Welche Website-Variante möchten Sie nutzen?

Mobile Ansicht Vollansicht
Nachrichten aus Köln, der Region und der Welt

Die neuen Bläck Fööss: Alte Klänge auf dem Album „Su schön wie augenblecklech“

Spaß an kölschen Liedern: die Bläck Fööss präsentieren ihr neues Album.

Spaß an kölschen Liedern: die Bläck Fööss präsentieren ihr neues Album.

Foto:

Röltgen

Köln -

Auf dem Bandfoto im Booklet des neuen Bläck Fööss-Albums ist Hartmut Priess schon nicht mehr dabei. An seiner Stelle steht Hanz Thodam, Neuzugang der Domstürmer, der offiziell zum Jahreswechsel den Bass in der Band übernehmen wird. Ery Stoklosa und Bömmel Lückerath sind die letzten verbliebenen Ur-Fööss.

Spannender als die Frage, wie sich die Verjüngung auf Fotos und auf der Bühne auswirkt, war ja die, wie die neuen Fööss klingen werden. Als Antwort hat die Band mit „Su schön wie augenblecklich“ nun ein Album abgeliefert, das stellenweise wie ein bandeigene Retrospektive klingt und zugleich eine vielversprechende Zukunftsvision der neuen Fööss ist.

„Mädcher“ für die neue Session

Die kleine Geschichten aus dem Herzen der Stadt garniert mit feinen Beobachtungen und viel Gefühl – dafür stehen die Fööss seit beinah 50 Jahren. Nun widmen sich die Fööss wie einst bei „Hussmeister Kaczmarek“ mit viel Ironie einer anderen Berufsgruppe und besingen „Jupp vum Zoll“, in der Tradition des „Kackleed“ (1985) steht nun „Wau Wau Hunde AA“. Lieder mit Humor, die Spaß beim Komponieren vermuten lassen. „Eigentlich wollten wir nur zwei Lieder für Karneval komponieren, aber dann hatten wir plötzlich viele Ideen zusammen“, bestätigt Sänger Mirko Bäumer bei der Präsentation des Werks.

In der neuen Session werden die Bläck Fööss wohl „Mädcher“ singe, eine rhythmisch einprägsame Liebeserklärung an die leichte Sommermode – und deren Trägerinnen. Musikalisch lässt die Band in 15 Liedern ihre Vielfalt aufblitzen, Salsa, Reggae, Rock – mit „Ich schlof nit jän allein ein“ hat die Band einen Tango kreiert. Darin finden sich Textzeilen wie diese: „Hellwach en fremde Zimmer, han ich öm enzoschlofe immer – op Rauhfaser en aller Welt de Knübbelche jezählt“. Da geht das kölsche Herz auf.

Textlich und musikalisch treu geblieben

Textlich und musikalisch bleiben sich die Fööss auch in neuer Formation erstaunlich treu, das sehr traditionalistische Titellied basiert auf einem Werk Willi Ostermanns. Sogar ein Krätzjer, komponiert von Heinz Hömig, präsentiert die Band, „Minge Broder un ich“ ist der witzige Abschluss des Albums. Gesanglich haben die Fööss vor allem durch die voluminöse Stimme und den erstaunlichem Ambitus von Pit Hupperten an Qualität gewonnen. Mit Hanz Thodam stößt nun ein Mann hinzu, der ebenfalls komponieren kann. An dem Stück „Op dä eeste Beck“ hatte der Bassist mit der ungezähmten Mähne großen Anteil. „Er sieht vielleicht ein wenig wild aus, aber er hat das Gemüt eines Meerschweinchens“, beruhigt Hartmut Priess.

Das Cover des Albums ist durchaus symptomatisch für die Situation der Fööss. Am grauen, steinigen Rheinufer steht ein bunter Liegestuhl. Ja, die Band macht es sich gemütlich und lebt den Augenblick. Ausdruck der musikalischen Freude ist das Stück „Einsamkeit“, gesungen mit italienischem Akzent. „Einsamkeit is so sseisse, wenn du nisse da bis“, heißt es im Refrain. Einzig die Stücke „Mutter Colonia röf dich“ und „Lommer nimmih lommer sage“ sind schon etwas älter und bereits bühnenerprobt.

Das neue Album kommt am Freitag, 9. November, auf den Markt und ist zudem in den Download-Portalen erhältlich.