In der Josef-Schumacher-Halle war die Stimmung ausgelassen – zu Gast waren unter anderem Bernd Stelter, die Paveier und der „Sitzungspräsident“.
Prunksitzung400 Jecke jubeln im Altenrather „Hasenstall“ in Troisdorf

Präsident Stephan Winterscheidt beim Stippeföttche auf der Prunksitzung der KG Altenrather Sandhasen.
Copyright: Peter Lorber
„Un ming Hätz, dat litt mer op d'r Zung“ heißt es in der Karnevals-Hymne „Kölsche Jung“ von Brings. Was einen schönen Gemütszustand zur Folge hat, wie wenige Takte später deutlich wird: „Hück ben ich jlöcklich…“. Die Zeilen von Peter Brings treffen für Präsident Stephan Winterscheidt allemal zu, wie die Große Prunksitzung der Altenrather Sandhasen zeigte. Dort machte er mit seiner Lesart des Jobs eines Sitzungsoberen nicht nur sich und seine Mitverantwortlichen, sondern auch gut 400 Saaljecke glücklich.
Stimmungsbarometer in der Josef-Schumacher-Halle steht auf „raderdoll“
Der 59-Jährige ist eher dem jecken Miteinander denn einem übertriebenen Karnevalssitzungsprotokoll zugetan, dem oft mit nüchterner Gründlichkeit nachgegangen wird. Im Altenrather Hasenstall, wie die Josef-Schumacher-Halle genannt wird, stand der Zeiger des Stimmungsbarometers von der ersten Minute auf „raderdoll“ und „quietschfidel“. Mit dem Beueler Stadtsoldaten-Korps „Rot-Blau“ hatte der Hasen-Elferrat zum Einzug die donnernde Begleitung und einen Stimmungsgaranten par excellence.

Jecken feierten bei der Sitzung ausgelassen.
Copyright: Peter Lorber
Da zündete die Schunkelrunde genauso wie die Korps-Tänze, bei denen gleich zwei Tanzpaare über die Bühne wirbelten. Für die Beueler war es die erste Begegnung mit dem Hasenstall, wie Kommandant Hans Hallitzky einräumte. Es wird nicht bei dem einen Mal bleiben, durfte von der Begeisterung im Saal abgeleitet werden.
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Altenrather „Hasenstall“: Troisdorfer Prinz ist das erste Mal zu Gast und bringt die Halle zum Brodeln
Auch der Troisdorfer Prinz Sascha I. outete sich, noch nie im Altenrather Kulturtempel gewesen zu sein. Was hinter Winterscheidts Drohung „Da müssen wir ja Dich noch taufen“ steckte, entschlüsselte auch nicht der folgende Dialog; Prinz: „Wie geht denn die Taufe?“ Präsident: „Das entwickelt sich irgendwie.“
An der Seite von Ehefrau und Prinzessin Kathrin I. (Böhm) brachte Sascha I. mit klasse Live-Gesang, etwa dem umgedichteten „Wackelkontakt“, und vor allem dem Mitmach-Knaller „Gute Laune“ des Duos GroßstadtEngel die Halle zum Brodeln. Wobei sich das ausgelassene Neonleuchtstab-Gefolge mit pfiffiger und höchst synchroner Choreografie einbrachte.
Ehemaliger Kölner Prinz gibt die „Doof Noss“ zum Besten
Boris Müller war 2023 der Kölner Prinz. In Altenrath überraschte und überzeugte er mit seiner Hommage an die „Doof Noss“. Die schräge Figur des Bergisch Gladbachers Hans Hachenberg gehörte im Rheinland sechs Jahrzehnte zu den Sitzungshöhepunkten. Mit authentischem Outfit, lila Hötchen, weißer Schminke an Lippen und Augen und en klein Popp in d´r Hand, erinnerte er an viele bekannte Pointen.

Boris Müller tritt als Doof Noss auf.
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Etwa mit dem Witz über den Staub, zu dem der Mensch wird, wenn er stirbt. „Do litt ja mih Stöbb unger uns Bett, als jemols Minsche jestorbe sin.“ Gut fanden einige Gäste beim Foyer-Kölsch, dass Müller zwar in ähnlich ermüdendem Sprachduktus rezitierte, aber auf die hohe Intonation des Urgesteins verzichtete.
Gefeiert wurden freilich das Tanzcorps des Gastgebers, die Paveier oder die Hellige Knäächte un Mägde. Dauergast Bernd Stelter freute sich wie jeck über die Gala-Version des Kappes-Ordens, den „Wiesse Kappes am ruude Band mit Luftschlangen und Lichterkette“, was der Redner sogleich ins Internet stellte. Und „Sitzungspräsident“ Volker Weiniger freute sich über die Kölsch-Dauerversorgung durch Monique, die bisweilen die Frequenz erhöhte und ihm gleich zwei Stangen hinstellte.

