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Wie würde Köln nächsten Sonntag wählen? AfD legt laut Umfrage in Köln massiv zu

AfD Symbolbild

Das Logo der AfD. Symbolbild.

Köln – Schwarz-Grün bestätigt sein Wahlergebnis, die SPD verliert leicht und die rechtsgerichtete AfD legt massiv im Vergleich zu 2014 zu: Das ist laut Bild-Zeitung das Ergebnis einer Emnid-Umfrage, die analysierte, wie die Kölner wählen würden, wenn am Sonntag Wahl wäre. Laut Bild soll die CDU 3500 Menschen befragen haben lassen. Auf Nachfrage der Rundschau wollte die Fraktion sich nicht äußern, die Umfrage sei für den internen Gebrauch bestimmt. Sie sagte auch nichts dazu, wer die Umfrage bezahlt. Sie stammt aus dem Januar, die nächste Kommunalwahl findet 2020 statt.

Das Ergebnis: Die CDU vereint 27 Prozent auf sich (2014: 27,2 Prozent), die SPD 23 (29,4), die Grünen 19 (19,5), die FDP 9 (5,1) und die Linken 7 (7). Die AfD verdreifacht fast ihre Werte von 3,6 auf nun 10 Prozent. Aber woher kommt dieser Zulauf – möglicherweise aus dem konservativen Spektrum, also der CDU?

Interessanter Einblick für die Konkurrenz der CDU

Durch die Umfrage bekommen die Kontrahenten der CDU sozusagen frei Haus einen Einblick auf die politische Bewertung durch den Bürger – und das knapp ein Jahr nach Aufploppen der skandalträchtigen Stadtwerke-Affäre um die gescheiterte Berufung des früheren SPD-Fraktionschefs Martin Börschel zu deren Geschäftsführer. In der CDU sind auch Mitglieder verstimmt, dass sie aus der Zeitung von den Zahlen erfuhren.

Alles zum Thema Henriette Reker

Die Ergebnisse bieten interessante Gedankenspiele: Demnach hätte das aktuelle schwarz-grüne Minderheitsbündnis im Stadtrat zumindest eine Perspektive für eine weitere Legislaturperiode. Da die FDP weiter zulegt, könnte ein Jamaika-Bündnis eine Option sein. 2015 unterstützten diese drei Parteien Oberbürgermeisterin Henriette Reker im OB-Wahlkampf. Anders als vor sechs Jahren wird 2020 neben einem neuen Stadtrat gleichzeitig aber auch Kölns Stadtoberhaupt gewählt.

Das macht die Entscheidung schwieriger, ob sie sich erneut hinter Reker versammeln: Können die Parteien glaubhaft für sich selbst werben und gleichzeitig mit dem Konkurrenten eine gemeinsame OB unterstützen? Reker selbst will sich spätestens bis zur Sommerpause entscheiden. Wie berichtet, sprachen sich im vorigen August 61 Prozent der Befragten einer Forsa-Umfrage gegen eine weitere Reker-Amtszeit aus. Tritt möglicherweise CDU-Fraktions- und Parteichef Bernd Petelkau selbst an?

Die SPD verlöre zwar weiter an Boden, angesichts der dramatischen Verluste im Bund hielte sich der Schaden in Grenzen.