„Skywalk“ für KölnGipfelsturm auf den Bogen der Lanxess-Arena in Deutz soll bald möglich sein

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Die Lanxess-Arena

Das Klettern auf dem Henkelmännchen soll bald Wirklichkeit werden.

Bereits im kommenden Jahr soll die Besteigung des Arenabogens ermöglicht werden. Die Verantwortlichen peilen einen moderaten Preis an.

Der Rhein wird quer durchs Bild fließen, im Hintergrund ragen Dom und Colonius in die Höhe, womit so ziemlich jedem klar sein sollte, wo dieses Bild entstanden ist. Und vorne werden Menschen wahlweise mit einem triumphierenden Lächeln oder blanker Angst im Gesicht stehen, was vom Ausmaß der jeweiligen Höhenangst abhängen dürfte. Denn das Foto soll in 76 Metern Höhe aufgenommen werden, auf einer Plattform, die an höchster Stelle auf dem Bogen der Lanxess-Arena installiert werden soll. Der „Skywalk“ soll nach derzeitiger Planung in der ersten Jahreshälfte 2024 eröffnet werden.

Dass die Arena nebenbei auch Kletterhalle wird, ist seit acht Jahren Traum von Hallenchef Stefan Löcher. „Nun sind alle Hürden genommen und wir befinden uns in der finalen Abstimmung mit den Eigentümern der Arena“, berichtet Löcher. Die statische Prüfung habe keinen Hinderungsgrund ergeben, der TÜV sei involviert, die Baugenehmigung in Aussicht gestellt. „Es sieht alles sehr gut aus“, meint der Hallenchef erleichtert. Auch ein Betreiberkonzept haben die Arena-Verantwortlichen ausgetüftelt, um der Stadt eine neue Attraktion zu liefern.

Gipfelplattform mit fest installierte Fotokamera

Ähnlich wie im Kletterwald werden abenteuerlustige Menschen demnächst Helm und Klettergeschirr tragen und sich mit einem Seil in einer Sichererungsleine einklinken, die mittig über den drei Meter breiten Bogen gespannt werden soll. Die Tour wird auf der Nordseite der Halle beginnen, wo der 380 Tonnen schwere Stahlbogen im Boden verschwindet. Über Stufen wird es hinauf gehen, zunächst sehr steil, mit zunehmender Höhe wird die Neigung flacher. Oben soll auf Geländer links und rechts verzichtet werden, die Erfahrung habe gezeigt, dass sich die Menschen instinktiv vom Abgrund fernhalten und Richtung Mitte streben.

Noch nicht ganz zu erkennen, aber zu erahnen: Auf dem höhsten Punkt des Bogens soll die Plattform für Erinnerungsfotos installiert werden.

Noch nicht ganz zu erkennen, aber zu erahnen: Auf dem höhsten Punkt des Bogens soll die Plattform für Erinnerungsfotos installiert werden.

Höhepunkt des spektakulären Treppensteigens soll schließlich eine Gipfelplattform sein, auf der eine Fotokamera fest installiert ist. Diese wird Erinnerungsfotos schießen. Mit Dom und Rhein. „Die Kletterpartie soll eine Anziehungskraft für Köln entwickeln, wir werden sicherlich einige Influencerinnen und Influencer rauf schicken, damit die Bilder große Verbreitung finden“, wünscht sich Löcher. Eine Millionensumme will die Arena für die Attraktion investieren. Für Kölnerinnen und Kölner oder Gäste der Stadt soll das Abenteuer erschwinglich bleiben. Der exakte Preis steht noch nicht fest, doch angepeilt werde ein Betrag unter 50 Euro pro Person.

Bei den Touren auf den Arena-Bogen sollen künftig Führerinnen und Führer dabei sein. Für sie ist eine Seite des Bogens reserviert, auf der anderen Seite des mittigen Sicherungsseils sollen dann Gruppen hinaufgeführt werden. Und wieder hinunter.


Vorbilder

Klettertouren werden auch über Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke, die Müngstener Brücke bei Solingen, angeboten. Hier dauert eine geführte Tour etwa 2,5 Stunden, der Preis für Erwachsene liegt bei 79 Euro.

Auch die Harbour Bridge im australischen Sydney lässt sich bei einer Klettertour besteigen. In der Weltmetropole ist das Klettervergnügen deutlich teurer, hier zahlen Erwachsene 364 australische Dollar, umgerechnet sind das etwa 217 Euro. Hier müssen 1332 Treppenstufen bewältigt werden, um dann in 134 Metern Höhe einen Rundblick über die Hafenstadt und auf die Oper zu erlangen. Auch hier entstehen einzigartige Fotos der Klettergruppen. (tho)

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