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Echter Hingucker„Blaues Haus“ in Bornheim Sechtem lädt zu erster Kunstausstellung

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Die Künstlerinnen-Initiative Sechtem (von links) Sigrid Brachat, Ilka Wahl und Christiane Janietz vor dem „blauen Haus“.

Die Künstlerinnen-Initiative Sechtem (v.l.) Sigrid Brachat, Ilka Wahl und Christiane Janietz vor dem „blauen Haus“.

Die erste Ausstellung „Buntes Miteinander im Blauen Haus“ beginnt mit der Vernissage am Freitag, dem 24. April um 18 Uhr.

Seit Jahren ist das Holzhaus an der Einfahrt zum Sechtemer Gewerbepark ein echter Hingucker. Der markante hellblaue Anstrich ist schließlich nicht zu übersehen. Seit es in dem Vorgebirgsort keine Kneipe mehr gibt, ist das „blaue Haus“ in Trägerschaft der Dorfgemeinschaft einmal im Monat ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt und kann auch für private Familienfeiern angemietet werden.

Künstler-Initiative stieß Kulturveranstaltungen an

Doch aus dem Dorfhaus könnte man noch mehr machen, zum Beispiel eine Stätte für Kulturveranstaltungen. Diese Idee kommt von der Künstlerinnen-Initiative Sechtem, zu der sich Ilka Wahl, Sigrid Brachat und Christiane Janietz zusammengeschlossen haben. Und sie belassen es nicht bei bloßen Worten.

Christiane Janietz zeigt einige ihrer Bilder.

Christiane Janietz zeigt einige ihrer Bilder.

Am kommenden Wochenende lädt das Trio zu einem „bunten Miteinander“ ins „Blaue Haus“ ein. Damit findet dort erstmals eine Kunstausstellung statt. Für ihre Idee konnten sie auch den Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft, Josef Szepaniak, begeistern.

Die Ausstellung soll der erste Aufschlag für weitere Kulturangebote werden, schilderten die drei rührigen Damen. Das Dorfhaus könnte künftig die Bühne bieten beispielsweise für Lesungen, Kleinkunst, Konzerte oder Auftritte von Schülerbands: „Wir haben nun seit Jahren dieses schöne Haus, warum sollen wir es dann nicht noch mehr mit Leben füllen?“, meint Sigrid Brachat. Ganz abwegig ist der Gedanke nicht, probte doch zuletzt das Laienensemble „Volxtheater Rösberg“ für sein jüngstes Theaterstück „Napoleon Bon(nem)aparte“ regelmäßig im Dorfhaus und auch eine Sambagruppe nutzt die Räumlichkeit, um sich auf ihre Auftritte vorzubereiten.

Besucherinnen und Besucher erwartet abwechslungsreiche Werkschau

Die großzügigen lichtdurchfluteten Räume, mit den naturbelassenen Holzwänden, dem modernen Thekenbereich und dem großzügigen Vorplatz bieten sich geradezu für kulturelle Angebote an. Da auch Josef Szepaniak schnell überzeugt war von der Idee, stellte er umgehend einen Förderantrag bei der Stadt Bornheim, damit für weitere Kunstausstellungen geeignete Schienen installiert werden können, um Bilder aufzuhängen.

Freuen dürfen sich die Besucherinnen und Besucher am kommenden Wochenende auf eine abwechslungsreiche Werkschau. Christiane Janietz, 1972 im saarländischen Tholey geboren, arbeitet als Ergotherapeutin in Bonn und hat immer schon nebenbei gemalt: „Hände und Menschen sind mein Metier, ich suche in der Malerei das Leichte und das Fröhliche.“ Sie bezeichnet sich als Sammlerin und verarbeitet die gesammelten Objekte in ihren Collagen. Manchmal malt sie auch Aquarelle oder Acrylbilder.

Künstlerinnen traten über ein lokales Internetportal in Verbindung

Ilka Wahl kam 1993 ins Vorgebirge, geboren und aufgewachsen ist sie in Ost-Berlin, wo sie noch zu DDR-Zeiten als Lehrerin und zuletzt in Bornheim als Tagesmutter gearbeitet hat. Die heute 72-Jährige war beeindruckt von den vielfältigen Kunstkursangeboten der Volkshochschule Bornheim/Alfter: „So ein umfangreiches Angebot kannte ich aus Berlin nicht, ich habe sofort einen Kurs gebucht und mich dann immer wieder weitergebildet.“ Sie nahm an einem Kunst-Intensivstudium teil und stellte sogar im Ausland aus, etwa im Senegal oder in Italien und malt vorwiegend abstrakte Bilder in Acryltechnik, experimentiert gerne mit Farben, Flächen und Linien.

Sigrid Brachat kam erst 2021 ins Vorgebirge, zuvor lebte sie in Mülheim an der Ruhr. Ihre Kinder wohnen in Sechtem, deswegen lag es nahe, dorthin zu ziehen. Brachat hat sich mit Pastellkreide und Industriemalerei beschäftigt, heute widmet sie sich wieder der Aquarellmalerei. Lange Jahre war Brachat Mitglied der Künstlervereinigung „Kunsthaus Essen“ und der Gruppe „Kunstfeld“ in Mülheim an der Ruhr.

Nur wenige Tage nachdem sie nach Sechtem gekommen war, hatte sie künstlerisch Anschluss gesucht und wurde Mitglied im „Künstlerkreis Vorgebirge“ von Ute Marienfeld. Brachat malt zur Entspannung und bringt auf die Leinwand, was sie gerade schön findet. Das können Blumen, Landschaften oder ihre Enkelkinder sein: „Ich male für mich, nicht für andere“, schildert Brachat, die in einer Verwaltung arbeitete: „Ich war eine kreative Kommunalbeamtin.“

Christiane Janietz, die ebenfalls zahlreiche Kunstkurse absolviert hat, malt am liebsten alleine in ihrem eigenen Atelier: „Dann male ich die schönsten Sachen, aber der Austausch mit anderen ist Gold wert, mir ist die Meinung von anderen wichtig.“ Ganz anders Sigrid Brachat, die lieber mit vielen Menschen zusammen kreativ ist, sich mit ihnen gemeinsam über ihre Kunst austauscht und sich von den Werken der anderen inspirieren lässt: „Wenn ich mal alleine arbeite, dann lasse ich nebenbei immer ein Hörspiel laufen, dann habe ich das Gefühl, nicht alleine zu sein.“

Zusammengefunden haben die drei Künstlerinnen über ein lokales Internetportal. Ein Dank gilt der Kultur- und Brauchtumsförderung der Stadt Bornheim, die die Ausstellung unterstützt.

Die Ausstellung „Buntes Miteinander im Blauen Haus“

Die Vernissage der Ausstellung „Buntes Miteinander im Blauen Haus“ Freitag, 24. April, läuft von 18 bis 21 Uhr mit musikalischer Begleitung von Jan E. Habijan (Ukulele). Am Samstag, 25. April, ist die Ausstellung von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 26. April, von 11 bis 17 Uhr geöffnet jeweils mit einem Ausschank der Weinstube „MonAte“ aus Sechtem.