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Schlag für KarnevalsvereinePachtvertrag mit Betreiber des Pullman in Köln beendet

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Zu sehen ist das Pullman-Hotel in der Kölner Innenstadt.

Das Pullman-Hotel in der Kölner Innenstadt.

Karnevalsvereine verlieren damit einen wichtigen Veranstaltungsort bei ohnehin knapper Saal-Landschaft in Köln. Die zukünftige Nutzung des Hotels bleibt unbekannt.

Das Pullman-Hotel an der Helenenstraße ist seit Jahrzehnten eine feste Institution nicht nur in der hochwertigen Hotellandschaft Kölns, sondern auch im Karneval. Unter anderem war es die Hofburg des Kölner Dreigestirns, dem man fast ein halbes Jahrhundert lang bis 2018 gebührend Platz bot – bis das Trifolium ins Dorint umzog. Nicht zuletzt war das Pullman auch Heimat der „Ärm-en-Ärm“-Sitzung der Altenhilfe der Kölnischen Rundschau, die gerade erst wieder mit großer Begeisterung abgehalten wurde.

Doch die karnevalesken Zeiten scheinen vorbei, vorerst zumindest. In einem Schreiben an die Karnevalsvereine, die dort traditionell ihre Sitzungen abhalten, informierte General Manager Sabine Von der Wolf über die fristgerechte Beendigung des Pachtvertrages und das Ende des operativen Geschäfts des jetzigen Betreibers Essendi Ende 2026 und bestätigte dies auch gegenüber der Rundschau. Das Haus dankte für das „große Vertrauen und die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren“, auch macht man dort aus der Enttäuschung über die Entscheidung keinen Hehl: „Unser Bedauern über diesen Schritt können wir kaum in Worte fassen“, wird Van der Wolf in dem Schreiben zitiert.

Unser Bedauern über diesen Schritt können wir kaum in Worte fassen.
Sabine Van der Wolf

Auch sei man sich im Hause bewusst, dass die Ankündigung zu einem „ungünstigen Zeitpunkt“ käme. Aber man habe zeitnah, nach Kenntnis der Ankündigung des Betreibers, die betroffenen Vereine informieren wollen. Man biete gerne an, einen gemeinsamen Termin zu finden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Die Nippeser Bürgerwehr erreichte die Nachricht am Donnerstag, während gerade die eigene Mädchensitzung im Sartory lief. „Damit rechnet man natürlich nicht mitten in der Session, in der man mit ganz anderen Themen beschäftigt ist“, sagt Präsident Michael Gerhold. Zwei Sitzungen des Traditionskorps waren für 2027 im Pullman geplant. Ob diese stattfinden können, sei nun unklar. Mehr könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Weitere Nutzung noch unklar

Über die weitere Nutzung des Pullmans sind noch keine Details bekannt. Die Immobilie war kürzlich erst von der Art-Invest für rund 60 Millionen Euro an die schwedische Pandox AB verkauft worden, mit der Accor aber der Betreiber beibehalten worden. Pandox ist ein europäisches Hotelimmobilienunternehmen, dessen Geschäft laut deutsch-schwedischer Handelskammer zwei Segmente umfasst: Pandox besitzte und vermiete nicht nur Hotelimmobilien, sondern betreibt auch selbst Hotels. Das Portfolio umfasse hauptsächlich große Hotelimmobilien mit hochwertigen Hotels. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im Zentrum Stockholms.

Dass der Pachtvertrag nicht verlängert wurde, könnte auf ein Betreiber-Modell von Pandox selbst hindeuten. Eine Bestätigung dafür gab es aber bis Redaktionsschluss nicht. Auch darüber, ob man dem Sitzungskarneval weiterhin Raum geben wird, kann momentan nur spekuliert werden. In anderen Kölner Pandox-Häusern wie dem Radisson Blu an der Messe ist dies bislang zumindest nicht der Fall.

Zu sehen sind Karnevalisten im Pullman-Hotel.

Die Benefizsitzung „Ärm en Ärm“ zu Gunsten der Rundschau-Altenhilfe im Pullman war ein voller Erfolg.

Die Vereine hängen nun also erst einmal in der Luft, was ihre Sitzungen 2027 angeht. Die meisten Verträge waren mittel- und langfristig abgeschlossen worden, das Verhältnis zu Geschäftsleitung und Personal den Vereinen zufolge immer sehr herzlich und freundlich. Zumal es um die Saal-Landschaft in Köln nicht allzu gut bestellt ist, die wenigen bislang noch freien Säle dürften schnell vergeben sein. Und nicht zuletzt sorgt man sich nun natürlich um die Künstler-Buchungen. Mehrere Hundert dürften es wohl sein, schätzt man in der Branche.

Die Besucherinnen und Besucher der „Ärm en Ärm“-Kostümsitzung brauchen sich darum allerdings keine Sorgen machen: „Wir prüfen sowohl die Option, dass der Betrieb des Hotels unter neuem Namen weitergeht, als auch die Option, in einen alternativen Saal von ähnlicher Größe und Lage zu gehen“, erklärt Julia Heinen, Vorsitzende der Rundschau-Altenhilfe. Die Sitzung am 13. Januar 2027, für die gerade der Kartenverkauf begonnen hat, wird auf jeden Fall stattfinden.