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Kommentar zu Weiberfastnacht in KölnEin jecker Tag voller Trauer und surrealer Bilder

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So sah die Altstadt an Weiberfastnacht nur selten aus. Vielen war nicht nach feiern zumute.

Köln – Weiberfastnacht war in diesem Jahr voller Trauer, voller surrealer Bilder: Leere Gassen in der Altstadt, leere Kneipen in den Veedeln und eine Demonstration für den Frieden im Zentrum. Die Nachrichten aus der Ukraine haben die Stadt geschockt, schnell war vielen nicht mehr nach Feiern zumute.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker und das Festkomitee sind diesem Gefühl gefolgt. Die Absage des Rosenmontagszuges ist konsequent und richtig. Weil der Karneval nun einmal große Bilder produziert. Eine Karawane der guten Laune, die nun deplatziert wirkt.

Natürlich kann jeder für sich entscheiden, ob er feiern will oder nicht. Und die Zeiten sind auch ohne Putins Marschbefehl keine leichten, da kommt jeder Hoffnungsschimmer gerade recht. Aber ein Rosenmontagsfest im Stadion, das passte nun einfach nicht mehr.

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Die Zülpicher Straße dagegen war zum Auftakt des Straßenkarnevals völlig außer Rand und Band. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass es dort vor allem ums kollektive Trinken geht. Mit dem Brauchtum und offenbar auch dem Weltgeschehen hat das Publikum nicht viel zu tun. Köln kann in den nächsten Tagen zeigen, dass der Karneval auch leise Töne kann. Dass er sich zurücknehmen kann und Hoffnung geben kann. Viel mehr geht derzeit nicht.