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Anwohner-ParkausweisUmstellung aufs Selbstausdrucken verzögert sich

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50 000 Kölner haben einen Bewohner-Parkausweis.

Köln – Für Henriette Reker gibt es keinen Zweifel: Köln ist auf dem Weg zu einer digitalen Metropole. Die Oberbürgermeisterin geizt nicht mit Beispielen für die digitale Transformation: Über Bauarbeiten im Veedel soll es bald Push-Meldungen aufs Handy geben, Mikromessstellen ermitteln eines Tages den gesündesten Radweg, und wer mit dem Bürgerservice der Stadt sprechen möchte, wird dazu nicht mehr stundenlang in der Meldehalle warten müssen. So sieht zumindest die rosarote Zukunft der bürgernahen, digitalen Stadtverwaltung aus.

In der nüchternen Realität sind einige Stolpersteine davor. Schon im Dezember 2016 hatte die Stadt vollmundig den Bewohnerparkausweis zum Selbstausdrucken angekündigt. Bislang werden die rund 50 000 Besitzer eines Parkausweises alljährlich angeschrieben.

Im Briefkasten findet sich ein Überweisungsträger. Wer diesen schnell genug ausfüllt und seinen Ausweis um ein Jahr, 18 Monate oder zwei Jahre verlängert, bekommt fristgerecht einen neuen Ausweis zugeschickt. Die Kosten: 30, 45 oder 60 Euro. So viel zum seit Jahren etablierten Verfahren.

Start war für 2017 geplant

In der neuen digitalen Welt bezahlt der Kunde seinen Ausweis elektronisch, ausdrucken kann er das Dokument dann am heimischen Drucker. Anstelle eines Mitarbeiters gleicht das System die Daten von Kfz-Zulassungsstelle und Einwohnermeldeamt ab. Der Ausweis erhält einen QR-Code, den die Politessen dann mit der Scan-Funktion ihres Smartphones abrufen können. Die Stadt will dafür 400 neue Android-Handys anschaffen. Soweit der Plan.

Ende 2016 hatte der erste Probelauf stattfinden sollen, Mitte 2017 sollten alle Bürger von der Innovation profitieren können. Nur passiert ist das nicht.

Es sei zu Verzögerungen gekommen, weil der Softwarehersteller noch „Anpassungen“ habe vornehmen müssen, teilt die Stadt mit. Es geht konkret um den Spezialfall, dass der Inhaber eines Parkausweises nicht Halter des Fahrzeuges ist. Dies erfordert eine zusätzliche Bescheinigung, die in den elektronischen Ablauf integriert werden muss.

Software-Probleme

Auch die Verwaltung habe noch Nachbesserungsbedarf gesehen, so dass die Umsetzung 2017 nicht stattfinden konnte. Leider habe der Softwarehersteller die Anpassungen auch nicht wie versprochen bis Januar 2018 umgesetzt, sagt eine Stadtsprecherin. Es werde angestrebt, im September dieses Jahres den neuen Service anbieten zu können. Dann würde es für ganz Köln gelten.

Vorreiter kann Köln mit dem Projekt nicht mehr werden. In Städten wie Neuss, Aachen, Gütersloh, Witten, Flensburg, Offenbach und Frankfurt ist es längst möglich, den Bewohnerparkausweis elektronisch zu bezahlen und daheim auszudrucken. Die Stadt ist sicher, dass auch die Kölner den Service gut annehmen werden. Zumal immer mehr neue Bewohnerparkgebiete dazu kommen: im Sommer Sülz-Nord I und II, im nächsten Jahr unter anderem Ehrenfeld.