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Luftfilter, PräsenzunterrichtWie es in den Kölner Schulen nach den Ferien weitergeht

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Luftfilter in Schulen dpa (1)

In den Klassenräumen sollen Luftfilter wie hier in Bayern für weniger Ansteckungsgefahr sorgen.

Köln – Diesmal wollen Stadt, Land und Bund vorbereitet sein. In gut vier Wochen gehen die Sommerferien zu Ende, dann soll in Köln ein Schulkonzept greifen, das der Krisenstab nun verabschiedet und der Verwaltung zur Umsetzung gegeben hat. Das Testkonzept mit der von der Universität entwickelten Lolli-Methode (zwei Mal wöchentlich) wird beibehalten, das Land steigt in die Finanzierung mit ein.

Die Ethikkommission des Krisenstabes und der Krisenstab selbst haben sich dafür ausgesprochen, freiwillige Impfmöglichkeiten für Jugendliche ab zwölf Jahren unabhängig von Vorerkrankungen zu ermöglichen. Die Stadt will ergänzend zu den bereits stattfindenden Impfungen in den Kinderarztpraxen auch ein Impfangebot für Jugendliche ab zwölf Jahren im Impfzentrum schaffen – selbst bei Engpässen.

Helferprogramm wird weitergeführt

Das Helferprogramm für die Offenen Ganztagsschulen wird ebenso weitergeführt wie das der Ganztags-Förderschulen. Die Stadt entwickelt zudem zusätzliche Maßnahmen, um psychische Auffälligkeiten besser erkennen zu können, die im Zusammenhang mit den Folgen der Pandemie stehen. Für diese Kinder und Jugendliche sollen „niederschwellige Hilfen“ geschaffen werden.

Nach den Ferien

Geplant sei, mit Präsenzunterricht in allen Klassen ins neue Schuljahr zu starten, hieß es aus dem Bildungsministerium. Die Maskenpflicht im Gebäude und im Unterricht bleibt bestehen, nicht aber auf dem Schulhof. Getestet wird zwei Mal pro Woche, in Grund- und Förderschulen mit Lollitest, sonst per Selbsttest unter Aufsicht.

Ob die Grenzwerte, ab denen vom Präsenz- wieder in den Wechsel- oder den Ganztagsunterricht gewechselt werden muss, dieselben bleiben wie im Frühjahr und ob die Inzidenzzahlen das alleinige Kriterium bleiben werden, ließ das Ministerium unbeantwortet. Die Landesregierung werde das Infektionsgeschehen vor allem mit Blick auf Reiserückkehrerinnen und Reiserückkehrer sowie die Delta-Variante des Coronavirus „aufmerksam beobachten“.

90,4 Millionen Euro schwer ist das Lüftungsprogramm des Landes für Schulen und Kindertagesbetreuung, um den Präsenzbetrieb von Schulen und der Kindertagesbetreuung „zusätzlich abzusichern“. Aus dem NRW-Rettungsschirm sollen laut Landesregierung 48,2 Millionen Euro und aus Bundesmitteln 42,2 Millionen Euro bereitgestellt werden. (two)

Neu ist das Kapitel „ergänzende Luftreinigungsgeräte“. Für Schulen und Kitas wurden bereits so genannte „CO2-Ampeln“ angeschafft. Messgeräte mit einem Gassensor, die farblich analog zu Verkehrsampeln den Gehalt von Kohlenstoffdioxid in der Luft anzeigen. Springt die Ampel auf Gelb oder gar Rot, muss gelüftet werden. Klassen- und Unterrichtsräume, die nicht ausreichend gelüftet werden können, wurden laut Stadt bereits mit Luftfiltergeräten ausgestattet. Und damit es soll auch weitergehen, wenn auch nicht in den nächsten vier Wochen: „Bis zu den Herbstferien“ sollen in einer ersten Stufe 250 bis 300 Luftreinigungsgeräte bereitgestellt werden.

Vorrangig für Grundschulen und dort, wo die Stadt „vulnerable Sozialräume“ vermutet. Im Klartext diejenigen Stadtteile, in denen auch die Stadtteil-Impfungen durchgeführt wurden. In einem zweiten Schritt soll es eine Ausschreibung geben, die die Anschaffung von bis zu 10 000 Geräten ermöglicht. Bisher vertrat die Stadtspitze die Ansicht, der Haushalt gebe das nicht her (die Rundschau berichtete). Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte zum Richtungswechsel der Stadt: „Ausschlaggebend ist die Delta-Variante, dass wir jetzt die Luftfilter als Maßnahme der Gefahrenabwehr umsetzen.“

Einen Zeitplan gibt es (noch) nicht

Einen Zeitplan gibt es trotz vieler Anfragen von Eltern noch nicht. Vor der Aufstellung müssen die Voraussetzungen geprüft werden. „Zeitnah“ nähmen die Fachstellen Kontakt mit den Schulen und Kitas auf.

Kitas freier Träger können Förderungen beantragen, müssen aber für Beschaffung und Aufstellung der Geräte selbst sorgen. Ob die Zahl von 10 000 dem Bedarf gerecht werden kann, kann man derzeit bei der Stadt noch nicht genau sagen: Die starre Zuordnung ein Raum, eine Klasse gibt es längst nicht mehr. Die „Cluster“, in denen Lerngruppen mit gleicher Ausrichtung auch räumlich zusammengefasst werden, machen Berechnungen ebenso schwierig wie die freie Gestaltung der Lehrräume, die den Schulen jeweils selbst obliegt.