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Kostenlos und mehrsprachig Uniklinik Köln bietet Kurse zum Thema Hygiene

Zu sehen ist eine Hand in Gummihandschuh mit einem gelben Putzschwamm.

Das Programm „Hygiene to go“ ist eine interaktive Schulung rund um das Thema Hygiene. (Symbolbild)

Die Uniklinik Köln bietet ab Januar kostenlose Kurse zum Thema Hygiene an – auch auf Türkisch. Schwerpunkte sind dabei Körperhygiene, Wohnraumhygiene und Schlafhygiene.

Auf dem Lenkrad im Auto und dem Schwamm in der Küche – hätten Sie gewusst, wo sich die meisten krankheitserregenden Keime im Alltag befinden? „Beim Stichwort Hygiene meinen viele: Aber es ist doch alles sauber?“, sagt Marcus Redaèlli, Arzt und Gesundheitsökonom an der Uniklinik Köln. Weit gefehlt, denn auf die Feinheiten komme es an.

Professorin Stephanie Stock, Leiterin des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie, Projektleiter Dr. Marcus Redaèlli, und Stefanie Federhen, Leiterin des Patienten-Informations-Zentrum (PIZ) der Uniklinik, haben gemeinsam das neue Programm „Hygiene to go“ ins Leben gerufen. In einer interaktiven Schulung geht es um Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Hygiene, unterteilt in drei Schwerpunktmodule: Körperhygiene, Wohnraumhygiene und Schlafhygiene.

Wir wollen die ganze Familie in den Fokus stellen. Denn vor allem Eltern legen die Routinen für Kinder fest. Zum Beispiel das Händewaschen nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
Yasemin Altinok

Die 90-minütigen Veranstaltungen, die im neuen Jahr beginnen, sind kostenlos und finden täglich sowohl in Präsenz im PIZ auf dem Gelände Uniklinik als auch online statt. „In Deutschland ist die Gesundheitskompetenz nicht so gut, wie sie sein sollte“, erklärt Stephanie Stock die Entstehung des Projektes. Zu dieser Kompetenz gehöre, Informationen zu suchen, sie zu finden und sie auch anzuwenden. „Erhebungen zeigen, dass sie in der Pandemie eher noch schlechter geworden ist.“

Das Team von „Hygiene to Go“: Yasemin Altinok, Marcus Redaelli und Stefanie Federhen

Teamarbeit für das Programm „Hygiene to Go“: (v.l.) Yasemin Altinok, Marcus Redaelli und Stefanie Federhen

Nachdem Ärzte und Pflegende der Uniklinik seit 2021 regelmäßig gemeinsam im Bereich Hygiene geschult werden, sollen die neuesten Erkenntnisse nun auch der Allgemeinbevölkerung zur Verfügung stehen. Beim Thema Hygiene gehe es um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen, erklärt Stefanie Federhen. Besonders relevant sei das Thema aber vor allem für vulnerable Gruppen, wie ältere Menschen und chronisch Kranke. „Wenn das Immunsystem geschwächt ist, zum Beispiel nach einer Chemotherapie oder einer Organtransplantation, muss man ganz besonders auf eine spezielle Hygiene achten. Sonst kann es lebensgefährlich werden.“ Daher richten sich die Kursangebote besonders an betroffene Patienten und pflegende Angehörige, aber auch an alle anderen Interessierten wie Eltern oder Studenten.

Von Schimmel, Fleisch und Schlaf

Die zentrale Frage der Schulungen: Wie hygienisch muss es sein, aber was ist zu viel? Die Themen sind vielfältig und reichen von Tipps zur Vermeidung von Schimmel in der Wohnung und dem Umgang mit rohem Fleisch in der Küche über die richtige Mundhygiene bis zur Frage, was schlechter Schlaf mit Übergewicht zu tun hat. Zur Veranschaulichung wurde ein Warenkorb erstellt, der den Teilnehmenden zeigt, welche Produkte im Alltag benötigt werden. Mit spannenden Ergebnissen: „Eine umfassende Körperhygiene kostet für Männer drei Euro im Monat, für Frauen vier Euro“, sagt Stefanie Federhen.

Die vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Schulungen verfolgen einen niederschwelligen Ansatz, auf Wunsch kommen die Hygiene-Experten auch in Schulen oder Betriebe. Um auch andere Kulturkreise zu erreichen, bietet das PIZ ab Januar auch Hygiene-Schulungen auf Türkisch an. Sozialpädagogin Yasemin Altinok, seit 2011 Stadtteilmutter in Mülheim, wird diese bei der Christlichen Sozialhilfe Mülheim durchführen. „Zu uns kommen Frauen mit und ohne Migrationshintergrund“, erklärt Altinok.

Kurse werden sensibel angepasst

Die Kurse in Hygiene werde sie nicht nur auf Türkisch übersetzen – sie werden auch kultursensibel angepasst und auf die Bedürfnisse einer Zielgruppe mit anderen Routinen und Tabuthemen zugeschnitten. „Wir wollen die ganze Familie in den Fokus stellen. Denn vor allem die Eltern legen die Routinen für Kinder fest“, so Yasemin Altinok. „Zum Beispiel das Händewaschen nach dem Toilettengang und vor dem Essen.“

Weitere Informationen und Anmeldungen im Netz: www.uk-koeln.de/piz