stadtschlüssel und Spiegel – übergibt und das Dreigestirn proklamiert. „Da freue ich mich drauf“, sagt Schlegelmilch. „Er wird das rhetorisch gut und sehr authentisch machen.“

Abschluss mit Cat Ballou

Nach dem protokollarischen Teil steuert die Luftflotte den tänzerischen Höhepunkt bei, für eine „emotionale Sondersituation“ sorgen aus Sicht des Programmgestalters dann Stefan Knittler und Fründe. Knittler, der für seine eingekölschten Welthits bekannt ist, hat schon vor einigen Jahren David Bowies „Heroes“ zu „Helde“ umgetextet. Das passt an diesem Abend perfekt zum Sessionsmotto. Unterstützung bekommt Knittler unter anderem von Kempes-Feinest-Frontfrau Nici Kempermann, Micky Brühl, Marita Köllner, Andreas Wiemer und dem Männerchor „Laut aber Schief“. Für den Abschluss des Programms sorgt dann als einzige klassische Band Cat Ballou – ebenfalls mit Orchester-Unterstützung. 


WDR zeigt Zusammenschnitt am Sonntag

1300 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Karneval werden im Gürzenich Platz finden. Die Proklamation des Kölner Dreigestirns ist wie in jedem Jahr ein bedeutendes Zusammentreffen der Kölner Stadtgesellschaft. Es gibt keine Tickets im freien Verkauf. Moderator ist zum letzten Mal Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn, der sein Amt am Ende der Session niederlegen wird.

Der WDR zeigt am kommenden Sonntag, 11. Januar, um 20.15 Uhr einen knapp über zweistündigen Zusammenschnitt der Prinzenproklamation.