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NRW-CheckPolitische Lager wie eingemauert – Vertrauen in CDU am größten

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Eine Flagge mit dem Landeswappen von Nordrhein-Westfalen

Eine Flagge mit dem Landeswappen von Nordrhein-Westfalen. (Symbolbild)

Das Vertrauen in die Kompetenz der Parteien ist eher gering. Bei zwei Parteien haben sich die Werte erheblich verändert. 

Fast spiegelbildlich zur Benennung der drängendsten Probleme des Landes Nordrhein-Westfalen im „NRW-Check“ verhält sich die Frage, welcher politischen Kraft die Menschen am ehesten eine Lösung zutrauen. Diese Kompetenz-Zuschreibung an die Parteien wird im „NRW-Check“ von Beginn an abgefragt, vor der aktuellen Erhebung zuletzt im Dezember 2024. Die Ergebnisse sind sowohl im direkten Vergleich als auch in der mittleren Perspektive auffallend. So wirken die politischen Lager wie eingemauert: Die Anhänger der Parteien trauen nur noch ihrer eigenen etwas zu. Für alle anderen gilt das Urteil: Keine Kompetenz, nirgends!

Einzige Ausnahme: die SPD-Anhänger. Von ihnen sehen immerhin 7 Prozent die CDU am ehesten als Problemlöserin. Umgekehrt ist ihr Zutrauen zur eigenen Partei im Vergleich zu allen anderen Parteigängern mit 50 Prozent am niedrigsten.

Fast ein Drittel der AfD-Anhänger traut nicht mal der eigenen Partei etwas zu

Zum Vergleich: 79 Prozent der CDU-Anhänger, 70 Prozent der AfD-Klientel und jeweils 57 Prozent der Sympathisanten von Linken und Grünen sehen ihre Partei in puncto Kompetenz vorn. Bei den Anhängern der Linken sind es immerhin noch 6 Prozent, die hier den Grünen den Vorzug vor der eigenen Partei geben.

Bemerkenswert: Trotz der überstarken Problemwahrnehmung aufseiten der AfD-Anhänger und ihrer strikten Distanz zu den anderen Parteien sagen 28 Prozent, keine Partei – also nicht einmal die eigene – könne die Probleme des Landes lösen. Bei der CDU-Anhängerschaft liegt dieser Wert bei nur 18 Prozent, bei Linken und Grünen bei jeweils 34 Prozent und bei der SPD bei 41 Prozent – knapp unterhalb des Gesamtdurchschnitts von 43 Prozent.

Damit halten etwas weniger als die Hälfte aller Bürger keine Partei für fähig, mit den Problemen des Landes fertigzuwerden. Auch wenn diese Skepsis über die Jahre deutlich abgenommen hat, ist sie für die parlamentarische Demokratie beunruhigend.

CDU in der Kompetenz-Zuschreibung stets vorn

Bei der Kompetenzzuschreibung ist die CDU die Partei, die im „NRW-Check“ Befragungsteil stets am besten wegkommt. 25 Prozent sehen die Union auch aktuell in der Fähigkeit zur Problemlösung vorn. Dieser Wert liegt allerdings um 7 Punkte unter der Bestmarke von 32 Prozent im Dezember 2024.

Regelrecht alarmieren müsste der Befund die Verantwortlichen der SPD: Im Zeitraum von nur zwei Jahren (Dezember 2021 bis März 2024) hat sich die Kompetenzzuschreibung für die Sozialdemokraten im Land von 13 Prozent auf 6 Prozent mehr als halbiert und verharrt seitdem auf diesem niedrigen Wert.

Das umgekehrte Bild zeigt sich bei der AfD. Obwohl die Partei auf Landesebene politisch gestaltend nicht in Erscheinung tritt, verdoppelte sich das Zutrauen in ihre Lösungskompetenz, das 2021 mit 3 Prozent praktisch nicht vorhanden war, bis September 2022 auf 6 Prozent. Noch einmal eine fast gleiche Zuwachsrate konnte die AfD zwischen Dezember 2024 und dem April dieses Jahres für sich verbuchen: 11 Prozent der Bürger trauen ihr am ehesten die Lösung der Probleme zu – der zweitbeste Wert von allen Parteien.

Forsa-Gründer Manfred Güllner spricht von einem „beachtlichen Anteil in einem Land, in dem rechtsradikale Bewegungen seit 1949 immer weniger Anhänger hatten als im übrigen Bundesgebiet“. Auch die AfD habe in NRW bei Bundestagswahlen immer um drei bis vier Punkte unter dem Bundesergebnis gelegen.