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SpielplätzeKleines Budget für viele Anlagen in Bornheim

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Jüngst saniert und eingeweiht: der neue Spielplatz mit Tunnelrutsche im Rösberger Neubaugebiet.

Jüngst saniert und eingeweiht: der neue Spielplatz mit Tunnelrutsche im Rösberger Neubaugebiet.

Spielflächenentwicklungsplan in Bornheim muss mit rund 200.000 Euro pro Jahr fürErneuerungen auskommen.

Die Sehnsucht war groß: „Endlich ist es soweit“ – mehrfach war dieser Spruch zu hören, als vergangene Woche der neue Spielplatz an der Westerwaldstraße im Rösberger Neubaugebiet (Rb 01) von Bornheims Bürgermeister Christian Mandt, Vertretern der Stadt, der Investorenfirma „Hauspartner“ aus Troisdorf und den ausführenden Firmen, die Garten- und Landschaftsbau R. Krämer aus Köln und die Firma „landscap[ing] Isabell Piela Freiraum + Landschaftsplanung“ aus Königswinter mit einer Feierstunde eröffnet wurde.

Nicht alle Spielplätze so schön

Auch Nora war nicht mehr zu halten. Die Siebenjährige machte sofort erste Sprünge auf dem Trampolin, nahm das Klettergerüst in Beschlag und sauste vergnügt die Tunnelrutsche hinunter. Auf 650 Quadratmetern können dort nun die Mädchen und Jungen spielen und toben.

Doch die Pänz brauchten Geduld: Laut Stadt verzögerte sich die Einweihung um einige Monate, da es zu Lieferschwierigkeiten bei den Spielgeräten gekommen war. Lob gab es übrigens nicht nur von den Kindern, sondern auch von den Eltern. Eine Mutter meinte: „Der Spielplatz ist wunderbar gestaltet, denn hier ist für alle Altersstufen etwas dabei.“

So schön sind aber nicht alle Bornheimer Spielflächen, eher karg sieht es beispielsweise in Widdig am Alemannenweg aus. Die in die Jahre gekommene Holzschaukel, das Trampolin und eine kleine Kletteranlage wo das Holz zusehend verwittert ist, laden nicht gerade zum langen Verweilen ein.

Dass es auch anders aussehen kann, zeigt im selben Ort das Spielparadies am Lichtweg direkt am Sportplatz und der Tennisanlage gelegen. Vor rund zehn Jahren wurde dort eine moderne Themenspielfläche eingerichtet, ein toller Piratenspielplatz mit einer Seilrutsche, einem großen Spielschiff, einer Hangrutsche oder einem „Orka-Karussell“. Dazu kommen gemütliche Bänke, Tische und zahlreiche Bäume, die Schatten spenden.

Beliebt: ein einem Sprungtuch nachempfundenes Trampolin und ein Klettergerüst.

Beliebt: ein einem Sprungtuch nachempfundenes Trampolin und ein Klettergerüst.

In der Vorgebirgsstadt gibt es 60 offizielle Spielflächen, dazu gehören auch Bolzplätze. Die größten Spielplätze befinden sich in Hemmerich (Maaßenstraße), am Europaring in Sechtem und in Merten „Am Sommersberg.“ 22 Spielplätze haben eine Fläche bis knapp 500 Quadratmeter. Der Sechtemer Spielplatz in der Eurode-Siedlung ist beispielsweise knapp 1900 Quadratmeter groß. Hinzu kommen noch zahlreiche Spiel- und Sportmöglichkeiten auf Schul- und Pausenhöfen, die nach Schulschluss auch öffentlich genutzt werden können.

Doch Spielplätze müssen auch gepflegt, unterhalten und modernisiert werden und wenn es etwa zu Vandalismus-Fällen kommt, gilt es, Geräte zu reparieren und auszutauschen.

Der nun im Jugendhilfeausschuss vorgelegte Spielflächenentwicklungsplan für die Jahre 2026 bis 2030, zusammengestellt von der Jugendhilfeplanung und dem Amt für Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün, führt auf, welche Flächen komplett erneuert werden müssen, wo Spielgeräte ausgetauscht oder modernisiert werden sollten und wo alles noch gut in Schuss ist.

Ausbau- und Modernisierungspotential sehen die Planer derzeit neben dem bereits genannten Spielplatz in Widdig noch beim Spielplatz an der Schlegelsraße in Bornheim-Ort sowie bei den Bolzplätzen am  Fabriweg (Hersel), der Kitzburger Straße (Walberberg) und der Broichgasse (Merten).

Verteilt über das Stadtgebiet gibt es viele Themenspielplätze, beispielsweise der Spielplatz an der August-Macke-Straße im Dersdorfer „Künstlerviertel“. Das Klettergerüst ist passend zum Thema in Form von Buntstiften gestaltet.

Verteilt über das Stadtgebiet gibt es viele Themenspielplätze, beispielsweise der Spielplatz an der August-Macke-Straße im Dersdorfer „Künstlerviertel“. Das Klettergerüst ist passend zum Thema in Form von Buntstiften gestaltet.

Bei etwa 20 Spielplätzen sind in den kommenden Jahren kleinere Modernisierungsmaßnahmen erforderlich, die teilweise mit geringem Aufwand umgesetzt werden können. Bevorzugt erneuert werden sollten Plätze, die älter als 20 Jahre oder nicht mehr attraktiv und zeitgemäß sind.

Aktuell stellt die Stadt Bornheim jährlich ein Budget für die Anschaffung neuer Spielgeräte in Höhe von 75.000 Euro zur Verfügung, für die Sanierung von Spielplätzen pro Jahr noch einmal 130.000. Dies erlaube die Sanierung von einem Spielplatz alle zwei Jahre.

Mehr sei aus Sicht der Verwaltung aufgrund der klammen Haushaltslage für die kommenden zwei Jahre derzeit auch nicht leistbar. Doch das Geld dürfte nicht reichen, so geht es aus dem Entwicklungsplan hervor. Der Etat sollte aufgrund der letztjährigen Lohnsteigerungen und der gestiegenen Kosten für Materialien dringend erhöht werden. Alternativ wäre bei den Sanierungen der zeitliche Rahmen anzupassen.

Langlebige Materialien gefragt

Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, sollte auf langlebige, pflege- und wartungsarme Materialien gesetzt werden. Beispiele sind Spielgeräte aus Douglasien- oder Robinienholz sowie synthetische Fallschutze, etwa Kunstrasen.

Bei künftigen Spielplätzen sollte auch stärker generationenübergreifender und inklusiver gedacht werden, empfehlen die Fachleute, bisher gebe es solche Ansätze in Bornheim nur punktuell.

In den kommenden Jahren entstehen einige Neubaugebiete unter anderem in Sechtem (Se21), in Merten (Me18) oder Bornheim-Ort (Bo24 und Bo27). Da dort meistens junge Familien mit Kindern einziehen, schlagen die Fachleute vor, möglichst städtebauliche Verträge zwischen der Stadt und entsprechenden Investoren abzuschließen und sich bereits im Vorfeld über die Gestaltung zur Flächen abzustimmen. Ein Beispiel dafür ist der neue Spielplatz in Rösberg. Insgesamt stufen die Autoren des Entwicklungsplans die Verteilung verteilt über die Ortschaften als ausgewogen ein.