Glashütte in Köln-Porz„Kunst Kids“ will Mut machen, die Welt anders zu sehen

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Die neunjährige Ela hat Spaß bei der Arbeit. Ein Motiv ihrer Lieblingsmangaserie will sie auf die Tasse malen.

Die neunjährige Ela hat Spaß bei der Arbeit. Ein Motiv ihrer Lieblingsmangaserie will sie auf die Tasse malen.

Das Kreativ-Angebot im Jugend- und Gemeinschaftszentrum Glashütte braucht finanzielle Hilfe. Der Bürgerverein Porz-Mitte hat einen Spender gefunden. 

Ela ist optimistisch. „Ich glaube, das wird meine Lieblingstasse“, sagt die Neunjährige. Für die hat sie sich ein Motiv der Mangaserie „Demon Slayer“ ausgesucht, die sie so gerne schaut. Damit das Motiv auch wirklich schön wird, hat sie sich einen Ausdruck mitgebracht. Das will sie zunächst auf Papier und dann mit Lackstiften auf die Tasse aufbringen.

Kunstatelier als kreativer Freiraum für junge Menschen

Ela sitzt im Kunstatelier des Jugend- und Gemeinschaftszentrums Glashütte, hier treffen sich die „Kunst Kids“. Das ist ein inklusives Angebot für Kinder und Jugendliche ab acht Jahren. Das Kunstatelier ist ein kreativer Freiraum für junge Menschen. Dort wird mit Farben und Materialien experimentiert. Es werden Bilder gemalt, es wird sich aber auch mit den unterschiedlichsten Werkstoffen wie Holz, Papier, Ton, Beton, Stoff beschäftigt.

Die Kunst soll Mut machen, die Welt einmal ganz anders anzusehen. „Kunst verbindet ganz viel“, sagt Petra Riemann, Leiterin der Glashütte. Sie fördert Kreativität, es kann in Gruppen oder auch alleine gearbeitet werden. Da Sprache keine Rolle spielt, komme das zum Beispiel Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung zugute. Sie kommen ebenfalls in die Glashütte und nehmen das „Kunst Kids“-Angebot war.

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Arbeiten der Kinder und Jugendlichen auch im Stadtteil sichtbar

Was dabei entsteht, können zum Beispiel Besucherinnen und Besucher im Bistro des Jugend- und Gemeinschaftszentrums sehen. Bunte Bilder finden sich nicht nur an der Wand, sondern auch auf den Fenstern. Dort haben die Kinder und Jugendlichen mit den Fingern Motive gemalt. Doch die Arbeit der „Kunst Kids“ soll nicht nur in der Glashütte sichtbar sein, sondern auch im Stadtteil. So haben Kinder und Jugendlichen schon mehrfach die Betonbühne auf dem Vorplatz des Bezirksrathauses verschönert, und auch den Weihnachtsschmuck für Tannenbäume rund um das Rathaus haben die „Kunst Kids“ gestaltet.

„Da sind immer tolle Sachen dabei“, sagt Anita Mirche. Im vergangenen Jahr wurden nicht mehr genutzte CDs für Schneemännerfiguren verwendet, sagt die Vorsitzende des Bürgervereins Porz-Mitte und ist begeistert. Sie findet, dass solche Projekte weitere Unterstützung verdient.

Doch gerade hier liegt das Problem. Viele Bildungsprojekte in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche werden von deren Trägern nicht bezahlt. Um sie dennoch durchführen zu können, braucht es Geld von Dritten, die solche Projekte finanziell unterstützen. Im Falle der „Kunst Kids“ hat der Bürgerverein den Flughafen Köln/Bonn mit ins Boot holen können. Der hat 2000 Euro gespendet.

Geld, das Petra Riemann gut gebrauchen kann. Lackstifte und andere Materialien haben nämlich ihren Preis.

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