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VerwaltungsreformStadt Köln braucht Personal – schnelle Baugenehmigungen als Ziel

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Großen Nachholbedarf hat Köln im Schul- und Wohnungsbau. Die Stadt will künftig Baugenehmigungen beschleunigen.

Köln – Die Messlatte liegt hoch. Von der „größten Reform, die diese Verwaltung je gesehen hat“, spricht Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Sie hat die Kölner Stadtverwaltung als „großen Tanker“ bezeichnet, „der jahrzehntelang sein Ruder kaum bewegt hat“. Da reiße man das Ruder nicht sofort um. Es brauche Zeit, die 19 000 Mitarbeiter umfassende Verwaltung zu modernisieren.

Heute zieht Reker ein erstes Zwischenfazit der 2016 von ihr initiierten Reform – sieben Monate, nachdem knapp 150 Projekte und Maßnahmen in elf „Pilotämtern“ begonnen wurden. Neben Bauaufsicht, Brückenamt, Ordnungsamt, und Kämmerei zählt auch das Umwelt- und Verbraucherschutzamt (Amt 57) mit rund 250 Mitarbeitern zu den Pilotämtern. Die Rundschau hat sich dort in einigen Arbeitskreisen umgesehen und wird künftig in unregelmäßigen Abständen über den Fortschritt des Reformprozesses berichten.

Etwa 1300 Stellen in der Stadtverwaltung sind nicht besetzt

Fünf Themenfelder werden bei „57“ beackert: Personal, Untere Naturschutzbehörde, Verbraucher- und Tierschutz, Baumschutz und Ideenwerkstatt. „Wir wollen effizienter werden und uns für die Zukunft besser aufstellen“, sagt Amtsleiter Konrad Peschen. In der Arbeitsgruppe Personal haben die Mitarbeiter nicht mit Kritik gespart. Sie haben Defizite benannt, die auch viele andere Ämter betreffen: Die Aufgaben nehmen stetig zu, das Personal ist knapp, die Fluktuation hoch. Es dauert zu lange, neue oder frei gewordene Stellen wiederzubesetzen.

Vakanzen von sechs bis zwölf Monaten sind keine Seltenheit – die Arbeit müssen dann andere Kollegen miterledigen. Das führe zu Überlastungen, aber auch dazu, dass vieles notgedrungen liegenbleibe, schildern Betroffene. Einen Lösungsvorschlag hat die Arbeitsgruppe auch parat: Das komplizierte Verfahren der Stadt zur internen und externen Stellenausschreibung solle vereinfacht werden. Trotzdem bleibe es schwierig, hoch qualifizierte Kräfte zu gewinnen, die anderswo mehr verdienen können. Aktuell sind etwa 1300 der rund 18 000 Vollzeitstellen in der Stadtverwaltung nicht besetzt.

Viele Anträge bleiben monatelang liegen

Auch in der Zusammenarbeit der Abteilungen und der Kommunikation untereinander hapere es mitunter, betont ein Mitarbeiter. „Wenn ich einen Kollegen etwas fragen muss und bekomme den Eindruck vermittelt, dass ich störe – das geht gar nicht.“ Ein Thema nicht nur im Umweltamt.

Zu den wichtigsten Reformzielen der OB zählt die Beschleunigung von Baugenehmigungen. Der Stadtvorstand hat deshalb ein Projekt für eine engere Kooperation von Bauaufsicht, Liegenschaftsamt und Umweltamt beschlossen. Mehr als ein Viertel der rund 4000 Bauanträge pro Jahr erfordern eine Bearbeitung durch Amt 57, etwa wenn Genehmigungen für Baumfällungen erteilt werden müssen. In der Vergangenheit wurden viele Anträge wegen Personalmangels erst mit monatelanger Verzögerung bearbeitet.

Inzwischen habe man die Mitarbeiterzahl von fünf auf acht aufgestockt, so Peschen. „Wir können nun die Rückstände abarbeiten und dafür sorgen, dass alle neuen Anträge zeitnah erledigt werden.“ Der Amtsleiter ist zuversichtlich. In einer Mitarbeiterbefragung hätten sich zwei Drittel positiv über den Reformprozess geäußert. „Aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns.“