Freiburg – Ellyes Skhiri hat seinen Platz in den Herzen der FC-Fans schon sicher. Der Neuzugang aus Montpellier brauchte nur zwei Spiele, um sich zum Kopf in der Schaltzentrale des Fußball-Bundesligisten aufzuschwingen.
Und nicht nur das: Beim enorm wichtigen 2:1 (0:1)-Erfolg des zuvor punktlosen Aufsteigers beim ungeschlagenen SC Freiburg avancierte der tunesische Nationalspieler zum Matchwinner. Erst gab er die Vorlage zum ersten Saisontor von Tony Modeste, dann beendete er höchstpersönlich die seit 1996 andauernde Sieglosserie der Geißböcke im Breisgau. Mit unglaublichem Willen traf Skhiri in der Nachspielzeit mit einem unwiderstehlichen Solo zum Sieg.
Freiburg legte Kölner Offensive lahm
Achim Beierlorzer adelte die gute Leistung seiner Elf beim 1:3 gegen Dortmund und schickte fast die gleiche Startelf aufs Feld. Der FC-Coach ersetzte notgedrungen nur den verletzten Jhon Cordoba durch Louis Schaub. Der Österreicher gab allerdings nicht wie erwartet die zweite Spitze neben Anthony Modeste, sondern rückte auf rechts. Kingsley Schindler übernahm den Part des etwas hängenden zweiten Stürmers.
Beierlorzers Idee zündete aber nicht. Freiburgs Trainer Christian Streich hatte etwas überraschend von Dreier- auf Viererkette umgestellt. Er zollte damit nicht nur der Kölner Offensive seinen Respekt, er legte sie auch weitgehend lahm. Schindler und Modeste gaben die wenigen Bälle, die sie bekamen zu schnell wieder her. Zudem fehlte den vielen FC-Flanken jede Genauigkeit.
Bornauw verhinderte Schlimmeres
Auf der anderen Seite initiierten die Hausherren vor allem in der Anfangsphase viele Angriffe über ihre linke Seite, auf der beim FC die Abstimmung zwischen Kingsley Ehizibue und Schaub fehlte. Brandon Borello und vor allem der aktive Linksverteidiger Christian Günter konnten immer wieder flanken. Es war in erster Linie dem coolen Sebastiaan Bornauw zu verdanken, dass nicht mehr passierte, als ein paar kleine Aufreger.
Die Kölner bekamen die Partie dank ihres schlau spielenden Sechsers Ellyes Skhiri besser in den Griff, blieben nach vorne aber harmlos, weil auch Dominick Drexler und Schaub auf den Außen kaum zur Geltung kamen. So verflachte die Partie und bewegte sich bei mehr als 30 Grad Celsius auf überschaubarem Niveau. Bis zur 37. Minute. Drexler eroberte in der Freiburger Hälfte einen Ball von Robin Koch und leitete schnell weiter auf Schaub. Der Linksfuß fand den bis dahin unsichtbaren Schindler und es stand 0:1. Dachten alle, doch der Videoassistent meldete sich aus dem Kölner Keller und monierte ein Foul Drexlers.
Ehizibue blieb nach Halbzeit in der Kabine
Schiedsrichter Dr. Robert Kampka schaute sich die Szene noch mal an und es stand weiter 0:0. Aber nur 60 Sekunden. SCF-Kapitän Günter war wieder durchgebrochen. Seine Linksflanke lenkte FC-Innenverteidiger Raffael Czichos unbedrängt und unglücklich zur Freiburger Führung ins eigene Tor. Das Spielglück war nicht auf Kölner Seite, sagte auch Achim Beierlorzer: „Das aberkannte Tor und das Eigentor waren wieder Nackenschläge, die die Mannschaft wegstecken musste.“
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In der Halbzeit musste Achim Beierlorzer reagieren. Der taumelnde Ehizibue musste mit Kreislaufproblemen in der Kabine bleiben. Für ihn übernahm hinten rechts Bornauw und Jorge Meré rückte in die Innenverteidigung. Und den Kölnern glückte der Start in die zweite Hälfte.
Skhiri beendet Negativ-Serie
Ellyes Skhiri nutzte seinen Raum und schlug die erste brauchbare Flanke für den FC. Flanken, die ein Stürmer wie Anthony Modeste braucht. Der Franzose schraubte sich hoch und wuchtete den Ball sehenswert zum Ausgleich unter die Latte (52.).
Danach verflachte die Partie wieder. Auch die Wechsel beider Trainer änderten daran wenig. „Wir haben umgestellt und den gegnerischen Spielern attackiert. Das war für mich der Schlüssel zu mehr Ballbesitz und mehr Aktionen“, so Trainer Achim Beierlorzer. Auf der anderen Seite hätte Joker Simon Terodde nach einer Ecke aus einem Meter treffen müssen (90.). Das tat dann Skhiri, der den Ball eroberte, in den Strafraum zog und mit purer Energie aus zehn Metern mit links die die Kölner Negativserie in Freiburg beendete.
SC Freiburg: Schwolow; Schmid, Lienhart, N. Schlotterbeck, Günter; Höfler, Kwon (46. Haberer), Koch; Waldschmidt (79. Sallai), Borello (60. Höler), Petersen. – 1. FC Köln: Horn; Ehizibue (46. Meré), Bornauw, Czichos, Hector; Verstraete, Skhiri, Schaub (84. Kainz), Drexler; Schindler (77. Terode), Modeste. – SR.: Kampka (Mainz). – Zuschauer: 24500 (ausverkauft). – Tore: 1:0 Czichos (40./Eigentor), 1:1 Modeste (52.), 1:2 Skiri (90.+2). – Gelbe Karten: Hector, Meré.




