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Champions League BasketballFurioses Viertel wird in die Historie eingehen

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Baskets (Morgan) bei AEK Athen

Jeremy Morgan zur Pause noch ohne Treffer, erzielte im dritten Viertel 11 seiner insgesamt 14 Punkte.    

Bonn – Dieses dritte Viertel wird eingehen in die Baskets-Historie – als eines der größten Husarenstücke, das die Bonner in ihrer Europapokal-Geschichte in einer fremden Halle vollbracht haben. Da liegen die Baskets am Dienstag im dritten Gruppenspiel der Champions League beim griechischen Traditionsclub AEK Athen mit 17 Punkten scheinbar hoffnungslos hinten (12:29), als sie nach der Pause wie verwandelt aus der Kabine kommen, die Partie im dritten Abschnitt mit 29:10 furios drehen und die Führung bis zum Ende verteidigen.

Baskets setzen sich in Gruppe B an die Spitze

Nach diesem 73:66 (12:21, 11:20, 29:10, 21:20)-Erfolg setzen sie sich mit 2:1-Siegen in der Gruppe B an die Tabellenspitze, punktgleich mit Karsiyaka/Türkei, das Reggio Emilia mit 83:76 bezwang. Nach der vierwöchigen Spielpause geht es für die Bonner am 23. November mit dem Rückspiel gegen Athen weiter, bei einem erneuten Sieg wäre die Tür zum Achtelfinale weit offen.

Nach den ersten beiden Vierteln, in denen die Truppe von Chefcoach Tuomas Iisalo mit 12 und 11 erzielten Punkten im Angriff einen Offenbarungseid ablegte, hätte wohl kaum einer noch einen Pfifferling auf einen Baskets-Sieg gegeben. Eine Trefferquote von 29 Prozent und 13 Ballverluste spiegeln den desaströsen Auftritt in Zahlen wider.

Umso geschockter reagierte Athen, als die Bonner plötzlich Vollgas gaben, eine spektakuläre Aufholjagd starteten und in der zweiten Hälfte 50 Punkte erzielten. Vor allem TJ Shorts und Jeremy Morgan waren nicht mehr zu halten: Shorts (9 Punkte zur Pause) hatte am Ende 26 Punkte, 7 Assists und 4 Rebounds; und Morgan (zur Pause ohne Punkt) traf im dritten Abschnitt drei seiner vier Dreier und war mit 14 Punkten zweitbester Werfer.

Schon Mitte des dritten Viertels glichen die Bonner nach einem 12:0-Spurt zum 42:42 aus, nach 30 Minuten stand schon eine Sechs-Punkte-Führung (52:46). Zwar verkürzten die vom Ex-Bamberger Janis Strelnieks (20 P.) angeführten Griechen noch auf drei Zähler (65:62), aber nach Morgans viertem Dreier zum 73:66 waren keine Fragen mehr offen.„Unser Einsatz und die Ausführung unserer Spielzüge waren am Ende großartig und haben uns den Sieg eingebracht“, sagte ein strahlender Iisalo in der Pressekonferenz.

Baskets (Punkte/3er): Shorts (26/3), Ward (3), Herrera (2), Tadda (3/1), Malcolm (4), Morgan (14/4), Kratzer (6), Williams (4/1), Bangala, Delany (11/1); Rebounds: 45 (Kratzer 9, Malcolm 8); Assists: 13 (Shorts 7); Trefferquote Feld: 43 % (27/62); Dreierquote: 39 % (10/26); Freiwurfquote: 64 % (9/14).Athen (Punkte/3er): Koniaris (3/1), Frazier, Petropoulos (2), Xanthopoulos (5/1), McGriff (8), Persidis, Madsen (3), Papadakis (1), Williams (10/2), Mitchell (14), Strelnieks (20/4); Rebounds: 31 (McGriff 8, Mitchell 8); Assists: 18 (Frazier 13); Trefferquote Feld: 42 % (23/54); Dreierquote: 31 % (8/26); Freiwurfquote: 52 % (12/23).

Am Samstag Bundesliga gegen Göttingen

Schon am Samstagabend müssen die Baskets in der Bundesliga gegen Göttingen wieder ran (18 Uhr, Telekom Dome). Die Niedersachsen, die sich vergangene Saison monatelang auf Viertelfinalkurs befanden, dies dann aber als Zehnte um vier Punkte verpassten, haben sich erneut die Play-offs als Ziel gesetzt. Das ist dem Meister von 1983 und 1984 seit dem Wiederaufstieg im Jahre 2014 nicht mehr gelungen.

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Der Saisonstart ist mit zwei Siegen gegen Ulm (93:84) und Crailsheim (81:77) sowie einer knappen 92:95-Niederlage gegen Aufsteiger Rostock geglückt, zumal die Ulmer im Pokal mit 86:82 ein zweites Mal bezwungen wurden.

Bester Mann war bislang Neuzugang Mark Smith, der nach drei Partien mit einem Schnitt von 18 Punkten, 8,0 Rebounds und 5,7 Assists bei Göttingen drei Kategorien anführt und sogar den direkten Vergleich mit Bonns TJ Shorts (17,7; 2,3; 6,7) nicht zu scheuen braucht. Im Effektivitätswert liegen beide mit 19,0 genau gleichauf. Schon im siebten Jahr eine feste Größe ist der inzwischen 34-jährige Forward Harper Kamp.