„Aktenzeichen XY ... ungelöst“Neue Hinweise zur Kölner Moorleiche nach TV-Sendung

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US-Spezialist Wesley Neville hat die Leiche aufgrund von 100 Messungen des gefundenen Schädels rekonstruiert.

US-Spezialist Wesley Neville hat die Leiche aufgrund von 100 Messungen des gefundenen Schädels rekonstruiert.

30 Hinweise gab es nach Ausstrahlung von „Aktenzeichen XY“ am Mittwoch zum Fall der Kölner Moorleiche. 

Wieder stand Mordermittler Markus Weber vor der Kamera. Wieder ging es um einen alten ungeklärten Kriminalfall. Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Fund der Leiche einer jungen Frau in einem Moorgebiet in Worringen brachten Ermittler den „Cold Case“ am Mittwochabend in die ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen xy... ungelöst“. Von der Ausstrahlung erhofften sie sich Hinweise auf die Umstände des Todes der bis heute unbekannten Frau. Und die Auswertung der eingegangenen Anrufe lässt die Beamten aufhorchen. 30 Anrufe gingen nach der Ausstrahlung ein. „Es sind auch erfolgversprechende Hinweise dabei“, sagte ein Polizeisprecher . Nun würden die Hinweise nach und nach abgearbeitet.

Ein Pilzsammler hatte die Leiche am 14. Oktober 2001 im Moorgebiet „Worringer Bruch“ nördlich von Köln gefunden. Der Leichnam war zu dem Zeitpunkt schon skelettiert und offenbar mehrere Monate unentdeckt geblieben. Die Identität konnte nicht ermittelt werden. Laut einer Rekonstruktion wurde die Frau 20 bis 30 Jahre alt, war 1,60 bis 1,70 Meter groß und trug schwarzes Haar mit eingeflochtenem Kunsthaar.

Als auffällig werden die guten Zähne beschrieben. Die Frau war afro-asiatischer Abstammung. Sie trug zur Tatzeit eine auberginefarbene Damensteppjacke, eine helle Jeanshose Größe 36, einen schwarzen, gerippten Rollkragen-Pullover und schwarze Lederschuhe der Marke „Graceland“ mit silberfarbener Metallschnalle.Eine Mordkommission hatte mehrere Jahre lang letztendlich erfolglos ermittelt.

Kölner Moorleiche: Fachmann rekonstruierte Gesicht der Leiche

Als letzte Chance wandten sich die Ermittler vor Jahren an einen weltweit angesehenen Fachmann für Gesichtsrekonstruktion aus den USA. Er sollte der Toten ein Gesicht geben. Mit Hilfe einer Datenbank, in der etwa 1000 verschiedene Gesichter gespeichert sind, rekonstruierte der Experte Wesley Neville das Aussehen entstellter Leichen.

Der Schädel wurde in etwa 80 Positionen vermessen, dann wurden die Daten in das Computerprogramm eingegeben. Schritt für Schritt verglich das Programm die Maße mit den Gesichtern aus der Datenbank. Augenabstand, Position und Größe der Nase oder die Stirnhöhe - wie beim Mosaik wurden die Stücke zusammengesetzt.

In Nordrhein-Westfalen werden zahlreiche ungeklärte Kriminalfälle – sogenannte „Cold Cases“ – noch einmal unter die Lupe genommen. Bei mehr als 400 der gut 1140 ungeklärten Tötungsverbrechen seit 1970 sehen die Ermittler gute Chancen, die Täter doch noch zu fassen. Neue Ansätze liefere vor allem die DNA-Technik, die sich seither rasant weiter entwickelt habe, teilte die Mordermittler Weber mit.

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