Funktioniert ein Festival, das für Gießen konzipiert wurde, auch in Köln? Am Samstag gab es die Antwort.
Feuerprobe für neues FestivalSo feierte Köln am Tanzbrunnen „Stadt ohne Meer“

Gute Laune beim neuen Festival „Stadt ohne Meer“ im Tanzbrunnen.
Copyright: Meike Böschemeyer
Wenn man sich Köln und Gießen anschaut, denkt man erst einmal nicht, dass beide Städte viel gemeinsam haben. Seit diesem Samstag hat sich das geändert. Da wurde Köln nämlich auch zu einer „Stadt ohne Meer“. Das „Stadt ohne Meer“-Festival wurde 2018 von der Gießener Band „OK KID“ ins Leben gerufen und findet seitdem jeden Sommer dort statt.
„Wie schön wäre es denn, ein Festival direkt vor der Haustür zu haben?“, dachten sich die Bandmitglieder, die Köln zu ihrer Wahlheimat gemacht haben. Also stellten sie die Kölner-Version im Tanzbrunnen auf die Beine. Und holten den Erfolg aus Gießen hierhin.
Die rund 80 Quallen, das Markenzeichen des Festivals, die extra mit einem Lkw aus Gießen nach Köln gebracht wurden, glitzerten den ganzen Tag lang mit der Sonne um die Wette. Bis 22 Uhr wurde ausgelassen gefeiert, ganz egal zu welchem Musikgenre. Ob Gute-Laune-Indiepop von Jeremias und Blumengarten oder deutscher Hip-Hop von Paula Hartmann und Apsilon − das Publikum hatte genug Energie, um den Festival-Tag zu feiern. Ganz besonders war dabei der eigene Auftritt der Gründerband. OK KID eröffnete das Festival, übrigens mit ihrem vorerst letzten Auftritt.
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Die Grundidee des Festivals: einen Ort ohne Diskriminierung, Sexismus, Rassismus und jede Form von Ausgrenzung oder Grenzüberschreitungen zu schaffen. „Stadt ohne Meer“ soll sowohl für die Besucher als auch für die Künstler ein sicherer Ort sein, um unter fairen Bedingungen ausgelassen feiern zu können. Beim Festival ging es längst nicht nur um Musik. Organisationen wie Viva con Agua oder SOS Humanity sammelten für den guten Zweck. auch für das Bürgerzentrum in Ehrenfeld wurde gesammelt.
Richtig gut gehen lassen
Am „Strand ohne Meer“ konnten es sich die Besucherinnen und Besucher richtig gut gehen lassen: Mit Domblick ein erfrischendes Getränk in der Sonne genießen und das Getümmel der Menge gegen einen gemütlichen Liegestuhl eintauschen. Um trotzdem noch alle Bühnen-Acts mitzubekommen, wurde das Rondell im Mittelpunkt des Tanzbrunnens zum Kreativmarkt umgewandelt. Auf dem Kölner Floh- und Kreativmarkt „Obstmarkt“ konnten die Besucher nicht nur Muscheln selbst bemalen oder durch die Stände mit Schmuck und anderen selbstgemachten Kleinigkeiten schlendern, auch das eigene Festival-Makeup konnte mit viel Glitzer oder kleinen Zahnsteinchen aufgefrischt werden. Nach dem offiziellen Teil im Tanzbrunnen ging es dann mit Beginn der Nachtruhe auf die andere Rheinseite in den Club Bahnhof Ehrenfeld und ins YUCA, um bei der „Nacht ohne Meer“ bis in die frühen Morgenstunden miteinander weiter zu feiern.